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12.04.1996 - 

Lediglich Ausgaben fuer Kommunikationsprodukte nehmen zu

Die Industrie investiert 1996 nur zaghaft in IT

Worin haben die Industrieunternehmen im vergangenen Jahr investiert, und wofuer werden sie heuer Geld ausgeben? Mit dieser Fragestellung hatte sich Tech Consult an 1033 produzierende Betriebe gewandt, die weitgehend proportional zu der vom Statistischen Bundesamt ermittelten Branchenverteilung ausgewaehlt worden waren. Beruecksichtigt haben die hessischen Marktforscher Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern aus den Marktsektoren Automobilbau, Maschinenbau, Chemie und Pharma, Nahrungs- und Genussmittel sowie Elektrotechnik. Etwa 88 Prozent dieser Betriebe haben weniger als 1000 Beschaeftigte.

Bereit, die gestellten Fragen zu beantworten, war ein knappes Drittel der angesprochenen DV-Entscheider, so dass die Basis der ausgewerteten Fragebogen bei 300 liegt. Den so gewonnenen Angaben zufolge werden die Produktionsbetriebe in Deutschland heuer 8,16 Milliarden Mark fuer Informationstechnik ausgeben - rund 1,3 Prozent mehr als 1995.

Am investitionsfreudigsten zeigte sich dabei die Maschinenbaubranche, die ihre IT-Budgets im laufenden Jahr um insgesamt zehn Prozent (von 2,3 auf knapp 2,6 Milliarden Mark) erhoeht hat.

Als Ursache dieser Investitionsbereitschaft hat Tech Consult eine hinter diesen Unternehmen liegende "laengere Durststrecke" ausgemacht. Aufgrund der verbesserten Konjunkturlage koennten jetzt Anschaffungen gemacht werden, die einige Zeit lang aufgeschoben worden waren.

Demgegenueber haben Elektrotechnik- und Automobilhersteller ihre IT-Etats nur um drei Prozent aufgestockt. Rueckgaenge um elf beziehungsweise 17 Prozent hat Tech Consult bei der chemischen Industrie sowie in der Nahrungs- und Genussmittelbranche festgestellt. Waehrend die chemisch-pharmazeutischen Betriebe ihre IT-Umstrukturierungen weitgehend abgeschlossen haetten, leide die Lebensmittelindustrie besonders hart unter der schwindenden Kaufkraft der Verbraucher, weshalb sie sich kostspielige Investitionen derzeit nicht leisten koenne.

Geringfuegig sinken werden 1996 die Ausgaben fuer Hardware und Software, so Tech Consult. Mit 3,1 Milliarden beziehungsweise 2,3 Milliarden Mark stellen Hard- und Software aber immer noch die groessten Posten in den Planungen der IT-Budgets. Vor allem bei den Rechnern und Peripherieprodukten lassen sich die Ausgabenkuerzungen auf den anhaltenden Preisverfall zurueckfuehren.

Dienstleister im AufwindH4>/H4>

Die Anbieter von Services und Kommunikationsequipment hingegen werden nach Auskunft der Marktbeobachter ueberdurchschnittlich von den Investitionsentscheidungen der Anwenderunternehmen profitieren - erstere wegen der Tendenz zur Auslagerung von DV- Dienstleistungen, letztere deshalb, weil die Teile-, Modul- und Systemfertiger im Zuge einer Reduzierung der Fertigungstiefe enger miteinander kooperieren muessten. Der Dienstleistungsbereich zieht in diesem Jahr voraussichtlich 1,7 Milliarden Mark auf sich (sechs Prozent mehr als 1995), das Communications-Business 1,1 Milliarden, was einem Zuwachs von zehn Prozent entspricht.

Waehrend die Ausgaben fuer LAN-Technik auf einem hohen Level stagnieren (62 Prozent der Unternehmen wollen hier investieren), wird die Beschaffung von WAN-Software, -Hardware und - Dienstleistungen im laufenden Jahr teilweise erheblich zunehmen. Das Interesse der Anwender an PC-Mainframe-Links bleibt bestehen - allerdings nicht in derzeitiger Hoehe.

Auf der Hardwareseite werden Netzkarten, Modems, File-Server und Massenspeicher besonders intensiv nachgefragt. In den kommenden zwoelf Monaten duerften aber auch ISDN-Karten zu den Rennern zaehlen. 46 Prozent der befragten Unternehmen wollen dafuer Geld lockermachen. In Bridges und Router moechten 37 Prozent der Betriebe investieren, in Gateways 29 Prozent.

Kommunikationssoftware war den Anwendern im vergangenen Jahr vor allem dann lieb und teuer, wenn sie der Datensicherung diente. 85 Prozent der Befragten haben in diesen Produktbereich investiert. Ein E-Mail- oder Groupware-System setzt offenbar nur jeder vierte der mittleren bis grossen Produktionsbetriebe ein. Daran wird sich so schnell auch nichts aendern: Nur 32 Prozent der Unternehmen gaben an, 1996 in solche Software investieren zu wollen. Auf den Einkaufslisten ganz oben stehen Fax- und T-Online-Software, Virenschutzprogramme, Netz-Betriebssystem-Lizenzen und - same procedure as last year - Datensicherungstechnik.

Apropos Betriebssysteme: Ueberraschenderweise ist DOS offenbar immer noch nicht tot. Jedenfalls erklaerten 58 Prozent der Anwender, sie wuerden im laufenden Jahr weiter in das Character- mode-Betriebssystem investieren. Auffaellig ist auf der anderen Seite die steigende Akzeptanz von Windows NT. Ist Microsofts "New Technology" derzeit nur bei drei von hundert Befragten im Einsatz, so planen immerhin 17 Prozent der Betriebe eine Einfuehrung noch in diesem Jahr.

Bei den Applikationen verstaerkt sich erwartungsgemaess die Marktdominanz von Microsoft und SAP. Die Bill-Gates-Company hat allenfalls noch im Sektor PC-Grafik Mitbewerb zu fuerchten - insbesondere durch den kanadischen Software-Anbieter Corel. Eine ernstzunehmende Konkurrenz fuer das groesste deutsche Software- Unternehmen gibt es eigentlich nur in den Anwendungsbereichen Forschung und Entwicklung sowie Design und Konstruktion. Hier zeichnet sich deutlich eine Rueckkehr zur Eigenentwicklung ab.