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22.09.2000 - 

Kolumne

Die Kirche im Dorf lassen?

Christoph Witte, Chefredakteur CW

Der Highend-Unix-Server "Superdome" stellt nach Expertenmeinung HPs wichtigste Hardwareankündigung (siehe Seite 43) der vergangenen Jahre dar. Stimmen die Angaben des Herstellers, schlägt die Maschine - gemessen nach TPC-C-Benchmarks - die Angebote der Konkurrenz um rund 30 Prozent. Dass der President der Computer Group Duane Zitzner die Hardware dennoch nur als "Eintrittskarte für das Spiel" bezeichnet, verwundert zunächst, zumal HP mit dem Computer- und Druckergeschäft den allergrößten Anteil seines Umsatzes bestreitet. Bei genauerem Hinsehen besteht die Superdome-Offerte jedoch nur zum Teil aus Hardware, und der flapsige Spruch von der "Eintrittskarte" gerät zur programmatischen Aussage.

Neben den technischen Neuerungen zeigen vor allem das Preismodell und die Serviceofferten den Weg, den HP wohl künftig beschreiten wird. Das so genannte Utility Based Pricing erlaubt es Anwendern, nur die CPUs zu bezahlen, die sie pro Monat auch nutzen. Der Kunde braucht sich nicht mehr beim Kauf festzulegen, wie viel Leistung er über die nächsten Jahre benötigt, und muss diese auch nicht mehr von Anfang an bezahlen. Zwar bietet auch die Konkurrenz das Freischalten zusätzlicher CPUs, doch das "Abschalten" einmal aktivierter Prozessoren ist nicht vorgesehen. Gepaart mit der Technik des "Virtual Partitioning", das es via Softwarebefehl erlaubt, bestimmten Applikationen dynamisch Rechner-ressourcen zuzuordnen, entsteht zumindest im Ansatz so etwas wie Pervasive Computing oder Computing aus der Steckdose.

Superdome stellt für HP eine wichtige Wegkreuzung dar: Weg vom Hardwareanbieter hin zum IT-Dienstleister, der die gesamte IT-Wertschöpfungskette meistern will. Abgesehen von Hardware und systemnaher Software soll in Zukunft verstärkt im Servicesektor Geld verdient werden und dabei nicht nur mit Implementierung und Support, sondern, wie das Interesse an Pricewaterhouse-Coopers zeigt, auch mit Strategieberatung. Wenn HP dabei versucht, die Interessen der Anwender zu berücksichtigen wie beim Finanzierungsmodell für den Superdome, könnte daraus etwas werden. Wenn nicht, geht es genauso schief wie bei vielen anderen Anbietern vorher, die sich nur deshalb Dienstleister nannten, weil sie ihre Innovationskraft verloren hatten. Kommentare zu dieser Kolumne bitte an cwitte@computerwoche.de