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02.08.1996 - 

Anwender und Geschäftsführer hegen zu hohe Erwartungen

Die Internet-Euphorie belastet IT-Manager

Der Druck auf die IT-Abteilungen wird von verschiedenen Seiten ausgeübt. Web-verrückte Anwender drängen darauf, sich ihre eigenen Arbeitsplätze einrichten und unbehelligt im Netz der Netze herumsurfen zu können - hier lauern hohe Kosten auf die Unternehmen. Nicht allein die Ausgaben für die Infrastruktur schießen in die Höhe, schlimmer noch wiegen die verdeckten Aufwendungen, die entstehen, weil sich Mitarbeiter nicht mehr mit den Dingen beschäftigen, für die sie entlohnt werden.

Auch die Chefetagen üben Druck aus. Sie hoffen, über das Internet unternehmerische Ziele wie globales Wachstum zu erreichen und das Verhältnis zu Lieferanten und Kunden optimal gestalten zu können. Ihr Eifer wird durch die enorme Geschwindigkeit unterstützt, in der Anbieter neue Produkte im Umfeld von Internet und Intranet herausbringen.

Für die ohnehin überlasteten IT-Manager in Großunternehmen bringt diese Entwicklung zusätzliche Probleme mit sich. Viele von ihnen sind der Meinung, die überwiegend euphorische Berichterstattung in den Medien habe dazu geführt, daß die Möglichkeiten des Internet überschätzt würden. Die CW-Schwesterpublikation "Computerworld" hat 100 IT-Verantwortliche in Großunternehmen befragt. Am meisten beklagen diese IT-Chefs unrealistische Anwendererwartungen.

Immerhin 36 Prozent der DV-Manager mußten ursprünglich anders verplante Ressourcen auf Internet-Projekte umleiten, weil das Topmanagement positive Berichte über das Netz der Netze gelesen und entsprechendes Engagement verlangt hatte. Aus der Umfrage geht ferner hervor, daß 28 Prozent glauben, zuviel Zeit mit der Beantwortung von entsprechenden Anfragen aus Fachabteilungen und dem mittleren Management zu verbringen. Und 16 Prozent sind sogar der Ansicht, es sei viel Geld verschwendet worden, weil man sich auf Anordnung von oben zu intensiv mit dem Thema beschäftigt habe.

Ein Ende des Internet-Hypes ist derzeit nicht absehbar. In der ersten Juli-Woche analysierten Marktforscher amerikanische Tageszeitungen und Magazine - mit erstaunlichen Ergebnissen. In 7235 Fällen wurde auf Internet, Intranet oder World Wide Web Bezug genommen.

Allerdings hat den Gazetten die extensive Berichterstattung nicht unbedingt gutgetan. Immerhin 40 Prozent der befragten IS-Manager hegen inzwischen weniger Vertrauen in die Fähigkeit der Medien, seriös und kompetent über neue Techniken zu informieren. Sie versuchen jetzt vermehrt, andere Informationsquellen anzuzapfen - vor allem Beratungsunternehmen, aber auch die Online-Dienste selbst profitieren von dieser Entwicklung. Sogar 73 Prozent der Auskunftgeber sind generell der Meinung, die Medien überschätzten die potentiellen Vorteile der neuen Technologien.

Pikanterweise sind es jedoch genau die skeptischen IT-Manager, die ihre Hausaufgaben in puncto Internet besonders gründlich gemacht haben und am besten informiert sind.