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02.02.2009

"Die Integration von EDS läuft nach Plan"

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Volker Smid, frisch gekürter Chef von Hewlett-Packard Deutschland, erklärt im CW-Interview, wie sich der Konzern nach der Übernahme von EDS aufstellt.

CW: Sie sind erst seit einigen Wochen im Amt, trotzdem die Frage: Was wird sich unter Ihrer Führung bei HP Deutschland ändern?

SMID: Tatsächlich bin ich relativ neu im Amt und kann deshalb dazu noch wenig Konkretes sagen. Aber ich kenne HP als führende Kraft im Markt und kann beschreiben, was mich bewogen hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Dazu gehören einerseits die breite und zugleich tiefe Aufstellung des Unternehmens, andererseits die massiven Veränderungen in den letzten drei Jahren, sowohl im Portfolio als auch im Umsatz. HP ist im Bereich der Infrastruktur stark aufgestellt, vom Desktop über die Druckersparte bis hin zum Data Center. Das Softwareportfolio wurde ebenso verstärkt wie das Serviceangebot. Der entscheidende Punkt ist, dieses Gesamtportfolio sowohl Partnern als auch Kunden in einer integrierten Form zur Verfügung zu stellen.

CW: Beim Stichwort Integration kommt die Übernahme von EDS ins Spiel. HP hat den Deal vergangenes Jahr für abgeschlossen erklärt. Ist die organisatorische Integration für HP Deutschland bereits bewältigt?

SMID: Die Integration läuft nach Plan. Davon konnte ich mich überzeugen.

CW: HP will im Zuge der Akquisition 7,5 Prozent seiner Mitarbeiter entlassen. Betroffen sollen auch 1150 von insgesamt 4200 deutschen EDS-Angestellten sein. Hinzu kommen 250 Stellenstreichungen bei HP Deutschland. Bleibt es bei diesen Zahlen?

SMID: Diese Zahlen beziehen sich auf den Stellenabbau im Rahmen der weltweiten Restrukturierung. Sie wurden Anfang Oktober 2008 bekannt gegeben. Die Gespräche zur Umsetzung in Deutschland werden zurzeit mit den zuständigen Gremien geführt.

CW: Arbeitnehmervertreter von EDS kritisieren den Personalabbau. Sie wenden ein, dass der Dienstleister hierzulande gut dastehe und Gewinne erwirtschafte. Werden Sie in dieser Frage noch auf die EDS-Belegschaft zugehen?

SMID: Sie sprechen über einen laufenden Prozess. Beide Gesellschaften (EDS und HP in Deutschland, Anm. d. Red.) sind nach wie vor rechtlich unabhängig.

CW: Welche Bereiche sind hierzulande von den Stellenstreichungen betroffen?

SMID: Die vorrangige Frage aus meiner Sicht lautet: Wie stellen wir unsere Kundenservices auf dem gleichen hohen Niveau wie bisher sicher? Das ist das Ziel, und dafür gibt es konkrete Pläne, die sich in der Umsetzung befinden. Dazu gehört auch eine Effizienzsteigerung über Offshoring und Nearshoring. Ganz unabhängig von der EDS-Übernahme sind Anpassungen in dieser Richtung ein kontinuierlicher Prozess für einen weltweit tätigen Outsourcer.

CW: HP ist mit der EDS-Übernahme zum weltweit zweitgrößten IT-Serviceanbieter aufgestiegen. Dennoch hat auch das fusionierte Unternehmen seine Stärken vor allem im Bereich IT-Infrastruktur. In Sachen Geschäftsprozesse und Consulting muss sich HP hinter IBM und Accenture einreihen. Wie gehen Sie mit diesem Defizit um?

SMID: Ich sehe dieses Defizit nicht. Zum einen hatte HP - gerade in Deutschland - schon vor der Akquisition von EDS starke Consulting-Kapazitäten in den Bereichen Software, Technology Solutions und Applikationen. Bei den Geschäftsprozessen bringt EDS zudem ein tiefes Branchen-Know-how mit ein. Und wir werden auch in dem neuen Unternehmen HP/EDS speziell im Mittelstand wie bisher auf Partnerkonzepte setzen. Das gibt uns eine ordentliche Power.

CW: Streben Sie hinsichtlich Ihrer Positionierung kein komplettes Portfolio nach dem Muster von IBM an? Die einstmals von EDS abgespaltene Beratungsfirma A.T. Kearney hätte zu einem solchen Konstrukt ja vielleicht gut gepasst.

SMID: Eine Trennung der strategischen Beratung von der Umsetzung beim Kunden kann durchaus sinnvoll sein. Beispielsweise wenn ein unabhängiges Unternehmen, das nicht mit dem Outsourcer verbunden ist, die strategische Beratung übernimmt. Letztlich kommt es auf die konkrete Situation an.

CW: Im Vergleich zu anderen Branchenschwergewichten besitzt HP ein relativ kleines, aber profitables Softwaregeschäft. Die Branche spekuliert schon seit Jahren, wann HP diesen Bereich durch größere Übernahmen ausbaut. Bisher ist nicht allzu viel passiert. Wie sieht Ihre Strategie aus?

SMID: Wenn es um die Profitabilität eines Komplettanbieters geht, bietet das Softwaregeschäft einen großen Hebel. HP hat in den vergangenen Jahren 6,5 Milliarden Dollar in Softwareakquisitionen investiert. Dazu zählten unter anderem die Übernahmen von Mercury Interactive und Opsware, die unsere Kernkompetenz in Bereichen wie IT-Management, Operations-Management, Qualitätssicherung und Governance gestärkt haben. Es ist also durchaus einiges passiert. Mit mehr als drei Milliarden Dollar Jahresumsatz ist HP heute weltweit der sechstgrößte Softwareanbieter. Software ist ein strategischer Schwerpunkt von HP.