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12.11.1999 - 

Diane auf der Jagd nach Abwassergebühren

Die Erlanger Stadtwerke kämpfen mit Altdaten

MÜNCHEN (CW) - Forciert durch drohende Jahr-2000- und Euro-Einführungs-Probleme löste die Erlanger Stadtwerke AG in diesem Jahr ihre 25 Jahre alte BS-2000-Lösung durch Standardsoftware ab. Zum Zuge kam dabei "Diane" von der Neutrasoft GmbH & Co. KG, Geven.

Die Verbrauchsabrechnung, Debitorenverwaltung mit Mahnwesen, ein Abfragesystem sowie Teilbereiche der Finanzbuchhaltung erledigen die Mitarbeiter der Stadtwerke nun mit Hilfe von Diane. Die restliche Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Materialverwaltung und die technische Zählerverwaltung handhaben die Erlanger mit der Siemens-Software "Siline".

Die Stadtwerke versorgen die 101000 Einwohner zählende Stadt mit Elektrizität, Wärme, Erdgas und Wasser. Zudem ist der Betrieb für den öffentlichen Personennahverkehr und ein Hallenbad zuständig. Die Defizite in diesen Bereichen finanziert die Gesellschaft mit den Gewinnen aus den Versorgungssparten. 1998 erwirtschafteten die Stadtwerke 5,9 Millionen Mark Überschuß bei Umsatzerlösen von 198,4 Millionen Mark. Darüber hinaus unterhält das Unternehmen, das der Stadt Erlangen gehört, ein Telekommunikationsnetz sowie Straßenbeleuchtungs- und Verkehrsanlagen und berechnet die Kanalbenutzungsgebühren.

Die Standardausführung von Diane konnte nicht alle Bedürfnisse der Stadtwerke abdecken. So mußte eine Schnittstelle zur Zählerverwaltung geschaffen werden. Besondere Anpassungen erforderte die Art und Weise, wie Umzüge bearbeitet und die Laufwege eines Zählerablesers beschrieben werden. Außerdem mußte die Alternative von Kaution und Sicherheitsleistung mit und ohne Verzinsung berücksichtigt werden.

Als spannnend aber erwies sich die Datenübernahme, da sich die Informationen in verschiedenen Altsystemen befanden. Hannes Zeitler, DV-Leiter bei den Stadtwerken, beschreibt den Prozeß: "Wir haben lange geübt." Anfang Oktober 1998 seien die Daten in das neue System überspielt worden. Dann wurde "geschaut, was ankommt", korrigiert und der "nächste Versuch" gestartet.

Was den Datentransfer erschwerte, war die gleichzeitig angestrebte Bereinigung des Bestands. Jetzt gibt es beispielsweise nur noch eine Kundennummer pro Abnehmer. Weiterhin können nun die treuhändisch verwalteten Wasser- und Abwassergebühren zusammen mit den anderen Versorgungsleistungen in einer Rechnung erfaßt werden.

Am 15. Januar schlossen die Erlanger die Datenübernahme ab, obwohl ursprünglich daran gedacht war, auch die Einzelbewegungen des vergangenen Abrechnungsjahres zu transferieren. Doch erwies sich dieses Vorhaben als zu ehrgeizig, wie die Stadtwerke heute einräumen. Die Übertragung der historischen Daten hatte bereits begonnen, als sich die Stadtwerke darauf besannen, lediglich die Salden zum Stichtag zu übernehmen, so daß das neue System seit Februar produktiv arbeitet.