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26.11.2015 - 

Evolution statt Revolution

Die Entwicklung auf dem Payment-Markt

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
E-Commerce feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag und vor allem beim Thema Payment weist der Markt einen hohen Reifegrad auf. Bei den Kundenfavoriten Rechnungskauf, Lastschrift und E-Wallet gibt es kaum Veränderungen. Neues Potenzial bieten allerdings mobile Bezahlverfahren – auch für den stationären Handel.

Studien über die Marktanteile beim E-Payment gibt es zuhauf. Auch wenn sich die Ergebnisse bisweilen unterscheiden, wird schnell klar, welche Bezahlverfahren von deutschen Online-Kunden am häufigsten verwendet werden.

So listet die EHI-Studie "Online-Payment 2015", für welche die umsatzstärksten Online-Händler in Deutschland befragt wurden, an erster Stelle die Bezahlung per Rechnung auf. Ganze 28 Prozent der Online-Einkäufe werden demzufolge auf diese Weise bezahlt. An zweiter Stelle folgt die Lastschrift mit einem Anteil von 21,8 Prozent. Auf den weiteren Plätzen liegen PayPal (20,2 Prozent), Kreditkartenzahlung (10,8 Prozent), Vorkasse (6,6 Prozent), Ratenkauf (4,5 Prozent) sowie Sofortüberweisung (3,2 Prozent).

Nur jede 10te Online-Transaktion wird per Kreditkarte ausgeglichen.
Nur jede 10te Online-Transaktion wird per Kreditkarte ausgeglichen.
Foto: paffy - shutterstock.com

"Der Anteil der verschiedenen Bezahlverfahren ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben", erklärt dazu Carlos Häuser, der als Executive Vice President Payment & Risk beim Payment Service Provider Wirecard einen guten Überblick über das Segment hat. Im Wesentlichen verteile sich das E-Payment auf Zahlungen mit E-Wallet, Kreditkarten, Kauf auf Rechnung sowie Onlinebanking-basierte Verfahren.

"Der deutsche Käufer ist sehr konservativ, das führt dazu, dass ein Händler mit vier bis fünf angebotenen Bezahlverfahren bereits 80 Prozent der Kunden abdecken kann", so Häuser. Anstelle dramatischer Veränderungen lasse sich auf dem Payment-Markt eher eine evolutionäre Entwicklung beobachten, bei der es höchstens innerhalb der einzelnen Bezahlverfahren zu Verschiebungen bei den jeweiligen Anbietern komme.

Klarna und PayPal weiter im Aufwind

Ein gutes Beispiel dafür ist die in Deutschland beliebteste Zahlart, der Kauf auf Rechnung. Das bestätigt auch Robert Hein, Geschäftsführer des E-Commerce-Dienstleister 004 GmbH: "In Deutschland sind die Bezahlvarianten Rechnung und Ratenkauf ein absolutes Must." Der E-Commerce-Experte gibt auch gleich einen Hinweis darauf, wer in dem Segment derzeit für die größte Dynamik sorgt: Vor allem Klarna habe sich hier in letzter Zeit sehr gut durchgesetzt.

Der schwedische Payment-Anbieter ist der führende Zahlungsdienstleister in den skandinavischen Ländern und ist in Deutschland seit 2010 aktiv. Mit einer Schwerpunktsetzung auf Rechnungs- und Ratenkauf versuchte Klarna nicht nur, sich vom Wettbewerb abzusetzen, sondern konnte auch zusammen mit Anbietern wie Billpay und Ratepay das Angebot der für Endkunden sehr bequemen Bezahlvarianten insgesamt vorantreiben.

Ebenfalls eine gute Dynamik verzeichnet laut der EHI-Studie PayPal. Der Bezahldienst konnte gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent zulegen. Klammert man Bezahlungen bei Amazon aus dem Marktbild aus, würde PayPal sogar auf einen Marktanteil von 25 Prozent kommen. Nach der Trennung von eBay Mitte 2015 will PayPal noch einmal zusätzlich Gas geben, wie Deutschland-Chef Arnulf Keese im Interview mit ChannelPartner bekräftigte: "Wir wollen zeigen, dass unsere Innovationskraft ungebrochen ist und dass wir uns nach der Aufspaltung in einer Aufbruchsstimmung befinden."

Für Payment-Experte Carlos Häuser handelt es sich dabei nicht nur um Marketing-Getöse: "PayPal hatte schon von dem Split von eBay eine sehr starke Marktstellung - bei Wallet-Zahlungen ist überwiegend PayPal im Spiel. Die neue Selbstständigkeit des Unternehmens kann da durchaus ein zusätzlicher Vorteil sein."

Ob der große Wurf allerdings bereits PayPal Plus ist, die All-in-One-Lösung, mit welcher der Bezahldienst kleinen und mittleren Händlern das Angebot von PayPal, Lastschrift, Kreditkarte und Rechnung aus einer Hand ermöglichen will, ist unklar. Schließlich handelt es sich hier um keine vollwertige Lösung, wie sie traditionell ein Payment Service Provider anbietet. "Die Idee ist zudem nicht neu - in der Vergangenheit hat beispielsweise Klarna mit seinem Checkout bereits eine ähnliche All-in-One-Lösung auf den Markt gebracht", berichtet Häuser.