Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.12.1978 - 

"Weyel" nimmt so viel Software von der Stange wie möglich:

Die individuelle Lösung im Standardpaket

HAIGER - Das international operierende Unternehmen "Weyel international KG" bietet geschlossene Anwendungslösungen für audio-visuellen Unterricht und audio-visuelle Kommunikation im Baukastensystem; bereits 1970 schien es langfristig kaum möglich, die umfangreichen und komplizierten Fertigungs-, Vertriebs-, Verwaltungs- und Kontrollaufgaben ohne Computer-Einsatz weiterhin zu bewältigen.

Adolf Sebiger, Hauptabteilungsleiter Organisation und EDV, war es klar, daß mit der Anschaffung eines Computers allein keine durchgreifende Rationalisierung und Aktualisierung des Unternehmens erreichbar sei. Sebiger erarbeitete daher das spezielle Anforderungsprofil für das zu installierende System und die Anwendungsprogramme. Kernpunkte dieser Sollkonzeption waren

- die Konzeption des neuen Informationsflusses,

- und die Integration der Arbeitsgebiete und Abteilungen

- sowie ein Stufenplan zur Realisierung des Vorhabens.

Man war sich im Unternehmen darüber einig, daß der mit der EDV-Einführung verbundene Aufwand in bestimmten Grenzen gehalten werden mußte.

Ein Alleingang bei der Erstellung der Anwendersoftware war schon aus diesem Grunde nicht realisierbar. Die Entscheidung seitens der Geschäftsleitung lautete folgerichtig "so viel Software von der Stange" als möglich einzusetzen und dort, wo es branchen- und betriebsspezifische Aufgaben zu lösen gab, individuell zu programmieren. Adolf Sebiger wußte, daß totale Eigenprogrammierung umfangreiche Personalkapazitäten mit entsprechendem Know-how voraussetzt und daß in der Vergangenheit schon viele andere mittelständische Unternehmen unter unzulänglichen Verhältnissen versucht haben, ihre EDV-Umstellung allein durchzuführen. Dabei wurde einerseits sehr viel Geld ausgegeben, andererseits mußte die Organisation dennoch mehrmals revidiert werden. Ergebnis: Lange Umstellungszeiten und nur teilweise ausgelastete EDV-Anlagen.

Nachdem die Marschrichtung für "Weyel" feststand, wurde der Hersteller anhand der erarbeiteten Ausschreibung sehr kritisch ausgewählt. Einerseits legte man Wert auf eine möglichst flexible und anpassungsfähige Hardware, andererseits auf die dem Anforderungsprofil entsprechenden Anwendungsprogramme.

Nach sorgfältiger Auslese fiel schließlich die Wahl auf Honeywell Bull. Das seinerzeit bestellte und installierte System 53 wurde im Laufe der Zeit kontinuierlich ausgebaut. Heute sind die Systeme 61/58 und 61/60-2 mit jeweils 2 x 23 MB Platten und Bildschirmen installiert. Beide Zentraleinheiten können per Umschalteinrichtung die jeweils anderen Magnetplatten ansprechen.

Nicht nur die ausgewählte Hardware des Herstellers Honeywell Bull und seine Zusage der Progammkontinuität (Weiterwendung der einmal getätigten Software-Investitionen auf den Nachfolgesystemen), sondern auch die angebotene Lösung für die Fertigung war für die Auftragsvergabe von Bedeutung. Adolf Sebiger, selbst Refa-Fachmann und Ingenieur, entschied sich nach längerem Studium der verschiedenen Programme für das Honeywell Bull-Paket "Miacs" (Management Information and Control System). Dieses Programmpaket erfüllt die Anforderungen des Unternehmens in hohem Maße. Betriebsindividuelle Teillösungen würden von Adolf Sebiger in das System integriert. Heute werden alle Kunden-, Lieferanten- und Betriebsaufträge mit Hilfe von "Miacs" erfaßt und in einer Auftragsbasisdatei gespeichert. Anschließend erfolgen Brutto- und Nettobedarfsauflösung, woraus die Bestellvorschläge resultieren. In dem "Teileverwendungsnachweis" werden für "Konstruktion" und "Entwicklung" Hinweise gegeben, welcher Artikel wie oft in einem bestimmten Produkt vorkommt.

Neben diesem umfassenden Honeywell Bull-Paket und der HB-Buchhaltung sind noch einige eigenentwickelte Programme im Einsatz, wie zum Beispiel für die Auftragsbearbeitung und -verwaltung (Objekt- und Normalgeschäft) sowie für die Plan-/Soll-Kostenrechnung (inklusive Deckungsbeitragsrechnung und Statistik).

Nach nunmehr siebenjährigem Einsatz der EDV sieht sich "Weyel" in seiner damaligen Vorgabe bestätigt: die "passenden" Programme des EDV-Herstellers wurden übernommen, eigene Lösungen individuell gefunden.

Ulf-P. Stange ist Mitarbeiter der Honeywell Bull AG, Eschborn.