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02.09.1988

Die KI-Forschung wendet sich einem alten Gebiet zu:Experten setzen jetzt auf die Sprache

MÜNCHEN (CW) - KI-Wissenschaftler werden künftig verstärkt in Richtung Sprachverarbeitungssysteme forschen. Diese Tendenz zeichnete sich auf der European Conference on Artificial Intelligence (ECAI) in München ab. Auswirkungen auf den ohnehin erst kleinen Markt für kommerzielle KI-Produkte hat dies aber noch nicht.

Nach wie vor sind Expertensysteme das Aushängeschild der KI-Forschung. Obwohl erst seit rund fünf Jahren auf diesem Spezialgebiet der KI gearbeitet wird, sind in der industriellen Anwendung schon einige Erfolge zu verzeichnen. Ende 1987 betrug nach Angaben von Joachim Stender von der Brainware GmbH in Berlin das Marktvolumen von Expertensystemen 90 Millionen Mark. Für 1988 werden 122 Millionen geschätzt.

Im kommerziellen Einsatz befanden sich Ende 1987 rund 25 KI-Systeme. Der Seifenhersteller Henkel beispielsweise setzt in Düsseldorf Expertensysteme in der Prozeßsteuerung ein. Die Bayer AG in Leverkusen nutzt computerisiertes Wissen für die umweltfreundliche Aufbereitung anfallender Schwefelsäure; die Steinmüller GmbH in Gummersbach erstellt mit wissensbasierten Systemen Konfigurations- und Angebotspläne.

Neue KI-Anwendungen aus dem sprachlichen Bereich dagegen haben sich bisher nur spärlich auf dem Markt etabliert. Ein Spezialgebiet, die maschinelle Übersetzung, verzeichnet einige Erfolge: Für den Bereich medizinischer Anwendungen entwickelte beispielsweise die Gesellschaft für elektronische Sprachsysteme mbH in Berlin mit der Leitz GmbH in Wetzlar ein sprachgesteuertes Operations-Mikroskop.

Spektakuläre Ergebnisse, die sich in industriellen Anwendungen widerspiegeln, sind gegenwärtig aber nicht zu erwarten. Peter Mertens vom Institut für Betriebswirtschaft in Erlangen rechnet erst in 15 bis 20 Jahren mit kommerziellen Durchbrüchen auf dem Gebiet der natürlichsprachlichen Systeme.