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27.02.1981 - 

CW befragt 13 Hersteller zu Minicomputer-Trends in der Bundesrepublik:

Die Großrechner von heute sind die Minis von morgenMÜNCHEN (ha) - Gutes Minicomputer-Design hieß für Hersteller wie Digital Equipment, Data General oder Perkin-Elmer jahrelang "möglichst wenig architektonische Schnörkel". Wichtigstes Entwicklungsprinzip

d 8100-IBM-Markt), müssen die Hersteller auch in Hardware-Leistungen investieren. Andererseits reduzieren die Mainframer die Preise ihrer Zentralrechner; die Preisstellung der Minis wird zur kaufmännischen und Marketing-Überlegung. Somit könnten die Hardware-Preise gehalten werden und Hardware-Preissteigerungen über die Software-Preispolitik sowie Service-Leistungen aufgefangen werden.

Zu Frage 5:

Im Distributed-Processing-Bereich wird sicherlich der Mikrocomputer die Minis dort verdrängen, wo Funktionalität vor "Sophistication" gestellt wird: intelligente, dedizierte Mikrocomputer-Terminalsysteme in einem horizontalen und/oder vertikalen Netzwerk-Konzept mit einem oder mehreren Zentralrechnern.

Auch im Ausbildungsbereich wird der Mikrocomputer den Mini schon aus Preis-/Leistungsgründen von drängen.

Aufgrund der High-Level-Anwendungssoftware, die im Produktionsbereich eingesetzt wird, wird hier die volle Leistung des Minis gefordert; er findet hier seine Bestätigung.

Dort, wo ein integriertes DV- und Textverarbeitungssystem gesehen wird, findet der Mini sicherlich seine Berechtigung, da eine hohe Anwendungs- und Compiler-Sophistication unterstellt werden muß.

Sollte jedoch entweder Textverarbeitung oder Datenverarbeitung oder ein dediziertes System-Konzept mit beiden gesehen werden, so erhält der Mikrocomputer aus Preis-/Leistungsgründen den Vorrang.

Anders sieht es bei technisch-wissenschaftlichen Anwendungen aus: Je anspruchsvoller die Anforderungen sind, desto mehr wird der Mini sich durch seine Leistungsmerkmals bestätigen.

SEL Standard Elektrik Lorenz AG, Pforzheim Unternehmensgruppe Audio Video Elektronik - Mikrocomputer/Lehrsysteme -

Zu Frage 1:

Ja, aber in begrenzterem Umfang.

Zu Frage 2:

Langfristig über Distributoren beziehungsweise qualifizierte Vertriebspartner (Systempartner).

Zu Frage 3:

Turnkey-Systeme bieten sich für den Small-Business-Bereich geradezu an.

Zu Frage 4:

Hardware-Preise werden zunächst stagnieren, steigen dann wieder leicht an.

Zu Frage 5:

Einsatzschwerpunkte: Ausbildung, Textverarbeitung und betriebswirtschaftliche Aufgaben im allgemeinen in Kleinunternehmen und dezentral in Großunternehmen (Personal Computer).

Sperry Univac, Sulzbach/Ts.

Zu Frage 1:

Die Einordnung des Minicomputers zwischen Mikro- und Small-Business-Computern hat heute nur noch begrenzt Gültigkeit. Nicht allein wegen der weit über den Small-Business-Bereich hinausgehenden Leistungsfähigkeit, sondern insbesondere unter einer geänderten Betrachtungsweise, welche weg vom reinen Hardware-Vergleich zur Suche nach der erforderlichen Anwendungslösung und damit zu einer Gesamtbetrachtung der Möglichkeiten von Hardware und systemnaher Software tendiert. In diesem Sinne ist Ihre Frage mit ja zu beantworten. Die besonderen Stärken des Minicomputers, etwa die feine Konfigurierbarkeit von Hard- und Softwarekomponenten sowie die einfache Adaption spezialisierter Peripheriegeräte werden weiterhin ausschlaggebend in bestimmten Einsatzgebieten sein.

Zu Frage 2:

Bei der Fülle der sich täglich neu zu erschließenden Anwendungsmöglichkeiten ist es keinem EDV-Hersteller mehr möglich; alle Bereiche selbst abzudecken. Minicomputer werden daher schon heute zum großen Teil über Systemhäuser vertrieben. Der Direktvertrieb wird sich weiterhin an den Anwenderkreis richten, dessen Aufgabenstellungen umfangreiche Minicomputer-Installationen erfordern und den Aufbau eigenen Know-hows wirtschaftlich machen. Die Umsatzverteilung wird rund 60 Prozent Direktvertrieb und 40 Prozent über Systemhäuser betragen.

Zu Frage 3:

Das Bestreben der Minicomputer-Anwender geht verstärkt nach schlüsselfertigen Lösungen, insbesondere wenn es sich um Einzelinstallationen mit dedizierter Aufgabenstellung handelt. Daneben gibt es jedoch weiterhin Anwendungen, die über von Herstellern oder Systemhäusern angebotene modifizierbare Anwendungssoftware hinausgehen und die so komplex und/oder unternehmensspezifisch sind, daß der Aufbau einer eigenen Programmierkapazität wirtschaftlich sinnvoll ist.

Zu Frage 4:

Die technologische Entwicklung wird auch in Zukunft eine weitere Verbesserung des Preis-/Leistungsverhältnisses zur Folge haben. Dem stehen stetig wachsende Anforderungen der Anwender nach komfortablen und leistungsfähigeren Systemen gegenüber, die insgesamt zu einer Anhebung des Preisniveaus führen können.

Zu Frage 5:

In dem "historischen" Einsatzbereich der Minis, der Prozeßautomation, werden in Zukunft verstärkt Mikros für die eigentliche Prozeßsteuerung an den Maschinen zum Einsatz gelangen. Die Einplanung und Steuerung der Mikros wird jedoch weiterhin Aufgabe eines Minis sein.

Das Haupteinsatzgebiet der Minicomputer ist langfristig sicherlich der Bereich Distributed Processing. Die besonderen Stärken im Kommunikationsbereich bieten für dedizierte Aufgabenstellungen die benötigten Lösungen. Für Zwecke der Ausbildung und der technisch-wissenschaftlichen Anwendung wird in Zukunft verstärkt der Trend zu 32-Bit-Rechnern gehen.

Fritz Jörn, Tandem Computers, Frankfurt

Zu Frage 1:

Als Außenseiter der Mini-Szene können wir hoffentlich neutral antworten, denn Tandem Computers nutzt die sinkenden Hardwarekosten pro Einheit nicht, um immer noch kleinere Rechner zu bauen: Wir setzen auf Parallelverarbeitung für Online-Zugriff zu Datenbanken und auf Redundanz für Ausfallschutz. Tandems Nonstop-System ist kein Mini, schon vom Preis her.

Der traditionelle Mini zwischen Mikro und MDT ("Small-Business-Computer") ist fehl am Platz: Kommerziell wird der Mini zum MDT-System, für technisch-wissenschaftliche Anwendungen bleibt seine Rolle erhalten.

Zu Frage 2:

Tandem verteilt die Nonstop-Systeme gerne direkt an den Endkunden. Vertrieb und Vertriebsunterstützung sind darauf eingestellt. Das Tandem-System ist ein Universalsystem. Minis für speziellen. Einsatz in der MDT brauchen angepaßte Anwendersoftware, also Systemhäuser. Und Mikros, die ohne Applikationssoftware über den Ladenfisch verkauft werden, brauchen gute Händler.

Zu Frage 3:

Die Verarbeitung der EDV-Daten braucht immer noch Programmierung - die Abfrage der Informationen (und die Information liegt in der Verbindung der Daten) erfolgt aber immer mehr direkt vom Endbenutzer per Datenbank-Query.

Zu Frage 4:

Zu den Minis-Preisen möchten wir keine Angaben machen.

Zu Frage 5:

Gutes Wachstum für Minis ist bei Distributed Processing und Textverarbeitung zu erwarten. Tandem-Systeme, die auch große Datenmengen im parallelen Zugriff auf einer auch geographisch verteilten relationalen Datenbank extrem schnell verarbeiten können, finden besondere Märkte im Bereich der Transaktionsdatenverarbeitung und der Abfragesysteme zur Entscheidungshilfe ("Decision Support Systems" - was man früher pompös "Management Information System" nannte). Anfragen an relationale Datenbanken können spontan und sehr flexibel entscheidende Informationen bringen.