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24.09.1976

Die Fähigkeiten der nächsten Computer-Generation

BERLIN - Die Anzahl der weltweit benutzten Computer wird sich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln, wenn die Hersteller in der Lage sind, neue Systeme zu liefern, die in zufriedenstellendem Maße den Kundenanforderungen gerecht werden", erklärte O. H. Rothenbücher, Arthur D. Little, Inc., beim 2. IKD in Berlin. In seinem Referat "Die Fähigkeiten der nächsten Computer-Generation" zeichnete Rothenbücher ein "Bild" davon, wie die "neuen Systeme" aussehen werden:

Derartige Systeme sind in der Lage, sich mit weitgehender Automatik in der Ablaufregelung, der Betriebsmittelsteuerung, der Speicherverwaltung und der Steuerung der Datenübertragung, den jeweiligen Veränderungen der bestehenden Bedingungen anzupassen. Ein solches System bezeichnen wir als virtuelles System.

Es ist weitestgehend selbstplanend und selbststeuernd und erhält alle von außen kommenden Hinweise in Form hochentwickelter Programmsprachen. Alle Betriebshinweise (Ablaufanforderungen, Abfragen, Verbuchungsanweisungen, Programmkompilationen, Berichtsanforderungen etc.) werden der Dialog-Planungseinheit des Systems zugeleitet.

Die Dialog-Planungseinheit überprüft die eingegangenen Anforderungen, identifiziert eventuelle Probleme - etwa fehlerhafte Ablaufsteuerungsangaben JCL -, prüft das Vorhandensein der erforderlichen Betriebsmittel und plant die jeweiligen Abläufe vor.

Prinzipiell wird die Verwirklichung der komplexen Benutzerwünsche durch den enormen Fortschritt in der Leistungsfähigkeit der verfügbaren technologischen Komponenten emöglicht. Es ist anzunehmen, daß erhöhte Geschwindigkeit und geringere Kosten der elektronischen Schaltkreiskomponenten über die nächsten fünf Jahre zu einer zehnfachen Verbesserung des Kosten-Leistungsverhältnisses führt. Wirtschaftlichkeitserwägungen in der Herstellung der hochgradig integrierten Schaltkreise werden in steigendem Maße zur Standardisierung der Komponenten führen, deren Funktion dann mehr und mehr von eingegebenen Mikroprogrammen bestimmt wird. Erhöhte Speicherdichten bei verringerten Kosten bringen die elektronische Speicherung in effektive Konkurrenz mit der gedruckten Form, und formfreie Ein- und Ausgabegeräte werden den Übergang von einer Methodik zur anderen erleichtern: Optische Lesegeräte, Tintenstrahl-, Laser- oder elektrostatische Bilderzeuger werden herkömmliche Typendrucker ablösen und die verbundenen Betriebsvorgänge für den Benutzer vereinfachen.

Während bislang bei herkömmlichen Datenverarbeitungssystemen in einer Zentraleinheit meist alle Funktionen abzuwickeln waren, zeichnet sich für die kommende Computer-Generation eine Struktur ab, in der die verschiedensten Funktionen auf eine dem Umfang der zu bewältigenden Aufgaben entsprechende Anzahl von Einzelmodulen verteilt werden. Diese werden in ihrer Grundstruktur weitgehend standardisiert sein und so den Anforderungen der Wirtschaftsneutralität entsprechen. Während für Prozessoren der bisherigen Konzeption die Funktionszuweisung meist durch die interne Verdrahtung gegeben und, einmal erfolgt, fixiert war, wird den Modulen der nächsten Computer-Generation ihre Funktion aus der Software zugewiesen.

Speicherung variabler Logik

Besteht nun die Möglichkeit, Funktionen nach Bedarf und Belieben zuzuweisen, zu löschen und durch andere Funktionen zu ersetzen, so können die Funktionen von Prozessoren und Steuereinheiten derart angepaßt und ausgewechselt werden, daß eine reaktive dynamische Rekonfiguration von Systemstrukturen erfolgen kann. Die Ausdehnung dieses Prinzips vom Modul auf ein gesamtes System fährt dann zur Verwirklichung des Konzepts der virtuellen Maschine.

Die Aufgliederung der bisher monolithischen Betriebssysteme in funktionsorientierte Einzelmodule hat ebenfalls begonnen, und mit ihr der Wandel von kostenloser Verfügbarkeit zur monatlichen Lizenzgebühr.

Automatische Dateiverwaltung

Die vielfältigen Aufgaben, die mit der Dateipflege verbunden sind (Spur- und Zylinderzuweisung, Indizierung, Raumverwaltung, Hierarchiestufenverknüpfung, Vorgangsjournalisierung, Kopieerstellung für Rekonstruktionszwecke etc.) lassen sich weitgehend mittels automatischer Routinen in einem Dateisteuerungssystem bewältigen.

Automatische Datenübertragungssteuerung

Hierin sind die Funktionen zusammengefaßt, die mit der Abwicklung des Datenverkehrs zwischen dem Computer und anderen Ausgangs- und Empfangsstationen zusammenhängen. Sie überwacht die jeweiligen Charakteristiken der Nachrichten, der Übertragungsanforderungen und der verfügbaren Leitungen und Routen und nimmt die entsprechende Anpassung der vorhandenen Kapazitäten auf den jeweiligen Bedarf vor.