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14.07.1978 - 

Getränkevertrieb bei Schulze-Weska in Kiel:

Die Fachabteilung erfaßt das Streckengeschäft

14.07.1978

Wesentlich ausbauen will die Kieler Firmengruppe Schulze-Weska (Getränke-Industrie) die computerunterstützte Streckenabrechnung, die ihre Bewährungsprobe in der Lebensmittel-Großhandels-Vergangenheit eines der Schulze-Weska-Partner bestand. Dabei ist die DV-Abrechnung des sogenannten Streckengeschäftes zwar ein besonderer - aber nicht immer beliebter - Zweig der EDV-Aufgaben in einem Handelsgeschäft.

Beim Streckengeschäft

- liefert der Hersteller die Ware direkt an die Verkaufsstelle, sei dies ein Einzelhändler oder aber eine Filiale;

- Die Rechnung geht vom Hersteller aber direkt an den Großhändler oder an die Filialzentrale;

- für den Einzelhändler schreibt jedoch die Großhandlung die Rechnung.

Wir haben es hier also um eine Trennung von Waren- und Belegfluß zu tun, die mit organisatorischen Mitteln ja nicht ganz leicht aufhebbar ist (siehe Diagramm).

Vorn Warenempfänger werden die Lieferscheine mit einem Tagesbegleitschein eingesandt, die wir dann bewerten.

Auf die rechtlichen Voraussetzungen , dieser Geschäftsverbindungen kann hier nicht eingegangen werden; auch sollen nicht die Gründe erläutert werden, die im Einzelfall zur Streckengeschäftsverbindung (als Gegenstück zur Zentrallagerlieferung) führen.

Welche Grundforderungen haben uns zu dieser Lösung geführt? Es waren dies die Punkte:

- Abstimmen der Lieferantenrechnung

- Möglichkeit der Sortimentskontrolle.

Besonders der letzte Punkt führte zu vielen Diskussionen: Denn soll im Interesse der Kunden einer Verkaufsstelle das Sortiment ausgeweitet werden, darf dies nicht zu einer Ausuferung des Warenangebotes führen. In jeder Verkaufsstelle soll aber das optimale Artikelangebot vorhandene sein.

Aus diesen Gründen entschieden wir uns für die artikelgenaue Erfassung: von Lieferschein und Lieferanten. Begonnen haben wir damit im Jahre 1986 - bis 1970 durch Übertragen der Lieferungen vom Lieferschein auf entsprechend vorbereitete Mark-Sensing-Lochkarten

- dann Erfassen auf Lochkarten entweder

- direkt von Lieferscheinen, die mit unseren Artikel-Nummern versehen waren; oder

- nach vorherigem handschriftlichen Eintragen unserer Artikel-Nummer auf dem Lieferschein (nur bei gelieferten Positionen)

- nach vorherigem Übertragen der Liefermengen auf eigene "lieferantenspezifische" Belegen.

Mit dem Zuwachs an Abrechnungsfällen führte dieses System immer mehr zu Zeit- und Personalengpässen.

Nach der Installation eines Datensammelsystems Philips X 1150 Anfang 1977 haben wir die Erfassung geändert, vereinfacht und in die Fachabteilung zurückverlegt.

Auf dem Datensammelsystem sind je Lieferant das gelistete und genehmigte Sortiment des Herstellers gespeichert.

Es wird je Lieferschein erfaßt:

- Kunden-Nummer des Empfängers

- Lieferdatum

- Lieferanten-Nummer oder Kurzname

Danach stehen der Sachbearbeiterin alle Artikel des Lieferanten zur Verfügung.

Sie gibt jetzt noch je Lieferzeile ein: Artikel-Nummer (des Lieferanten) und Liefermenge.

Selbstverständlich wird sofort die Artikel-Nummer auf Gültigkeit geprüft und auch, ob diese überhaupt zugelassen ist.

Im Ausgabesatz ist dann unsere Artikel-Nummer aufgeführt, mit der dann im EDV-System weitergearbeitet wird.

In besonderen Fällen können auch andere Informationen verarbeitet werden; wenn es nicht notwendig oder gar nicht zweckmäßig ist, mit dem einzelnen Artikel zu arbeiten, wie bei "Non-Food-Sortimentern".

Die Weiterverarbeitung in der EDV-Abteilung führt dann zum Schreiben, der "Proforma-Rechnung = bewerteter Lieferschein" und den Nachfolgearbeiten:

- Abstimmen mit der Lieferantenrechnung

- Berechnung an den Einzelhandel

- Sortimentskontrolle

- Empfängerbezogen

- Lieferantenbezogen

Besonders auf den letzten Punkt sei noch hingewiesen. Durch die Möglichkeit der individuellen Bewertung Lieferscheines je nach Vertriebsweg und dennoch einheitlicher Datenerfassung hat eine Großhandlung alle Möglichkeiten, wie sie im Lagergeschäft schon immer angewandt wurden, a(...) auf das Streckengeschäft zu übertragen.

Nicht unerwähnt bleiben soll zum, Schluß, daß es auch andere Wege der Abrechnung des Streckengeschäftes gibt, so pflegen wir bei einem anderen Vertriebsweg (mit rund 2000 Verkaufsstellen) den Datenträgeraustausch mit einem Lieferanten.

* Hermann Engstler ist EDV-ORG-Leiter bei Schulze-Weska