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Softwarehäuser äußern sich zum Thema Unix und OS2:


27.05.1988 - 

"Die IBM ist eben nicht für offene Systeme ..."

Portabilität von Anwendungssoftware ist eine selbstverständliche Forderung des Marktes. Unix versucht de zu erfüllen Mit OS/2 wird ein weiteres Betriebssystem kommen das möglicherweise bessere Portabilitäts-Chancen eröffnet und zudem einen Betrieb der vorhandenen MS-DOs-Software ermöglicht.

Fragen:

1. Worin sehen Sie die grundsätzlicher Vor- und Nachteile beider Betribssystemwelten für den Anwender?

2. Welches Betriebssystem wird sich Ihrer Ansicht nach im kommerziellen Markt durchsetzen? Warum?

3. Welche Entwicklungsrichtungen werden Sie in Zukunft konkret verfolgen?

Hubert Schwan GFS-Metra

1. Mit portabler Software auf Unix-Basis ist der Anwender weitgehend herstellerunabhängig. Er kann die benötigte Hardware aus einer Vielzahl von Herstellerangeboten auswählen. Dabei beschrankt sich das Rechner-Angebot nicht nur auf dezentrale Mehrplatzsysteme, sondern deckt das gesamte Leistungsspektrum vom Unix-PC bis zum Mainframe ab. Ebenso wächst das Angebot an Standard-Software. Dazu zählen beispielsweise leistungsfähige DB-Systeme, Tabellenkalkulationsprogramme, Textverarbeitung und kommerzielle Standard-Anwendungen. Einen weiteren Vorteil sehen wir bei der Personalbeschaffung. Die Informatik-Ausbildung vermittelt heute in der Regel Unix und C-Kenntnisse. Wünschenswert bleibt eine baldige Vereinheitlichung der Unix-Derivate und der C-Compiler, um die Portabilität der Anwendungen weiter zu verbessern. X/Open muß hier schneller greifbare Ergebnisse liefern. Ob OS/2 die Leistungsfähigkeit von Unix erreicht und ob ein vergleichbares Angebot an Hard- und Software zustande kommt, ist heute noch Spekulation.

2. Wir sind zuwenig im rein kommerziellen Markt tätig, um hier eine definitive Aussage zu treffen. Wir beobachten jedoch, daß im kommerziellen Bereich für Unix das Angebot sowohl an horizontaler als auch an vertikaler Software zunimmt.- Eine Sonderstellung nimmt der Behördenmarkt ein. Dort ist in der Mehrzahl der Ausschreibungen Unix eine unabdingbare Forderung.

3. Unser Schwerpunkt ist die Entwicklung von komplexen, technischen und industriellen Informationssystemen. Um hier schnell und effizient zu Lösungen zu kommen, setzen wir portable Software-Bausteine ein. Dazu zahlen Grafik-Software gemäß ISO/OSI. Unix paßt sehr gut in unsere Philosophie der offenen und portablen Software-Systeme. Deswegen sind wir Mitglied des X/Open-Software-Partnerprogramms geworden und werden für Unix weitere Software-Bausteine entwickeln und anbieten. Bei OS/2 beobachten wir zunächst die Akzeptanz, die es in unseren Märkten findet. Sollte sich OS/2 als zweites portables Betriebssystem etablieren, werden wir unsere Komponenten portieren.

Frank Utermöhlen Microsoft GmbH

1. Der wesentliche Vorteil für den Anwender liegt ganz klar, und das wird auch von einem Unix-Fan nicht bestritten, in der Bedienerfreundlichkeit von MS-OS/2. Die Windowsähnliche Benutzeroberfläche von MS-OS/2 mit dem Presentation Manager vereinfacht die Bedienung von Anwendungen erheblich.

Darüber hinaus ist die Grafikoberfläche des Presentation Managers identisch mit MS-Windows unter MS-DOS bis hin zum Mainframe-SAA-Konzept von IBM. Unter MS-OS/2 ist damit gewährleistet, daß sich dem Anwender die Software immer mit der gleichen Benutzeroberfläche präsentieren wird, unabhängig von der eingesetzten Hard- oder Software. Es entfallen daher langwierige Schulungszeiten für den Anwender beim Umstieg auf andere Systeme oder Software.

MS-OS/2 in Verbindung mit dem LAN-Manager bietet noch weitere Vorteile für den Anwender. So ist der Scheduler von MS-OS/2 auf die Optimierung der Antwortzeiten und nicht, wie bei anderen Systemen üblich, auf die optimierung des Durchsatzes ausgelegt. Damit entfallen lange Wartezeiten für den Benutzer.

Die Kombination mit dem LAN-Manager stellt ein System der verteilten Rechenleistung bereit. Das bedeutet für den Anwender, daß er im Gegensatz zu Unix nicht an einem "dummen", sondern an einem voll funktionsfähigen Terminal arbeitet. Damit ist auch zum Beispiel bei Ausfall eines Servers gewährleistet, daß alle Benutzer an ihrer Workstation weiterarbeiten können, und ein anderer Arbeitsplatz die Funktion des Servers übernimmt.

2. MS-OS/2 wird sich als Betriebssystem für Mikrocomputer auf Intel-Prozessoren durchsetzen. Dies liegt in zwei Faktoren begründet, die sowohl für den Entwickler als auch für den Anwender der Software wesentlich sind: Portabilität und Bedienerfreundlichkeit.

Neben der eben schon angesprochenen Bedienerfreundlichkeit bietet MS-OS/2 bessere Portabilitäts-Chancen. Mit MS-OS/2 wurde ein Standard geschaffen, der gewährleistet, daß die unter MS-OS/2 erstellte Software auf allen Mikrocomputern unterschiedlicher Hersteller auf Intel-Basis portabel ist. Diese Portabilität ist aufgrund der unterschiedlichen Hardware-Architekturen, die unter Unix betrieben werden, auf absehbare Zeit für Unix nicht in Sicht.

MS-OS/2 gewährleistet natürlich die Portabilität zu MS-DOS-Anwendungen, die mit Unix in keiner Weise gegeben ist. Für den Unix-Umsteiger gehen demnach alle DOS-Anwendungen verloren - ein finanzieller Aufwand, der nicht außer Acht gelassen werden darf. Die Bereitstellung eines Family Application Programming Interface (FAPI) macht es darüber hinaus möglich, auch zukünftig Anwendungen zu entwickeln, die sowohl unter MS-OS/2 als auch MS DOS und Windows laufen.

Die Portabilität unter MS-OS/2 stellt damit dem Anwender die von ihm benötigte Planungssicherheit bereit und macht ihn zudem herstellerunabhängig. Das sind Faktoren, an denen die Entwickler kommerzieller Software nicht vorbeikommen.

3. MS-DOS wird allein aufgrund der vielen bereits existierenden Anwendungen auch künftig von uns gepflegt und weiterentwickelt werden. MS-DOS ist also mit der Einführung von MS-OS/2 bei Microsoft bestimmt nicht abgeschrieben. Die Entwicklung bei Microsoft geht allerdings klar in Richtung MS-OS/2. Das zeigt auch unsere neue Produktlinie.

Wir haben bis jetzt neue Compiler für unsere Programmiersprachen herausgebracht, das sind MS-Pascal 4.0, MS-C 5.1, MS-Makro-Assembler 5 1, MS-Fortran 4.1 und MS-Basic 6.0, die unter MS-OS/2 und MS-DOS laufen und die die spezifischen Funktionen von MS-OS/2 voll ausnutzen. Zur Entwicklung von Applikationen unter MS-OS/2 haben wir neben den neuen OS/2-Compilern entsprechende Werkzeuge bereitgestellt, so das Software Development Kit und ein OS/2-Programmers Toolkit mit vielen Programmierbeispielen und Utilities.

Andere Produkte von Microsoft werden folgen, sobald der Presentation Manager verfügbar ist. Wir setzen voll auf MS-OS/2 und sind sicher, daß sich MS-OS/2 als das Betriebssystem für Mikrocomputer durchsetzen wird. Die Unterstützung großer Hardwarehersteller wie IBM, Nixdorf, Compaq, Siemens, um nur einige zu nennen, und führende Softwarehäuser geben uns recht.

Frank Raudszus Danet GmbH

1. Unix hat sich als herstellerunabhängiger Standard international durchgesetzt, wobei X/Open und Posix eine wesentliche Rolle spielen. Unix weist gegenüber OS/2 den Vorteil der vertikalen Portabilität auf Maschinen beliebiger Größenordnung auf. Man beachte in diesem Zusammenhang die Ankündigung von IBM, Unix V auf allen Systemen, also auch 43xx und 3090, im "native mode" anzubieten.

OS/2 führt dagegen vom etablierten Standard MS-DOS weg, jedoch nicht in Richtung eines offenen Standards. Während die MS-DOS-Kompatibilität von OS/2 offensichtlich immer noch einige Probleme bereitet, bietet Unix V für den 80386 mit dem integrierten MS-DOS eine einzigartige Basis für zukünftige Ein- und Mehrplatzsysteme .

2. Sicher wird OS/2 eine wesentliche Rolle vor allem im Umfeld der etablierten IBM-Welt spielen. Die Forderung vor allem der öffentlichen Großanwender nach Unix als offener und portabler Systembasis wird diesem Betriebssystem eine schnelle Verbreitung in der kommerziellen Welt ermöglichen.

3. Danet wird die eigene Produktentwicklung (X.400, OSI-Test-Systeme) konsequent unter Unix fortführen. Darüber hinaus werden verstärkt Unix-Produkte für den schnell wachsenden 80386-Markt (386/lX, VP/,WP/IX, TCP/IP) vermarktet.

Jürgen Hertel Unify Deutschland GmbH i. Gr.

1. Ich halte OS/2 für eine überflüssige Kreation der IBM und Microsoft. Hätten beide Firmen Ihre Energie darauf konzentriert, für Xenix eine vernünftige Window-Oberfläche und standardisierte Kommunikations-Protokolle einschließlich eines DOS-Runtime-Prozesses (wie VP/IX) zu erstellen, wäre die Welt heute weiter. IBM ist eben nicht für offene Systeme, das ist die ganze Krux.

2. Der Vorsprung von Unix, insbesondere in Europa durch die Unterstützung des X/Open-Standards, ist so groß und ermöglicht alles vom kleinsten bis zum größten System daß dagegen OS/2-Netze auf Dauer nicht konkurrieren können. In professionellen, kommerziellen Systemen setzt OS/2 immer einen LAN-Server oder Host voraus, ist also alleine nicht lebensfähig. Das ist ein gewaltiger Nachteil, insbesondere für mittelständische Unternehmen.

3. Dieser Unix-Markt wird überproportional weiterwachsen.

Wir bieten mit Accell/CP bereits heute die Möglichkeit, DOS und Systeme als Workstations an einem Unix-Host zu unterstützen. Dieser Trend zu gemischten Unix-DOS Systemen wird sich fortsetzen.

Wolfgang Schröder mbp Software & Systems GmbH

1. Unix-Anwendungspakete haben mittlerweile zwar eine relativ hohe Portabilität erreicht - nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte der X/Open-Standardisierung -, sind aber leider noch weit von dem Kompatibilitätsstand der DOS-Welt entfernt. OS/2 wird in dieser Hinsicht hier klar die DOS-Linie fortsetzen und es auch unter diesem Betriebssystem dem Anwender erlauben, Software "von der Stange" zu kaufen: "Portabilität" ist in dieser Welt deshalb keine Anwenderfrage.

Vorteile des OS/2 sind aus Anwendersicht bestimmt in der einfachen und einheitlichen Benutzeroberfläche zu sehen, die natürlich auch von der weitgehenden Hardware-Standardisierung profitiert. Im Unix-Bereich liegen die Vorteile mehr auf der großen Mächtigkeit und Flexibilität des Betriebssystems: Funktionen, die jedoch primär für den Entwickler interessant sind, und die es andererseits aber auch komplexen Anwendungen erlauben, Unix als Betriebssystem vor dem Anwender "zu verstecken".

Möglicherweise erheblich wachsen wird die Unix-Bedeutung im kommerziellen Bereich dann, wenn die Produktstrategie der IBM bezüglich seiner Unix-Variante AIX (heute nur auf dem 6150 PC) klarer wird. Wir erwarten in den nächsten Monaten eine klarere Positionierung von AIX bis in die IBM-Mainframe-Welt. Dies würde selbstverständlich eine völlig neue Wertzuweisung für Unix bedeuten. Eine Standardisierung der Unix-V.3-Objekt-Formate für die 386er PCs konnte möglicherweise auch einen wesentlichen Schub für Unix am "Low end" bewirken.

2. Wir glauben, daß beide Betriebssysteme eine wichtige Rolle im kommerziellen Bereich spielen werden. Unix ist in erster Linie ein Multi-User-, OS/2 ein Multitasking-System. OS/2 wird damit die heutigen und die zukünftigen noch leistungsfähigeren PC-Systeme um die auch im PC-Bereich dringend erforderlichen Parallelverarbeitungs-Features erweitern und mit dem "Presentation Manager" eine einheitliche, grafikorientierte Benutzeroberflache schaffen. 386er CPUS und mögliche Nachfolgegenerationen werden OS/ 2 zum wichtigsten Betriebssystem im Bereich der "persönlichen" Computer machen. Allein die weitgehende Kompatibilität mit der existierenden MS-DOS-Software ist ein Garant dafür.

Sehen wir von der Unix-Nutzung im Entwicklungsumfeld ab - wo Unix langst seinen Siegeszug angetreten hat - so erwarten wir beim kommerziellen Anwender Unix immer dann als erfolgreich, wenn integrierte Pakete mit eigener Shell in typischen Arbeitsteam-Umgebungen eingesetzt werden. Unser Bürosoftwarepaket Alis ist dafür ein Beispiel. 3. mbp Software & Systems zeigt sowohl im Unix-Bereich wie bei OS/2 ein großes Engagement. Die wesentlichen Produkte des Geschäftsbereichs Informationstechnologie adressieren bereits heute den Unix-Markt beziehungsweise werden in Kürze für Unix verfügbar sein. Dies gilt sowohl für unseren Cobol-Compiler und die erwähnte Alis-Bürosoftware als auch die Telekommunikations-Produkte im Bereich Teletex, Fax, X.400 und die OSI-Protokollsoftware.

OS/2 als PC-orientiertes Betriebssystem werden wir für alle erwähnten Produkte ebenfalls unterstützen. Ein Großteil der Portierungsarbeiten wird noch in diesem Jahr beendet werden. Einige Produkte wie Teletex-Pack, werden dabei zugleich auf die Windows-Oberflache umgestellt und werden damit sehr bald die Vorteile von OS/2 in vollem Umfang nutzen können: Elegantes User-Interface mit leistungsfähigen Hintergrundverarbeitungs-Moglichkeiten .

Gisela Mayer Oracle Deutschland GmbH

1. Während Unix als portables Multiuser-Betriebssystem die Bandbreite von der Workstation bis zu mächtigen Mehrplatzsystemen abdeckt, ist das Multitasking-Betriebssystem OS/2 auf den PC-Bereich beschränkt. Wenn es nicht um reine PC-Lösungen geht, ist OS/2 keine Alternative für Unix. OS/2 kann eine sinnvolle Ergänzung zu Unix sein, wenn PCs oder PC-LANs an Unix-Server angeschlossen werden sollen. Durch OS/2 hat der Benutzer Zugriff auf vielfältige und kostengünstige PC-Software. Aber auch in diesem Fall ist zu prüfen, ob es langfristig nicht sinnvoll ist, anstelle einer heterogenen Betriebssystemumgebung durchgängig vom PC bis zum Server Unix einzusetzen.

2. Die Vorteile von Unix sehen wir in der breiten Verfügbarkeit vom PC bis zum Mainframe sowie in der herstellerunabhängigen Standardisierung (X/Open, CAE und Posix). Nachteilig ist die zur Zeit noch geringe Anzahl von kommerziellen Anwendungspaketen. Wir beobachten allerdings, daß immer mehr Softwarehäuser kommerzielle Anwendungen für Unix bereitstellen. Beide Betriebssysteme, OS/2 im PC-Bereich und Unix auf Mehrplatzsystemen, werden sich im kommerziellen Bereich als Standard durchsetzen.

3. Oracle verfolgt die Strategie, den Anwender von Betriebssystemen und Hardwaretypen unabhängig zu .machen. Insofern werden wir immer Produkte bereitstellen, die die verbreitesten Betriebssysteme und insbesondere Standards unterstützen. Das heißt, daß wir neben Mainframe-Betriebssystemen wie MVS, VM, DOS/VSE, BS2000 oder DEC/VMS auch mit gleich hoher Priorität Oracle auf Unix und OS/2 unterstützen.

Helmut Ludwigs Quantum Gesellschaft für Software mbH

1. OS/2, so wie es von der IBM angekündigt wurde, ist ein Einplatzsystem. Unix ist ein Betriebssystem für Mehrplatzanlagen. Wir glauben, daß OS/2 und Unix sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern ergänzen. Für ein Einplatzsystem ist OS/2, schon alleine durch das Engagement des Marktführers IBM, eine preisgünstige und effiziente Alternative. Unix ist das Betriebssystem der Wahl für die Dezentralisierung im Mehrplatzbereich.

Eines der größten Probleme im Zusammenhang mit OS/2 ist die gering ausgeprägte Portabilität. OS/2 steht nur für Systeme auf Basis der Intel-Mikroprozessoren zur Verfügung. Unix wird im Gegensatz dazu auf praktisch allen Mikroprozessorsystemen und einer Vielzahl von größeren Rechnern sogar der Cray II, angeboten.

Nachteil von Unix ist der vergleichsweise hohe Preis für eine Einzellizenz, so daß für Einzelplatzsysteme im Niedrigpreisbereich OS/2 wohl das System der Wahl werden wird.

Der Anwender sieht von beiden Systemen nur die Programmoberfläche beziehungsweise das Betriebssystem-Interface im Presentation Manager. Zur Zeit laufen Gespräche zwischen der X/Open-Gruppe und Microsoft, um zu klären, ob der OS/2 Presentation Manager auch für die Unix-Systeme der X/Open-Gruppe zur Verfügung stehen kann. Wir gehen davon aus, daß der Anwender in wenigen Jahren den Unterschied zwischen OS/2 und Unix nicht mehr feststellen wird.

2. Wir glauben, daß beide Betriebssysteme sich im kommerziellen Bereich durchsetzen werden: OS/2 wird das Betriebssystem für preiswerte Einplatzsysteme, Unix wird das Betriebssystem für Mehrplatzanlagen. In der zukünftigen Office-Architektur werden OS/2-Systeme über ein Local Area Network mit Unix-Systemen zusammen arbeiten, mit integrierten Anwendungslösungen, die sowohl OS/2 als auch Unix überdecken.

In den vorgelagerten OS/2-Systemen werden nur Daten gehalten, die keine unternehmensweite Relevanz besitzen. Unternehmenswichtige Daten werden auf den Unix-Systemen verwaltet werden, weil nur auf ihnen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Datenverarbeitung und ausreichende Sicherheit der Administration und Pflege gewährleistet werden können.

3. Unsere Unix-Software ist so konzipiert, daß sie ohne Änderungen am Quellcode auch unter OS/2 auf einem 80386-Mikroprozessor ablaufen kann. Wir werden beide Betriebssystemwelten unterstützen, wobei wir OS/2 als vorgelagerte, intelligente Systeme zur Unterstützung des Dialogbetriebes oder als Einplatzlösungen einsetzen.

Günter Muths Softlab GmbH

1. Die Vorteile für den Anwender liegen in der Portabilität beider Betriebssysteme, der sich daraus ergebenden Herstellerunabhängigkeit und der heute und zukünftig verfügbaren Software. Der Nachteil kann in der Entfernung zwischen dem Betriebssystemhersteller und dem Anwender liegen, die ein Eingehen auf besondere Belange nicht erlaubt.

2. Beide Betriebssysteme werden im kommerziellen Bereich ihren Markt finden. OS/2 als Betriebssystem für eine "Front End Workstation" wo es um die persönliche Produktivität und die Anbindung an einen Host geht. Unix im Bereich der bisherigen "Mittleren Datentechnik", als Abteilungsrechner und als Server in einem LAN. Auf diese Weise können die spezifischen Vorteile des jeweiligen Betriebssystems am effektivsten genutzt werden.

3. Softlab hat schon bisher Unix und OS/2 (derzeit noch MS-DOS) in der oben dargestellten Form eingesetzt. Das Software-Entwicklungssystem Maestro beispielsweise verwendet in einem gemeinsamen LAN die Betriebssysteme Unix und OS/2, wobei die Serverfunktionen unter Unix realisiert sind und die Entwickler-Arbeitsplätze unter MS-DOS (künftig OS/2) betrieben werden.