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29.08.1980

Die Industrialisierung der Informationsverarbeitung

Von Diplomkaufmann Thomas H, Adenauer, Professor an der Fachhochschule Rheinland-Pfalz

Folge 8

Bei dieser Serie handelt es sich um den Vorabdruck einer Auftragsarbeit für den schwedischen Computerhersteller Datasaab.

Wenigstens aber zu der Berücksichtigung der Tiefengliederung des Entscheidungs- und Kompetenzgefüges in der Ablauforganisation will ich noch eine Erwägung vorlegen:

In den meisten Wirtschaftszweigen übersteigt die Zahl der operativ Tätigen die der dispositiv Tätigen bei weitem. der Wiederholungsfaktor operativer Tätigkeiten ist wesentlich höher als derjenige dispositiver Tätigkeiten. Zudem ist es fachlich, wie schon angedeutet, um so leichter die Informationsversorgung zu automatisieren, je größer der Grad an Arbeitsteilung. ist, weil die Datenverarbeitungsprobleme um so leichter beherrschbar sind, je weiter sie vom tatsächlichen Ablauf her ohnehin schon auseinandergezogen sind.

Deswegen wird die Grundrentabilität jeder Automationsstufe fast immer von der operativen Informationsversorgung beziehungsweise deren Lösungsmodalitäten hergestellt. Außerdem hängt damit die Wirtschaftlichkeit der Informationsversorgung zumindest scheinbar vom Betätigungsvolumen eines Unternehmens und damit von seiner Größe ab. Ob dies auch weiter gelten kann, ist noch zu prüfen.

Der Automationsaufwand, der für ein Problem wirtschaftlich realisiert werden kann, ist aber auf jeden Fall auch an dem Gewicht der Entscheidung zu messen, für die Daten bereitgestellt werden.

Entscheidungen wiegen umso schwerer, je weiter ihre Folgen in die Zukunft reichen, je größer die Zahl der Personen ist, deren Handeln durch die Entscheidung bestimmt wird, und je konkreter deren Handeln durch die Entscheidung beeinflußt wird. Bei Wirtschaftsunternehmen haben ferner Entscheidungen um so mehr Gewicht, je direkter sie die Höhe von Kosten beziehungsweise des Umsatzes beeinflussen.

Es gibt keine für sich allein stehende Entscheidung. Jede Entscheidung steht mindestens in einem Beziehungsgefüge - hierarchisch oder anders geordneter Anordnungsbefugnisse, - sachlicher, fachlicher Abhängigkeiten,

- sich zeitlich hintereinander oder parallel zueinander vollziehender Entscheidungsketten.

Je höher der Kegel von Kompetenzträgern über die operationale Ebene im Unternehmen ragt, desto tiefer muß das Berichts- und das System für die Datenverteilung mit den entsprechenden Folgen für dessen Aufwand automatisiert sein.

Je größer der Rahmen sachlicher, fachlicher Bedingungen einer Entscheidung ist, desto umfangreichere Verarbeitungskapazität muß für deren Berücksichtigung bereitgestellt werden.

Der Grad und Umfang an Arbeitsteilung im Unternehmen bestimmt auch in einer anderen als in der eben erwähnten Hinsicht den Aufwand wirtschaftlicher Datenverarbeitung. Je weiter die Arbeitsteilung geht, je kleiner die Handlungsanteile des Einzelnen am Gegamtgeschehen sind, desto größer wird relativ der Koordinationsbedarf, der Steuerungsbedarf der Gesamtabläufe, der durch die Bereitstellung von Informationen befriedigt werden muß. Je größer folglich der Grad an Arbeitsteilung - funktional und arbeitstechnisch - im Laufe der Zeit wird, desto mehr Aufwand muß absolut und kann wirtschaftlich für die Informationsversorgung betrieben werden,

Die zeitliche Bindung von Ereignissen des Unternehmensgeschehens aneinander - Vertriebssteuerung, Produktionssteuerung, Versandabwicklung, Beschaffungswesen, Finanzabwicklung bewirkt für sich alleine eine Determinante des Aufwands für Informationsversorgung: Selbst wenn wir für die Durchführung eines Ereignisses, einer operativen Handlung im Unternehmen oder für eine Summe von Handlungen, einen ganzen Ereigniskomplex einen arbeitstechnisch bestimmten Zeitbedarf als gegeben unterstellen, kann dennoch um so schneller ein Ereignis dem anderen folgen, je weniger Zeit die Informationsversorgung für sich selbst verbraucht.

Außerdem lassen sich oft durch bessere Informationsversorgung bisher zeitlich hintereinander vollzogene Handlungen ineinander verschachteln, so daß sie wenigstens zum Teil mehr parallel zueinander , vollzogen werden können.

Das bedeutet, daß die operative, produktive Leistungsfähigkeit einer gegebenen Unternehmensstruktur um so größer ist, je weniger Zeit zwischen Ereignissen für Datenerfassen, -übertragen, -stapeln, -ordnen, -bearbeiten, -archivieren, -übertragen und -darbieten benötigt wird, es sei denn, der Versorgungsbedarf tritt, wie zum Beispiel bei Lohn und Gehalt, ohnehin nur in Intervallen auf. Da die Unterhaltskosten für die gesamte Unternehmensstruktur fast immer, mitunter wesentlich höher sind als die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen für die Informationsversorgung, darf der Aufwand für die Informationsversorgung um so höher sein, je dichter die Ereignisse aufeinander folgen sollen.

Wird fortgesetzt