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PC-Einsatz statt Termine: Kein Problem der Technik


19.06.1987 - 

Die Intelligenz ist nicht immer nötig

MÜNCHEN (CW) - Die Diskussion, ob Mikrocomputer nicht ein besseres Preis/Leistungs-Verhalten an den Tag legen als reine Bildschirm-Terminals, ist noch lebendig. Zwar sinken nicht nur die Preise für die PCs (auch die Terminalpreise gehen in den Keller), doch mehr "Intelligenz" findet sich allemal im Mikro. Nicht immer wird sie tatsächlich gebraucht. So überrascht auch nicht, daß die Anbieter die Frage nach dem Einsatz eines PC oder eines Terminals als Fenster zum Computer im wesentlichen anwendungsabhängig beantworten. CW befragte eine Reihe von Unternehmen zu diesem Thema: Hier die Antworten (Fragen siehe Kasten).

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1.) Terminals sind entwickelt worden für die Kommunikation mit Großrechnern. Dabei ist grundsätzlich nur so viel Intelligenz notwendig, wie es das Host-System zuläßt. Als typische intelligente Funktion ist zum Beispiel das Grafik-Terminal anzusehen, welches mittels eines leistungsfähigen Grafik-Prozessors eine Vektor-zu-Raster-Konvertierung im Terminal durchführt und damit den Zentralrechner entsprechend entlastet.

Andere Funktionen werden von Herstellern kompatibler Terminals angeboten. So hat heute bereits jedes sogenannte dumme Terminal eine interne Memory, in der Eingabedaten abgespeichert werden können. Oder dem Terminal wird durch das Setzen eines bestimmten Attribut-Bits vorgegeben, die Daten nicht auf dem Bildschirm, sondern auf einem angeschlossenen Hardcopy-Drucker auszugeben.

Viel wichtiger als das Terminal selbst jedoch ist die Steuereinheit, ohne die Bildschirme (intelligente und dumme), als Cluster angeschlossen, in der Regel nicht arbeiten können. Mit der bereits heute in den Steuereinheiten vorhandenen Intelligenz lassen sich fast alle Vorteile

der PCs aufwiegen. Moderne Steuereinheiten dienen nicht nur der reinen Dialogverarbeitung, sondern können gleichzeitig als Abteilungsrechner für dezentrale Datenverarbeitung eingesetzt werden.

2.) Den immer billiger werdenden PCs stehen die immer billiger werdenden Terminals entgegen. Derzeit sind Entwicklungen im fortgeschrittenen Stadium, die typische PC-Funktionen wie Spreadsheets, Textverarbeitung und grafische Anwendungen auf Zentralrechnern implementieren und somit auf Terminals zugänglich machen. Der Typ des neuen Terminals mit integrierter Memory bis in den Megabyte-Bereich und externen sowie Down-line-load-Facilities zum Laden von Programmen unterscheidet sich vom PC nur noch durch das Fehlen von Speichermedien wie Floppy oder Hard-Disk. Der typische Sachbearbeiter-Arbeitsplatz mit einem dedizierten Aufgabenbereich ist mit einem Terminal für seine Anwendungen bestens ausgerüstet. In der Praxis lassen organisatorische Vorgaben auch nichts anderes zu, da es für die meisten Organisationen ein Unding ist, verschiedene Datenbestände an verschiedenen Orten nicht, unter übergeordneter Kontrolle zu haben.

3.) Grundsätzlich kann unterschieden werden zwischen Host-abhängigen Aufgabengebieten und autonomen Arbeitsbereichen. Daraus resultierend ergibt sich eindeutig die anwendungsorientierte Verteilung von Terminals oder PCs. Das Terminal ist immer in Verbindung mit dem Großrechner für fest vorgegebene Aufgabenbereiche zu sehen, während der PC dort präsent sein sollte, wo es um autonome Anwendungen geht.

Natürlich gibt es auch eine Schnittmenge zwischen Host-abhängiger Anwendung und autonomem Arbeitsplatz. Hier wird neben der lokalen Arbeit vor Ort der Zugriff zum Großrechner benötigt. In diesen Fällen ist es angebracht, einen PC mit der Zusatzfunktion des Terminals (Dialog-Option) am Arbeitsplatz einzusetzen.

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1.) Funktional sollte das Bildschirm-Terminal alle emulationsbedingten Funktionen ausfahren können. Darüber hinaus sollten Funktionen, wie Speicherung von Tastatureingaben oder Multiple-Session-Handling, den Funktionsumfang abrunden.

Wesentlich erscheint jedoch, daß das Konzept des Terminal

dieses auch in geänderter Installationsumgebung einzubinden. Das Terminal muß die Fähigkeit aufweisen, ohne Veränderung der Hardware unterschiedliche Emulationen auszufahren und diese Emulationen auch parallel unterstützen zu können. Innerhalb der Emulationsausführung sollte das Terminal unabhängig von einem Cluster die relevanten Funktionen der Datenein- und -ausgabe "intelligent" handhaben können. Ein so konzipiertes Terminal läßt es zu, daß neue Funktionen, sei es emulationsbedingt oder als funktionale Erweiterung - unabhängig von der eingesetzten Hardware -, implementierbar sind.

Intelligente Funktionen im weiteren Sinne (PC-Funktionen) sollten durch Austausch bestimmter Hardware-Komponenten des Terminals jederzeit implementierbar sein. Mit wachsendem Bedarf an arbeitsplatzspezifischer Funktionalität sollte das gleiche Bildschirm-Terminal diesem veränderten Anspruch gerechtwerden können.

2.) Langfristig wird das "dumme Terminal" durch ein Terminal mit PC-Funktionen ("intelligente Workstation") abgelöst. Diese intelligenten Workstations sind sowohl leistungsfähige Terminals als auch zum Industriestandard kompatible PCs. Aufgrund dieser Leistungsmerkmale ermöglichen sie es, sowohl die zentralen Host-Ressourcen zu nutzen als auch dem Arbeitsplatz eine individuelle Rechnerleistung zur Verfügung zu stellen. Im Sinne künftiger als auch heutiger Möglichkeiten der PC-Unterstützung ein konsequenter Schritt zur Effizienzsteigerung des Sachbearbeiter-Arbeitsplatzes.

Im Vordergrund der Anwendungen stehen typische arbeitsplatzunterstützende Funktionen, wie Kalkulationshilfen, Textverarbeitung und grafische Anwendungen etc. Bezeichnend für die Anwendungen ist, daß diese eine einheitliche Bedieneroberfläche aufweisen (wie Windows), leicht verständlich und auch für den Nicht-EDV-Profi handhabbar sind.

3.) Das Terminal hat dort seine Berechtigung, wo Aufgaben Host-orientiert gelöst werden, das heißt Ein- und Ausgabe über das Terminal, die Verarbeitung/Bearbeitung von Daten und Informationen zentral erfolgt, also der Dialog im Vordergrund steht.

Terminals mit PC-Funktionen ("intelligente Workstations") sind adäquate Hilfsmittel in Aufgabenstellungen, die eine zusätzliche arbeitsplatzspezifische anwendungsorientierte Lösung erfordern. Hierzu gehören typische arbeitsplatzspezifische Unterstützungsfunktionen, wie Textverarbeitung, Kalkulation etc., sowie individuell auf den Arbeitsplatz abgestimmte Anwendungen. Als Terminal mit Dialog- als auch PC-Ressourcen bietet das Konzept der intelligenten Workstation ein Höchstmaß an Integration von zentraler und arbeitsplatzspezifischer Rechnerleistung und emulationsorientierter Funktionalität (API, DIA/DCA, File-Transfer etc.).

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1.) Zeitgemäße Terminals sollten neben einem Standard-Zeichensatz (ASCII oder EBCDIC) Bildschirm-Attribute (hell, blinkend, reverse, etc.), Semi-Grafik (Striche, Blöcke, etc.) und Sonderzeichen (integraler griechische Symbole u.ä.) unterstützen.

2.) PCs verdrängen in immer stärkerem Maße bei Grafik-Anwendungen das "normale" Terminal. In den meisten anderen Anwendungen im kommerziellen Bereich genügt ein ASCII-Bildschirm, der inklusive Verkabelung und softwaremäßiger Unterstützung immer noch das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Im wissenschaftlich-technischen Bereich sind Applikationen auf Workstation-Basis im Vormarsch. Hier ist der PC wegen seiner starken und billigen Grafik-Möglichkeiten eine echte Alternative.

3.) Im Mehrplatz-Betrieb ist aufgrund der Unterstützung des Betriebssystems und der Applikationssoftware (Portierbarkeit der Software, Mehrplatzumgebung mit unterschiedlichen Bildschirmtypen, etc.) der "normale" Bildschirm zur Zeit vorzuziehen. Bei speziellen Anforderungen (zum Beispiel Grafik) empfiehlt sich die Vernetzung von PCs als Workstations mit einer mehrplatzfähigen Zentraleinheit.

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1.) Ein intelligentes Terminal benötigt einen eigenen Prozessor, der den Rechner entlastet und lokale Funktionen steuert. Ferner Fenstertechnik, gleichzeitiger Anschluß mehrerer Rechner, das heißt zeitgleiche Kommunikation auch unterschiedlicher Rechnertypen (Emulatoren, die mit je einem Fenster korrespondieren); RAM/ROM-Speicher; Grafikfähigkeit.

2.) Eine Reaktion darauf ist, keine "dummen" Terminals herzustellen (siehe 1.). Ein PC mit vernünftiger Konfiguration + Vernetzung + Software kostet auch seinen Preis. Vernünftige Monitore (beispielsweise 70 Hertz Bildwiederholfrequenz, hohe Auflösung) + PC kosten mehr als ein intelligentes Terminal. Die Vernetzung von PCs ist noch problematisch.

3.) PC nur als Einzelplatz, nicht in Zusammenhang mit einem Rechner (zum Beispiel Desktop-Publishing). Viele Terminals vernetzt mit einem Host.

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1.) Ein zeitgemäßes intelligentes Terminal sollte folgende Funktionen aufweisen können:

- programmierbare Funktionstasten,

- lokaler Bildschirmspeicher und Editierfunktionen,

- interaktive Druckersteuerung,

- Fenstertechnik,

- Mouse-Anschluß,

- menügesteuerte Konfigurationsmöglichkeiten,

- lokale Software zur Unterstützung von Host-Funktionen.

2.) Sowohl Terminals als auch PCs sind notwendig. Der Einsatz des einen sowie des anderen sollte jedoch genau überlegt und den Bedürfnissen angepaßt werden.

PCs sollten unter folgenden Voraussetzungen eingesetzt werden: - für die lokale Verarbeitung von Programmen, wie zum Beispiel Textverarbeitung, Tabellenkalkulation,

- oder für besondere Funktionen wie zum Beispiel automatischer Back-up zum Host.

Terminals ermöglichen ein einheitliches Arbeiten vielfältiger Benutzer einer zentralen Datenbank. Der Einsatz von Terminals ist unter folgenden Voraussetzungen optimal und nicht durch PCs zu ersetzen:

- gleiche Arbeitsabläufe an jedem Arbeitsplatz,

- kein Spezialwissen für die Bedienung erforderlich.

3.) Beantwortet sich aus Frage 2.

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1.) Ein Bildschirmterminal sollte intelligente Funktionen aufweisen, wie Editier- und Bildschirmfunktionen (zum Beispiel Scrollen, Cursor, Normierfunktionen, Unterstützung von Softkeys, Windowtechnik), Anschlußmöglichkeit von Peripheriegeräten (wie Drucker, Interaktionsmedien wie Maus, Tablett etc., Sondergeräte), Unterstützung von Features (zum Beispiel Grafik). Ergonomische Gesichtspunkte, zum Beispiel hohe Auflösung (größer als 600x400 Punkte), hohe Bildwiederholrate (größer als 50 Hertz bei Negativ-, 80 bis 100 Hertz bei Positivdarstellung), alternative Monitorvarianten (Monochrom-, Positiv-, Farbbildschirm) sind zu beachten.

2.) PCs werden die Basisterminals nicht aus den Sachbearbeiterplätzen verdrängen. Die Basisterminals werden weiterhin den Einstieg in einfache Anwendungen für DV, Text und Semigrafik bilden, wie zum Beispiel in kommerziellen Anwendungen, Branchenanwendungen, Büroanwendungen (Text, Electronic-Mail, Terminverwaltung), oder zur Bedienerführung bei CAD-Plätzen.

3.) Als Multifunktionsterminal außerdem für den Einstieg in professionelle Datenverarbeitungs-/Bürokommunikationsanwendungen (für Farbe, Grafik, Telefon, Sprache, Btx) oder in der Fertigung (PPS, CAM, CAP, CAQ). Einsatzschwerpunkte für PC-basierende Workstations werden in professionellen Anwendungen gesehen, zum Beispiel bei der Verlagerung von Anwendersoftware auf den Arbeitsplatz, bei der Unterstützung von CPU- und speicherintensiven Technologien (wie Image- oder Sprachverarbeitung), bei der Nutzung von Standardsoftware unter einem Standardbetriebssystem, beim LAN-Anschluß für verteilte Systeme für Dienste der Bundespost oder Emulationen.

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1.) - Ein zeitgemäßes Terminal muß eine Auswahl von Emulationen bieten, nicht nur die Standard-ASCII-Emulationen, sondern auch IBM 3101, 3161/62 mit kompatiblen Keyboards ebenso wie Kompatibilität mit PC/AT-Codes und AT/AT03-Tastatur. Weiterhin:

- 14-Zoll-Bildschirm in Papierweiß, Grün oder Bernsteinfarben,

- 80/132 Spalten und bis zu 48 Zeilen je Bildschirm (für Spreadsheets).

- Unabhängiger, gepufferter Druckerausgang,

- Tastaturbelegung und Zeichensatz per Software definierbar,

- VDE-Spezifikationen,

- Bildschirmanzeige von Kalender und Bildschirm eingebaut,

- Ergonomisches Design (dreh- und schwenkbar, scharfe Zeichendarstellung).

2.) Nahezu synchron mit dem Preisverfall der PCs haben sich auch die Preisniveaus des Low-end bei Terminals bewegt. Der Listenpreis für gute Terminals liegt mittlerweile unter 1000 Mark, was ein PC erst einmal nachmachen muß. Dazu käme dann noch eine Emulationssoftware, womit die PC-Lösung dann bei zirka 3000 Mark liegen würde, für den gleichen Funktionsumfang wie mit einem Terminal. Dieser Preisunterschied reicht aus, das Terminalgeschäft aufrechtzuerhalten.

Besonders bei Unix/Xenix-Anwendungen, die bekanntlich terminalintensiv sind und Zugang zu Systemressourcen wie Diskfiles, Druckern und Anwendungssoftware erfordern, multipliziert sich der Preis mit der Anzahl der angeschlossenen Geräte. Terminals bieten hier eine preiswerte Expansionsmöglichkeit.

Multiterminal-Anwendungen mit einem zentralen Host ohne die Notwendigkeit zu lokalen Berechnungen werden Terminal-orientiert bleiben.

Die nächste Generation der Systemsoftware wird in der Lage sein, Unix- und DOS-Applikationen gleichzeitig auf einem Terminal zu haben. Dadurch entfällt die Notwendigkeit für eine DOS-Maschine: Ein "billiges" Terminal tut den gleichen Dienst.

Eine andere Überlegung betrifft die verfügbaren Keyboard-Funktionen: 16 Funktionstasten, programmierbar in Sets, ergeben 64 Funktionen. Das ist bei Bildschirmen mehr oder weniger Standard, nicht jedoch beim PC. Außerdem erfordern Tastaturen für Emulationen 100prozentige Kompatibilität.

3.) Terminalintensive Installationen (Minis und Mainframes) sind der natürliche Markt für Terminals. Es besteht keine Notwendigkeit für lokale Intelligenz, da der Host diese Funktion bereitstellt. Eine wachsende Nachfrage kommt von Mikrocomputer-Installationen unter Unix/Xenix, wobei sich ein Low-cost-Multiuser-System mit Terminals konfigurieren läßt, ohne die Notwendigkeit, ein lokales PC-Netz mit allen damit verbundenen Kosten zu installieren, Obwohl Terminal-Emulationspakete für PCs angeboten werden, haben wir keinen tiefgreifenden Einfluß auf unser Bildschirm-Geschäft beobachtet. Besonders der untere Preisbereich erweist sich als konkurrenzfähig. PCs sind dort die Lösung der Wahl, wo eine gewisse Rechenleistung erforderlich ist und Multiuser-Aspekte keine wichtige Rolle spielen.