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Midrange-Tochter bereitet anscheinend Probleme

Die Hamburger GMO will Teile des Soba-Managements entlassen

19.07.1991

MÜNCHEN (bk) - Vor einem organisatorischen Umbruch steht offenbar die Hamburger GMO AG. Hauptbetroffene der Struktur- und Personalmaßnahmen werden dabei die operativen Gesellschaften der Midrange-Tochter Soba Software AG, Köln, sein. Über das Ausmaß der geplanten Veränderungen wollte die GMO bis zum CW-Redaktionsschluß indes keine konkreten Aussagen machen.

Vor knapp zwei Jahren hatte die GMO Gesellschaft für Management und Organisation AG, Hamburg, über ihre Züricher Dependance das Kölner Softwarehaus Soba mehrheitlich (knapp über 50 Prozent) übernommen. Mit diesem Deal strebten die Norddeutschen an, über die Domstädter künftig auch im IBM-Midrange-Sektor Fuß zu fassen, um so zusammen mit der Mainframe-Beratung zunehmend komplexe Projekte durchführen zu können.

Bereits ein halbes Jahr später erklärte Niklaus Dobler, mittlerweile Vorstandsvorsitzender der GMO und auch der Soba Software AG: "Ich habe den Vorsitz der Soba übernommen,

um sicherzustellen, daß die Synergien der Kooperation GMO/ Soba möglichst rasch Früchte tragen." Und: "Den Weg, den die Soba bis jetzt gegangen ist, wird sie auch weiterhin verfolgen. Wir streben ein Wachstum an, das über dem Durchschnitt liegt. "

Ende letzten Jahres - die GMO war inzwischen selbst zu zirka 41 Prozent in den Besitz der Londoner BIS Ltd., einer 100prozentigen Tochter der amerikanischen Telefongesellschaft Nynex Corp, übergegangen - stockten die Hamburger die Beteiligung an den Kölnern auf 78 Prozent auf; erworben wurden die Soba-Anteile des schwedischen Softwarehauses IBS, rund 25 Prozent. Der Rest der Soba-Aktien wird - wie schon zuvor - im Stuttgarter Telefonverkehr gehandelt. Im März schließlich leitete die GMO die Umfirmierung der sechs operativen Gesellschaften der Kölner Midrange-Tochter in GMO Software GmbH beziehungsweise GMO Anwendungssysteme GmbH ein.

Die Freude der Hamburger DV-Beratungsgesellschaft am Soba-Deal scheint dennoch nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Aus unternehmensnahen Kreisen verlautete, daß die Kölner sich damals weit über Wert verkauft hätten, daß das Potential, das GMO mit Soba erwarb, in keiner Relation zum Kaufpreis, der nie bekannt gegeben wurde, gestanden habe. Mittlerweile sei der Midrange-Spezialist zudem in große finanzielle und wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Deshalb ist nun offenbar eine Aufräumaktion angesagt. Branchen lnsider erklärten gegenüber der CW, die GMO denke zwar nicht daran, sich von den Soba-Aktivitäten oder den Mitarbeitern zu trennen, wohl aber komme es zu einem "harten Management-Rausschmiß". Die GMO-Zentrale war zu einer konkreten Stellungnahme nicht bereit. Innerhalb der GMO-Gruppe, so hieß es, werde es "einige interessante personelle wie

Organisatorische Änderungen" gegeben. Letztere seien zum Teil weitreichend und auch außerhalb der Gesellschaft von Interesse. Trotz aller Zurückhaltung wurde aber bestätigt, daß Teile des Soba-Managements vor der Entlassung stünden.