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04.11.1994

Die Fotoindustrie muss sich umstellen Knapp ueber Briefmarkengroesse: Flash-Speicher fuer unterwegs

MUENCHEN (CW) - Der Welt kleinstes Wechsel-Speichersystem stellte die kalifornische Sundisk Corp. mit dem "Compact-Flash" (CF) vor. Damit, so der Hersteller, wird sich in vielen Bereichen der Markt aendern.

Der Markt fuer Flash-Karten kommt erst zur Jahrtausendwende so richtig in Schwung, prognostizieren die Marktforscher von Frost & Sullivan. Die neueste Studie ueber Peripherie- und Flash-Karten fuer PCs zeigt den Wachstumspfad fuer die kleinen, schnellen Speicher auf: Lag deren weltweiter Anteil an diesen Karten 1993 bei 17 Prozent (zum Vergleich: RAM-Karten erreichten 47 Prozent), so wird sich die Quote auf 47 Prozent im Jahr 2000 steigern. Als Gruende fuer dieses Wachstum sieht Frost & Sullivan neben sinkenden Preisen und der Kompatiblitaet dank PCMCIA die vielfaeltigen Einsatzmoeglichkeiten der Flash-Karten. Als Marktfuehrer in diesem Bereich konnte sich die Sundisk Corp. aus Santa Clara etablieren, die nach eigenen Angaben derzeit 60 Prozent aller Massenspeicher mit Flash-Technik liefert. Das Unternehmen, das strategische Allianzen mit der Seagate Technology Inc. - die mit 25 Prozent an Sundisk beteiligt ist -, Matsushita, NEC und AT&T unterhaelt, stellte kuerzlich mit der Compact-Flash sein neuestes Produkt vor, das kaum groesser als eine Briefmarke ist.

Mit den Abmessungen von 36 mal 43 mal 3,3 Millimetern reduzierten die Amerikaner betraechtlich den Formfaktor und spekulieren dabei auf den Einsatz der CFs in Kameras, Mobiltelefonen oder PDAs. Auf einem CF mit 2 MB lassen sich mit Datenkompression rund 24 digitale Fotos speichern, die sich danach im PC weiterbearbeiten lassen. Der "Flash-Film" selbst kann Tausende Male wiederverwendet werden, ein Umstand, der Hersteller von herkoemmlichen Filmen wie Kodak zu neuen Techniken zwingt. Aber auch der Fotoladen an der Ecke wird sich umstellen muessen: Statt Entwicklerlabors werden demnaechst PCs mit Farbdrucker die Urlaubsfotos ausgeben.

Sundisk legt die Spezifikationen fuer den Massenspeicher offen und will sie interessierten Firmen unter der Voraussetzung, dass die CF-Spezifikationen eingehalten werden, kostenlos zugaenglich machen.

Der kleine Flash-Speicher enthaelt einen 32-Bit-Chip, der zusammen mit Matsushita entwickelt wurde, und einen Ein-Chip-ATA-Controller mit integrierter 68000-Core-CPU von Motorola. Der CF selbst ist mit einem 50-Pin-Anschluss ausgestattet und erreicht ueber einen Typ-II-Adapter die vollen elektrischen und mechanischen Leistungswerte der PCMCIA-Spezifikationen. Ueber diesen Adapter, der unter zehn Dollar kosten soll, lassen sich die gespeicherten Daten beispielsweise aus einer Kamera in normale PCs und sonstige Geraete mit Schnittstellen fuer ATA-Karten vom Typ II oder III uebertragen. Sundisk garantiert volle Vorwaerts- und Rueckwaertskompatibilitaet, Interoperabilitaet und Austauschbarkeit.

Angeboten werden zunaechst Kapazitaeten von 2, 4, 10 und 15 MB, die sich ueber die aufgespielte Datenkompressionssoftware Stacker optional verdoppeln lassen. Die Preise liegen zwischen 75 Dollar fuer den 2-MB-Speicher und 250 Dollar fuer 15 MB Kapazitaet. Ab dem zweiten Quartal 1995 sollen die kleinen Flash-Chips verfuegbar sein; in Deutschland uebernehmen Altec, Tekelec und CSM die Distribution.