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05.02.1999 - 

Expertenrunde auf der OOP

"Die heutige Programmierpraxis ist durch Unikate geprägt"

MÜNCHEN (as) - Objektorientierte Sprachen sind hoffähig geworden. Die objektorientierte Modellierung wird hingegen kaum genutzt. In einer Podiumsdiskussion auf der OOP machten Branchenkenner vor allem fehlende Sprachkonventionen dafür verantwortlich.

Die reine Lehre der Objektorientierung hat sich in der Praxis noch nicht durchgesetzt. Insbesondere die als Standardnotation propagierte Unified Modelling Language (UML) ist laut Diskussionsteilnehmer Michael Stal von der Siemens AG bei der Planung von Projekten kaum anzutreffen. Den Grund für das mangelnde Interesse sieht Werner Franz vom Frankfurter Softwarehaus Newline vor allem darin, daß Unternehmen derzeit ihre meiste Energie in die Öffnung ihrer Altanwendungen in Richtung verteilter komponentenbasierter Architekturen steckten und nicht in die Neuentwicklung übergreifender OO-Systeme.

Dies bestätigt auch Ulrich Eisenecker von der FU Heidelberg: "Die heutige Programmierpraxis ist immer noch durch die Entwicklung von Unikaten für einen bestimmten Anwendungszweck geprägt." Objektorientierung verlange aber, daß der Entwickler die Perspektive von einem separaten System hin zu "einer Familie von Systemen" wechselt. Unternehmensberater Nicolai Josuttis warf jedoch ein, daß vor dem Aufbau solcher unternehmensweiten Architekturen die Begrifflichkeiten der OO-Modellierung eindeutig geklärt sein müßten: "Wenn es keinen Sammelbegriff für die OO-Programmierung gibt, werden je nach Problemstellung immer einzelne Paradigmen die Entwicklungsarbeit dominieren." Georg Heeg vom gleichnamigen Systemhaus sieht deshalb in der weiteren Ausarbeitung der UML eine der dringlichsten Aufgaben für die Zukunft: "Ich hoffe, daß die Open Management Group endlich das OO-Konzept standardisiert und die bisherige sprachliche Arbeit darin eingeht."