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20.04.1979 - 

Parallelen zur EDV-Landschaft in der Lambsdorff-Eröffnungsrede zur Hannover-Messe:

Die Größe eines Anbieters kann Wettbewerb entmutigen

HANNOVER - Im großen und ganzen gute Stimmung auf der Hannover-Messe (siehe auch Nixdorf), wobei diese Stimmung offensichtlich von jenen verbreitet wird, die als Markt herhalten sollen: die mittelständischen Unternehmen. Da nunmehr bereits rund 80 Prozent der Aussteller in Hannover mittlere und kleinere Unternehmen wären, möchte Bundeswirtschaftsminister Dr. Otto Graf Lambsdorff dies künftig bei seinem Messerundgang "organisatorisch berücksichtigt wissen".

Lambsdorff widmete dem unternehmerischen Mittelstand, auf den sich auch das CeBIT-Angebot weitgehend ausgerichtet hat, nach einem Exkurs in energiepolitische Tagesfragen den wettbewerbsrechtlichen Teil seiner Eröffnungsrede zur Hannover-Messe 1979. Er hakte bei dem Vorwurf ein, das Kartellrecht werde "instrumentalisiert und für strukturpolitischen Dirigismus mißbraucht". Lambsdorff: "Wettbewerbspolitik ist Strukturpolitik."

Ein auch für die EDV-Szene typisches Bild zeichnete der Bundeswirtschaftsminister mit der Aussage: "Die Größe eines Unternehmens kann dann wettbewerbspolitisch gefährlich werden, wenn die Konkurrenten disproportional kleiner sind und durch das Auftreten des Riesen weitgehend entmutigt und in ihren Wettbewerbsbemühungen gedämpft werden."

Lambsdorff konterte in seiner Rede auf die Erklärungen von Bernhard Knapp, Präsident des Vereins Deutscher Maschinenbau-Anstalten (VDMA), der sich zuvor darüber daß Subventionierung "in der gesamten Wettbewerbslandschaft zu einer Umweltverschmutzung ungeahnten Ausmaßes führe", und es als Unding bezeichnete, "wenn man Geld, das vorher allen tüchtigen Unternehmern in Form von Steuern weggenommen wurde, nach Abzug immenser Verwaltungsaufwendungen an jene verteilt, die sich mehr oder weniger erfolgreich durch den Dschungel der Förderungsbürokratie gekämpft haben." Lambsdorff: "Es wäre gut, wenn von der öffentlichen Hand weniger gefordert würde."