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07.12.2004

Die Hypes des Jahres sind alte Bekannte

*shore (Offshore, Nearshore, Anyshore, Rightshore und Bestshore): Aufgaben und Prozesse werden an andere Unternehmen in anderen Ländern, am besten gleich in anderen Kontinenten ausgelagert. Das Verfahren hat sich die IT-Branche von der Textilindustrie abgeschaut. Offshoring hat zwei Effekte: Die Kosten sinken hierzulande, dafür steigen sie woanders. Dazwischen "rechnet sich das" - oder auch nicht. Die Gegenbewegung wird in einigen Jahren starten und sich Noshore oder Homeshore nennen.

Blades: Der Begriff stand ursprünglich für kompakte Server auf einer vertikal eingebauten Einsteckkarte. Inzwischen sind die Blades mancher Herseller so groß wie die klassischen Rack-"Pizzaschachteln"; nur liegen sie nicht in Racks, sondern stehen in Chassis. Demnächst ziehen Blade-PCs in die Rechenzentren ein. Bald sind Blade-Server und -PCs wieder auf einem großen Rechner vereint, der dann Bladeframe genannt wird.

Blog (Web Log): Online-Tagebuch mit mehr oder weniger interessanten Enthüllungen, zumeist angesiedelt im IT-Dunstkreis unter Einbeziehung politischer und gesellschaftlicher Phänomene. Das Konzept hat sich in den USA dermaßen etabliert, dass Blogs dort inzwischen auch von Unternehmen betrieben werden. In Deutschland fristet die Szene ein überschaubares Dasein. Echte Gefahr, dass die subkulturelle Beschäftigung des Bloggens in den Mainstream übergeht, besteht erst zur Bundestagswahl 2006 (Münte-Blog).

Compliance: Anforderung, sich gesetzes- beziehungsweise normenkonform zu verhalten. Das Thema war im Geschäftsleben relativ unbekannt. Deswegen haben sich die meisten Unternehmen zunächst abwartend verhalten. Das Problem: Compliance ist kein Produkt, das man kaufen kann. Einige IT-Anbieter sehen dies indes anders. Im Compliance-Pool schwimmen Begriffe wie Corporate Governance, Basel II, Sarbanes-Oxley und Hipaa, was die Einstiegsschwelle nicht gerade senkt.

Patch Day: Geniestreich von Microsoft, Patches für Programmlücken nur noch an einem Tag im Monat gesammelt und nicht mehr bei "Bedarf" auf den Markt zu bringen. Der Patch Day wurde von Microsoft im Herbst 2003 erstmals begangen und von Oracle im Sommer 2004 kopiert. Das Verfahren führt Anwender allmählich an das Prinzip des Software-Abonnements heran. Peinlich wird es, wenn Lücken im jüngsten Patch einen Monat später geschlossen werden müssen.

RFID (Radio Frequency Identification): Mittels der Funktechnik schalten Straßenbahnen seit Jahren ihre Ampeln auf grün. Durch den Preisverfall der Funkchips sind diese bald auf allen Gegenständen des täglichen Lebens zu finden und ersetzen Barcodes. Das strafft die Lieferkette: Auf Knopfdruck weiß jeder, wo alles ist. Teile der IT-unbelasteten Bevölkerung stehen dem Trend zu RFIDs skeptisch gegenüber; sie befürchten, selbst Teil einer Orwellschen Lieferkette zu werden.

SOA (Service oriented Architecture): Das Konzept sieht vor, die Bausteine einer Unternehmensarchitektur servicebasierend zu modellieren und über Web-Service-Schnittstellen bereitzustellen. Dienste tauschen dabei untereinander Nachrichten aus, und zwar unabhängig von den zugrunde liegenden Plattformen. Das klingt so, als würde die IT flexibler werden können - mal wieder. Der Preis dafür ist hoch, denn derartige Architekturen sind sehr komplex. Taucht zudem der Marketing-Begriff "herstellerunabhängig" auf, ist Vorsicht angebracht.

VoIP (Voice over IP): Hier wird Sprache über Datennetze übertragen. Streng genommen funktioniert das seit dem Ende 90er Jahre. Nachdem die Firmen nicht wie gewünscht in die Technik investiert haben, wurden nun die Privatnutzer entdeckt. Die Konvergenz der Netze gilt vor allem bei den Providern als zukunftsweisend, die kein eigenes großflächiges TK-Netz unterhalten. VoIP wird zudem gerne als Argument eingesetzt, wenn Breitband-Internet-Verbindungen verkauft werden sollen.

Wikis (nach dem hawaiianischen Wort für "schnell"): Wikis sind Web-Seiten, deren Inhalte von Besuchern geändert werden können - also interaktiv. Das Konzept ist nicht neu, dafür aber innovativ und sehr charmant. Bekanntestes Beispiel ist das Nachschlagewerk Wikipedia.org mit derzeit mehr als einer Million Einträgen. Der nichtkommerzielle Ansatz und der große Erfolg verunsichern die etablierten Anbieter aus dem Content-Segment. Zudem lassen sich die Wiki-Content-Management-Tools auch im Unternehmensumfeld einsetzen.

WLAN/Wimax/UMTS: Funktechniken, die das LAN-Kabel beziehungsweise die "letzte Meile" ablösen sollen. Es handelt sich um unterschiedliche Konzepte, die gerne in einen Topf geworfen werden: WLAN ist Kurzstreckenvernetzung und etabliert, UMTS ist mobil und dieses Jahr angelaufen, Wimax ist Richtfunk und steht kurz bevor. Den Kunden ist der verwendete Standard für die Datenübertragung im Grunde genommen egal: Hauptsache, es läuft, ist billig, überall verfügbar und einfach zu bedienen (Mobility-Paradoxon).