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11.05.1979 - 

COMPUTERWOCHE Round-table-Gespräch im CeBIT:

"Die heile Welt ist keineswegs vorhanden"Die Verantwortung für den Einsatz der Datenverarbeitung im Unternehmen hat das Top-Management. Doch das Management ist offensichtlich nicht ausgebildet und nicht vorbereitet, um seine Anforderungen an das Instrume

h ausgedrückt haben, definieren Sie ein klassisches

Mißtrauensverhältnis, wie man es zum Beispiel im Einzelhandelsladen hat, wo ein Sonderangebot liegt, in der Absicht festzustellen, merkt er's oder merkt er's nicht. Ich glaube, so ist die EDV-Branche nicht. Wir sind keine Lieferanten, sondern wir sind etwas anderes, ich habe keinen Namen dafür . . .

COMPUTERWOCHE: . . . Vertrauensleute des Erfolges?

Lutz: Jedenfalls gehört auch nach unseren Vorstellungen der Entscheidungsfällende oder Entscheidungsträger in den Prozeß mit hinein. Und hier betreiben wir wirklich Aufwände, um sowohl die Vorstände als auch die Sachkompetenz mit unseren Argumenten zu beliefern.

Schüpferling: Die COMPUTERWOCHE hat jetzt mit dieser Frage das Zusammenspiel zwischen Top-Management und DV-Bereich angeschnitten. Das heißt, eine solche Situation kann tatsächlich ja nur dann auftreten, wenn der Vorstand nicht versteht, das Instrumentarium EDV sinnvoll einzusetzen.

Und es ist tatsächlich - da gebe ich Herrn Brack vollkommen recht - die Frage, daß der Vorstand sich auch um den Einsatz der Datenverarbeitung kümmern muß. Es kann nur der Vorstand sein - und auch er hat nur die Kompetenz - abgeleitet von der Unternehmenszielsetzung, abgeleitet von der dazugehörigen Strukturorganisation und das, was er vorhat, eine Marketing-Konzeption an Produktpolitik, was immer er auch tun will - daraus abgeleitet eben das geeignete und wirtschaftliche DV-Instrumentarium einzusetzen.

Und es ist erforderlich, daß sich das Top-Management auch dafür engagiert. Es ist einfach nicht damit abgetan, daß man sich einen DV-Fachmann einstellt die Aufgabe delegiert und meint, damit seien alle Probleme gelöst. Das ist eben keinesfalls so zu lösen.

COMPUTERWOCHE: Nur ist es bislang doch so, daß EDV als Profession nicht gerade schnurstracks in den Vorstand führte. Oder kennen Sie Unternehmen in der Bundesrepublik, in dem der EDV-Manager Vorstand wurde?

Schüpferling: Doch, das gibt's tatsächlich, zum Beispiel im Versicherungbereich. Es ist zunehmend so, weil man erkannt hat, daß dieses Instrumentarium so sehr wichtig ist, daß man zunehmend den Organisations- und DV-Mann im Vorstand findet, der einzig für Organisation und Datenverarbeitung zuständig ist. Und das scheint mir ebenso wichtig zu sein.

Es gibt leider auch noch Vorstandsressorts, wo man unterschiedliche Zuständigkeiten hat, einmal zur Organisation hin, da gibt es womöglich noch die technische DV und dann die kommerzielle DV. Dann können Sie sich vorstellen, was da im Unternehmen los ist. Das ist dann nur noch ein offener Grabenkampf und es wird nicht mehr darüber nachgedacht, wie man das Unternehmen sinnvoll voranbringen kann.

COMPUTERWOCHE: Sie tun jetzt so, als ob das Glück der Vollendung bereits da wäre, als hätte dieser Wandel bereits stattgefunden: Sie tun als benötige der EDV-Spezialist im Unternehmen heute nicht mehr das Wissen über Technik, das System, als wäre er frei von diesen Dingen und könne an die planerischen Aufgaben herangehen. Die Behauptung war nun schlichtweg, dies ist keine Realität. Und die Frage ist: Haben die Hersteller, haben die sonst noch Involvierten bisher genug getan, um diesem Zustand ein Ende zu bereiten? Und: Wie weit sind wir von diesem Idealzustand entfernt?

Schüpferling: Das wäre ein vollkommenes Mißverständnis, wenn durch meine Argumentation der Eindruck entstanden wäre, daß wir diese heile Welt, wo alles schön zusammenspielt, bereits hätten. Das ist keinesfalls der Fall. Ich wollte nur als Beispiel aufzeigen, daß man das Problem erkannt hat und daß darauf ein Trendwandel, das eben in der Form zu tun, einsetzt.

Daß es nicht überall so ist - das ist keine Frage. Aber ich selbst bin immer gerne bereit, bei Anlässen wie heute beispielsweise, dafür das Wort zu reden. Und ich sehe auch hier für ein Medium wie die COMPUTERWOCHE durchaus eine Aufgabe - genauso wie für Hersteller - dafür Sorge zu tragen, daß solche Dinge kommuniziert werden.