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23.03.2001 - 

E-Procurement & B-to-B/Gastkommentar

Die Kehrseite der Medaille

Hadi StielFreier Journalist

Als Verkaufsargumente kommen die Vorteile von Internet-Marktplätzen durchaus überzeugend daher. Schneller, gezielter, weiträumiger und vor allem kostensparend könnten Unternehmen unter dem Schirm solcher Portale agieren. In erster Linie mittelständische Unternehmen sollen von diesem elektronischen Schulterschluss profitieren können.

Aber lesen wir doch einmal zwischen den Zeilen. Sollten Internet-Marktplätze im von den Anbietern anvisierten Maß wirklich Fuß fassen, wird das zwangsläufig auch die Markttransparenz erhöhen. Das wird die Preise für Waren und Dienstleistungen kräftig unter Druck setzen und die Gewinnmargen gleich mit. Rationalisierung in Form von Personalabbau - denn das steht vor allem hinter dem Wort "kostensparend" - wird die Folge sein. Zumal die gemeinsame Absolvierung durchgehender Geschäftsabläufe, beispielsweise von Beschaffungsprozessen, via Portal diesen Effekt per se mit sich bringt.

Natürlich muss der Mittelstand mehr auf IT setzen, wenn er sich gegenüber den Großen in Industrie und Handel behaupten will. Wichtig genug für die deutsche Wirtschaft sind mittelständische Unternehmen ohnehin, mit 57 Prozent Anteil an der Bruttowertschöpfung, mit der Hälfte aller getätigten Investitionen und rund zwei Dritteln aller Beschäftigten. Doch was, wenn hier via Portal die Effektivität des Personaleinsatzes der in größeren Unternehmen auch nur auf halbem Wege entgegenkäme?

Die Großen nämlich stemmen 43 Prozent der Bruttowertschöpfung mit nur 34 Prozent der Beschäftigten. Wäre der Mittelstand auch so effektiv, würden mehrere Millionen Beschäftigte arbeitslos. Das ist eben die andere Seite der Medaille, die aber kein Anbieter im Bereich Internet-Portale allzu sehr aufleuchten lässt.