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26.02.1982 - 

Produktdesigner warten Öffnung der lokalen Netzwerke ab:

Die Intelligenz beginnt mit der Schnittstelle

MÜNCHEN - Schnittstellen- und Softwareprobleme behindern derzeit noch den breiteren Durchbruch einer relativ jungen Technologie. Schon seit 1978 geistern "intelligente Kopierer" durch den Markt. Aber jetzt gibt es sie tatsächlich. Noch nicht viele, aber einige von ihnen können den Anforderungen der Kunden vollauf genügen. Daß der Markt sich ganz öffnen wird, erwarten Speziallisten allerdings erst in zwei bis drei Jahren.

Unter einem intelligenten Kopierer versteht die International Data Corporation (IDC) eine technische Mixtur aus einem DFÜ-fähigen Nonimpact Drucker und einem normalen Kopiergerät. Diese Maschine vereinigt durch ihre Intelligenz die Vorzüge eines herkömmlichen Druckers, der sowohl Computer-Output liefert als auch gespeicherte Daten in einen Text-Output integrieren kann mit denen eines Bürokopiergerätes.

Durch Formatierungsbefehle und Steuerung ist es zum Beispiel möglich, speziell auch großformatige Computerlisten in Druckqualität und DIN A4-Format auszugeben.

Fähigkeit entzogen

Der erste "intelligente Kopierer" seit 1978 von Wang auf den Markt gebracht worden, erläutert die IDC zur Geschichte. Das Unternehmen habe dem Gerät jedoch kurz nach der Ankündigung die Kopierfähigkeit wieder entzogen, so daß der Wang Image Printer nicht mehr als Prototyp dieses Gerätetyps angesehen werden könne. Das Unternehmen entwickle aber zur Zeit ein neues Gerät. Technische Details mochte die deutsche Unternehmenstochter nicht nennen, obwohl diese Maschinen auf dem amerikanischen Markt der Presse bereits vorgestellt wurde.

Einige Zeit nach der Ankündigung des ersten Wang-Systems führte die IBM ihre Version eines "intelligenten Kopierers" unter der Bezeichnung "Information Distributor" vor. Diesem Kommunikations-/Drucksystem 670 folgte im September 1980 eine erweiterte Version (Modell 2). Sie arbeitet nach einem Laserdruck-Verfahren. Gegenüber dem Modell 1 können in dem Modell 2 fast 800 Zeichen je Sekunde verarbeitet werden.

Obwohl sich auf dem herkömmlichen Kopierermarkt viele Anbieter tummeln, werben nur wenige Unternehmen um die Gunst der Anwender für intelligente Kopiergeräte (siehe Marktübersicht). Die Recherche ergab, daß neben IBM hauptsächlich japanische Hersteller marktreife Typen anzubieten haben. Traditionell auf dem Kopiergerätemarkt sehr stark, gibt es noch einen weiteren Grund für dieses Know-how, der sich in einer asiatischen Eigenheit begründet: der geschriebenen Sprache. Die Drucktechnik der Geräte erlaubt die problemlose Reproduktion aller asiatischen Schriftzeichen. Vor allem aus diesem Grund sei der Markt dort schon erschlossen, meint ein Japan-Kenner.

Problemkreise, die dem breiten Einsatz dieser Technik in Europa noch entgegenstehen, gibt es viele. Zu ihnen zählen der relativ hohe Preis, Softwarelücken, Schnittstellenprobleme, eine unflexible Büroorganisation und für viele potentielle Anwender eine unbefriedigende Kosten/Nutzen-Relation, da diese Geräte in der Regel für sehr große Drucksätze konzipiert sind.

Der Preis ergebe sich durch die Intelligenz des Systems, erläutert ein Mitarbeiter der National Panasonic GmbH, Hamburg. Diese Geräte können, als Fernkopierer eingesetzt, selbständig die Telefonleitung wählen und überprüfen, ob die Leitung für eine Übertragung geeignet ist. Außerdem wird die zu übermittelnde Information im Halbduplex-Verfahren korrigiert und digital gesichert. Es wird auch geprüft, ob dieselbe Information beim Empfänger angekommen ist, die abgesendet wurde. Auch die Kopierqualität dieser Geräte sei hervorragend - und dementsprechend teuer zu bezahlen.

Kosten und Probleme werden aber auch Softwareseitig gesehen. Vom Anwender eines intelligenten Kopierers werde verlangt, daß er die Daten, die aus seiner Zentraleinheit in den Kopiererspeicher eingelesen werden, der jeweiligen Schnittstelle des Repros entsprechen, also in einer

bestimmten Art formatiert sind. Deshalb sei auch hier mit Kosten für den Anwender zu rechnen. Doch auch innerhalb der Herstellergilde gibt es Softwareprobleme - bei den Schnittstellen vor allem. (Spontaner Ausruf eines "fähigen" Bewerbers: "Gott sei Dank").

Die V.24-Schnittstelle sei von vielen Unternehmen, die auf diesem Markt tätig sind, noch nicht voll durchschaut, heißt es aus der Branche. Die Geräte, die als Kommunikationsbrücke auch nach Nahost und Übersee angesehen werden, müssen vor allem auch den CCITT-Standards genügen. Hierin sieht auch ein Techniker der französischen CIT-Aleatel die größte Problematik.

Keinen großen Schub erwartet man sich von der zunehmenden Verbreitung lokaler Netzwerke (LAN). Wichtigstes Argument ist, daß diese Geräte als Kommunikationsbasis ja in erster Linie für einen internationalen Rahmen dienen sollen und deshalb in ihren Schnittstellen international genormten Geräten angepaßt sein müssen. Genau diese Forderung aber verteuert den intelligenten Kopierer, der deshalb innerhalb eines lokalen Netzes bei hauptsächlicher interner Kommunikation mit gleichartigen Endgeräten unterfordert wäre und dessen Anschaffungspreis in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten steht. Dies erkennend, haben auch die Netzwerk-Philosophen die technische Entwicklung vorläufig nicht sehr forciert.

Und dennoch ist man sich in der Branche darin einig, daß diese junge Technologie weiterentwickelt wird - wenn auch vielleicht nicht bei uns - und in zwei bis drei Jahren ihren Durchbruch feiern wird, weltweit.