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25.12.1992

Die IBM-Aktie notiert unter dem Buchwert von 62 Dollar

Mit einem Kurssturz von 17,5 Prozent an nur drei Börsentagen reagierte die IBM- Aktie auf die Hiobsbotschaften zur Ertragslage im vierten Quartal 1992. Gleichzeitig vervielfachten sich die Umsätze auf bis zu 13 Millionen Stück an nur einem Handelstag (16. Dezember 1992). Der durchschnittliche IBM-Tagesumsatz liegt etwa bei einer Million Aktien.

Bei Redaktionsschluß notierte die IBM-Aktie an der New York Stock Exchange mit 51,8 Dollar. Der an der Börse festgestellte Unternehmenswert der International Business Machines Corporation beläuft sich bei diesem Kurs auf etwa 29 Milliarden Dollar. Seit Mitte 1987 hat IBM seinen Aktionären einen Unternehmenswertverlust von 76 Milliarden Dollar eingebracht. Zum Vergleich: In der gleichen Zeit verlor DEC für seine Aktionäre gut 20 Milliarden Dollar, die Marktkapitalisierung fiel von 25 Milliarden auf 4,1 Milliarden Dollar.

Seit Mitte 1987 steigerte die Microsoft Corp. dagegen ihren Börsenwert von knapp vier auf jetzt 26 Milliarden Dollar. Bei einem IBM-Kurs von unter 46 Dollar hätte die IBM ihren Spitzenplatz als höchstkapitalisierter US-Technologiewert an Microsoft verloren. Derzeit notiert die IBM-Aktie deutlich unter dem bilanziellen Buchwert von 62 Dollar je Aktie, und die Baisse dürfte noch nicht beendet sein. Institutionelle Anleger neigen zur Bereinigung von "Schieflagen" in ihren Depots mit Hinblick auf den Berichtsstichtag 31. Dezember. Wer kann, verkauft Verlustpositionen, um sich im Abschlußbericht nicht öffentlich mit einer solchen Schieflage im Depot zeigen zu müssen. Das sogenannte Window dressing könnte in den nächsten Tagen noch einmal für Kursdruck sorgen.

Hinzu kommt, daß die Baisse Bekanntlich die Baisse nährt. Die Analysten- überbieten sich gegenseitig mit negativen Prognosen. Diese Prognosen lösen neue Verkäufe aus. Allgemein geht man von einer Dividendenhalbierung und weiteren Verlusten im ersten Quartal 1993 aus. Gelänge es der IBM, den Umsatz zu halten und die Rentabilität zu verbessern, könnten 1994 wieder drei bis vier Dollar je Aktie verdient werden. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10-12 müßte sich der IBM- Kurs dann bei 40 Dollar einpendeln.

Wie weit eine Baisse führen kann, es nicht gelingt, den notwendigen Anpassungsprozeß an sich verändernde Märkte durchzuführen, zeigt das europäische Beispiel Philips. Der-Unternehmenswert von Philips errechnete sich am Ende des ersten Anpassungsschocks 1990 mit nur noch zehn Prozent des Umsatzes. Dies würde einem IBM-Kurs von knapp zwölf Dollar entsprechen.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo. Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.