Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.04.2007 - 

Kolumne

Die IT ist noch nicht am Ende

17.04.2007

Was der Internationale Währungsfonds (IWF) letzte Woche zum Besten gegeben hat, ist einen zweiten Blick wert: Die Produktivität der Unternehmen ist nach Meinung der Experten nicht mehr sonderlich steigerungsfähig. Das sei, neben anderen Aspekten, auch deshalb der Fall, weil die Möglichkeiten der IT allmählich ausgereizt seien - zunächst vor allem in den USA, über kurz oder lang aber auch in Europa und Asien. Mit anderen Worten: Inzwischen ist so viel standardisiert, automatisiert und ausgelagert worden, dass keine Steigerungsmöglichkeiten mehr vorhanden sind.

Mit Verlaub, das ist Unsinn! Die IT ist so wenig ausgereizt wie die menschliche Erfindungskraft, von der sie unmittelbar abhängt. Die meisten Anstrengungen der IT gingen in den letzten Jahren dahin, die Unternehmensprozesse zu automatisieren und professionell zu unterstützen. Diese Rationalisierungsphase ist weit fortgeschritten, aber insofern noch nicht abgeschlossen, als unternehmensübergreifende Wertschöpfungsketten, die Lieferanten, Partner und Kunden einbeziehen, noch längst nicht überall durchgängig digitalisiert wurden.

Die Nutzung entscheidungsunterstützender IT-Systeme steht sogar erst am Anfang. Die zweite Auflage der Deloitte-Studie "In the dark" belegt das ganz deutlich: Die Topmanager großer Unternehmen steuern ihre Tanker im Wesentlichen auf der Basis der verfügbaren Finanzdaten. Geht es um andere wichtige Parameter, beispielsweise die Zufriedenheit der Kunden, das Commitment der Mitarbeiter, die Qualität der vorhandenen Governance- und Management-Prozesse oder die Fortschritte in Forschung und Entwicklung, fischen die Firmenlenker im Trüben. Sie begründen diesen Zustand in erster Linie mit dem Fehlen geeigneter Tools - eine Chance für die Business-Intelligence-Branche (siehe Seite 42).

Ebenfalls einen Produktivitätsschub wird vieles von dem bringen, was im Zusammenhang mit Web 2.0 diskutiert wird: Social Networks, Collaboration, mobiles Arbeiten und kollektive Intelligenz. Unternehmen, die hier eine gute Strategie entwickeln und die Chancen des Internets beispielsweise im Marketing und Vertrieb, in der Forschung oder im Wissens-Management konsequent nutzen, können sich von der Konkurrenz absetzen.

Rationalisierung, Standardisierung, Industrialisierung - das ist nur die eine Seite der IT-Medaille. Die andere, interessantere Seite bietet jede Menge Potenzial. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das verfügbare Wissen diesseits und jenseits der Unternehmensgrenzen intelligent nutzen lässt. Anstatt die IT zu den Akten zu legen, sollten Unternehmen ihren IT-Mitarbeitern die Chance geben, nach Antworten zu suchen. Es könnte sich lohnen.