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Grundlagen wirtschaftlicher Computeranwendung-oder:


19.09.1980 - 

Die Industrialisierung der InformationsverarbeitungFolge 11

Von Diplomkaufmann Thomas H. Adenauer, Professor an der Fachhochschule Rheinland-Pfalz

Bei dieser Serie handelt es sich um den Vorabdruck einer Auftragsarbeit für den sehwedischen Computerhersteller Datasaab.

Trotz des Entscheidungsgewichtes, denen sie dienen, will mir nicht so recht einleuchten daß es prozeßökonomisch vertreten werden kann, die gesamte Verarbeitungskonzeption nach einem dem Volumen nach bescheidenen Anteil von Auswertungen auszurichten, zumal wegen des Intervall-Charakters der meisten Kontrollinformationen das Zusammentragen selten Realtime erfolgen kann .

Argument 2: Die Marktentwicklung 1978 und 1979 hat bewiesen daß für große Computer, für zentrale Direktverarbeitung vielfach mehr Geld ausgegeben wird als für kleine Computer, Minis. Gewiß, noch zeigen die Zahlen eben gerade nicht, ob sich mit autonomen Minis oder großen zentralen Systemen mehr produktive Computer-Leistung pro Geldeinheit bereitstellen, "an den Mann", an den Arbeitsplatz bringen läßt.

Wenn man den Kaufpreis eines mittleren großen Systems mit drei Millionen Mark ansetzt, dann kann man dafür 60 (sechzig) kleine Computer á 50 000 Mark mit folgender Konfiguration

- Zentraleinheit 48 KBT

- Bildschirm á 2000 Zeichen

- Tastatur

- Magnetplatten f/w á 5 Mio Bytes

- Drucker zirka 250 Zeichen pro Sekunde

kaufen, die über Cobol verfügen.

Wenn man die drei Millionen Mark über kleine Maschinen in Computer-Power umsetzt, erhält man dafür rund 3 MB Arbeitsspeicher, 60 Bildschirme, 60 Tastaturen, rund 600 MB Plattenspeicherkapazität, eine Druckkapazität von umgerechnet rund 540 000 Zeilen pro Stunde bei 100 Zeichen pro Zeile auf 60 verschiedenen Druckern und auf die Abnahmemenge auch bei ungeschickter Verhandlungsführung mindestens 15 Prozent Rabatt.

Dabei sind die einzelnen Komponenten der Gesamtverarbeitungskapazität in sich so dimensioniert, wie es dem Transaktionsaufkommen am Arbeitsplatz tatsächlich entspricht. Das bedeutet, daß man über Minis die Computer-Power tatsächlich weitestgehend an den Mann, an den Arbeitplatz bringt und nicht, wie bei zentraler Direktverarbeitung, weitestgehend für verfahrenstechnische Zwecke und Redundanzen verbraucht.

Das soll nicht bedeuten, daß es keine Gebiete gäbe, die nicht von ihrer Problemmaterie her zentrale Direktverarbeitung und damit maschinellen Datentransport erforderten. Dies ist dann der Fall

- wenn die für lokale Sofortverarbeitung erforderlichen Datenbestände an mehreren Ereignisorten, Arbeitsplätzen benutzt werden,

- wenn Daten des Problems wegen mit andernorts, in anderen Arbeitsgebieten und in anderen Rhythmen anfallenden Daten zusammengeführt werden müssen oder

- wenn im Dienste eines wirtschaftlichen zentralen Direktauskunftssystems für lokal verstreut liegende Anfrage- und Bearbeitungsstellen die Daten zentraler Direktverarbeitung zugeführt werden müssen.

Selbst wenn unter diesen Voraussetzungen vom Problem her zentrale Direktverarbeitung erforderlich ist, heißt das jedoch noch lange nicht, daß zentrale Direkt Verarbeitung immer unternehmenszentraIe Verarbeitung heißen muß. Gewiß, eine Finanzbuchhaltung muß immer unternehmenszentral organisiert sein. Aber es kann eben in einer größeren Vertriebsorganisation hoch wirtschaftlich sein, die Außenstellen eventuell mit kleinen Mehr platzsystemen ihren Umsatz selbst fakturieren, das Lager selbst disponieren und die Debitoren selbst verwalten zu lassen, die zentrale Disposition mit einen möglicherweise etwas größer konfigurierten Mehrplatzsystem das Zentrallager und noch einmal die Außenläger überdisponieren zu lassen und dem Rechnungswesen einen eigenen kleinen Computer zu geben.

Wird fortgesetzt