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22.02.1991 - 

Technik-Frauen kritisieren Bundestag

Die Forschungspolitik soll sich mehr am Anwender orientieren

FRANKFURT (CW) - Engagierte DV-Frauen haben den Bundestag in einem offenen Brief aufgefordert, sich für ihre Belange einzusetzen: Die staatliche Forschungspolitik im Bereich Informationstechnik sollte sich weniger um das Wohlergehen der DV-Hersteller kümmern, sondern eher Probleme wie Frauenförderung und soziale Auswirkungen der IT aufgreifen.

Initiatoren dieser Aktion sind Vertreterinnen der Gesellschaft für Informatik, der IG-Metall und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Ausgangspunkt der Kritik ist das "Zukunftskonzept Informationstechnik", das die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode verabschiedet hat. Die Verfasserinnen des offenen Briefes werfen der Regierung vor, in ihrem Konzept nur die ökonomischen Interessen der Computerindustrie zu sehen und dabei das technisch Machbare mit dem technisch Sinnvollen verwechselt zu haben.

Die Informationstechnik werde zudem als Allheilmittel zur Verbesserung der Arbeitswelt gesehen, wobei vergessen werde, daß damit auch die Schaffung neuer unfallträchtiger und gesundheitsschädlicher Arbeitsplätze wie in der Chipherstellung einherginge. Die Verantwortlichen vernachlässigten zudem negative soziale Auswirkungen wie Verschlechterung der Kommunikation durch Bildschirmarbeitsplätze.

Ein besonders trauriges Kapitel bildet laut den Initiatorinnen die Frauenpolitik im DV-Bereich. Hier mangele es an Maßnahmen zur betrieblichen Frauenförderung, durch die mehr Frauen qualifizierte Positionen in technischen Berufen erlangen könnten. Zudem müßten die Technikfolgen stärker beachtet werden. Dies betreffe Datenschutz und Datensicherheit sowie die ergonomische Ausrichtung bei Software-Entwicklungen.