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08.12.1989 - 

Markt-Konzentration bei Mainframe-Anwendungen

Die Fusion von MSA mit M&D stärtkt den Einfluß der IBM

08.12.1989

MÜNCHEN (gfh) - Big Blue drängt vehement ins Software-Geschäft. Durch die bevorstehende Fusion zwischen McCormick & Doge (M&D) und Management Science America (MSA) entsteht das weltweit größte Software-Unternehmen für kommerzielle Mainframe-Standardprogramme. Und IBM ist mit einem Sitz im Board of Directors des neuen Unternehmens vertreten .

Wenn die amerikanische Antitrust-Behörde keinen Einspruch erhebt, ist das Geschäft perfekt: Für 333 Millionen Dollar hat Dun & Bradstreet, ein weltweiter Konzern für Infiormationsdienstleistungen mit einem Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Dollar, MSA gekauft, um es seiner Tochter M&D zu verschmelzen. Das neue Unternehmen soll Dun & Bradstreet Software-Service heißen und der weltweit größte Anbieter von Standard-Software im Großrechnerbereich werden.

Vorstandsvorsitzender der neuen Gesellschaft wird der bisherige MSA-Chef, John P. Imlay; den Posten seines Stellvertreters übernimmt Frank H. Dodge, Präsident von M&D. Beide behalten zudem ihre bisherigen Positionen. Von Dun & Bradstreet wird der geschäftsführende Vizepräsident Volnay Taylor in den neuen Vorstand entsandt, dem auch J. William Scruggs, Direktor des Bereichs Geschäftsentwicklung bei der IBM und Präsident der Satellite Transponder Leasing Corp. angehört.

MSA-Chef Imlay: "IBM braucht uns für SAA"

"Wir hegen keinerlei Bedenken gegen einen Sitz der IBM im Board", so Herbert F. Steinbach, Vertriebsdirektor von M&D Deutschland, "beide Unternehmen arbeiten traditionell eng mit IBM zusammen, setzen voll auf das SAA-Konzept und sind hier auch IBM-Partner für Office-Vision-Projekt."

Ähnlich positiv äußerte sich MSA-Chef Imlay, bei dem sich die Armonker im Mai mit fünf Prozent einkauften. "IBM braucht uns, um SAA zu unter stützen."

Mit dem Kaufpreis von 333 Millionen Dollar haben Dun & Bladstreet ein früheres Angebot von Computer Associates (CA) im Höhe von 191 Millionen Dollar erfolgreich überboten. Bis Anfang des Jahres muß der neue Besitzer jedoch noch 55 Prozent der MSA-Aktien zum Stückpreis von 18,50 Dollar auslösen. Auch IBM wird ihre Anteile an MSA zu diesem Preis abgeben.

Laut Dun & Bradstreet wirken sich diese Investitionen nicht auf die Gewinne des Gesamt-Unternehmens aus. Allein MSA habe bei einem Umsatz von fast 200 Millionen Dollar zehn Millionen Dollar eingebracht. Erst in diesem Jahr ist es MSA gelungen, wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Bisher galten die beiden Unternehmen MSA und M&D als Erzrivalen im Bereich IBM-Standardsoftware. Während M&D dort vor allem auf das Finanz- und Rechnungswesen spezialisiert ist hat MSA mehr Erfolg im PPS-Bereich.

Die neue Gesellschaft wird so die Konzernmutter, die Produktlinien beider Unternehmen in vollem Umfang weiterführen .

Auch die Unternehmenszentralen der beiden Unternehmen bleiben vorerst erhalten. In Deutschland wird die zukünftige Dun & Bradstreet Software Service von Köln und Düsseldorf aus operieren. +

Software-Ernte Ó la IBM

Big Blue, als unbeholfener Software Bauer bekannt, hat auf diesem Feld nie geackert und kaum gesät und bereitet jetzt dennoch das Einfahren der Ernte vor. Die Arbeit hat dieser multinationale Landlord seinen "Horigen" überlassen, die er nun mit dem Kampf- und Lockruf "SAA" zur Ernteschlacht ruft. Und das Fußvolk der sogenannten "Independent Software-Vendors " kommt hilfsbereit und mit reichen Ertragshoffnungen angelaufen.

So verlockend klingt der SAA-Ruf nach Gold im noch ungefüllten Beutel, daß der Informationsdienstleister Dun & Bradstreet zwei eingeschworene SAA-Jünger - die Unternehmenstochter McCormack & Dodge und die extra zugekaufte MSA - zum größten Unternehmen für kommerzielle Mainframe-Software zusammenschmieden möchte. Und um die IBM-Verbundenheit noch zu unterstreichen, wird ein Knappe im blauen Zweireiher dem neuen Board of Directors angehören.

Der neue Software-Riese soll offensichtlich einen Platz möglichst nahe am Ohr seines Herrn erhalten.

Doch wer in Anlehnung an einen mächtigen Herrn reiche Ernte einfahren möchte, gerät leicht in die Abhängigkeit desselben. Nur allzu rasch werden aus freiwilligen Erntehelfern Lohndiener oder gar Leibeigene. gfh