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18.03.1983 - 

Mikrocomputer-Boom erreicht auch den Ostblock:

Die Kleinen sind in Ungarn ganz groß

Auch in Ungarn zieht der Mikrocomputer- Boom seine Kreise, aber der gegenwärtige Stand in ihrer Entwicklung und Anwendung entspricht etwa dem der westlichen Länder vor zwei oder drei Jahren. Über das Angebot und die zukünftigen Aktivitäten der ungarischen DV-Industrie berichtet Karoly Stuka, Fachjournalist aus Budapest.

In Ungarn begann man mit der Entwicklung kleiner Rechner erst 1981. Damals wurden sowohl auf der Frühjahrsausstellung " The computing for everybody - everybody for computing" als auch auf der Budapest National Fare " (BNF) preiswerte EDV Systeme vorgestellt. Einen breiten Raum nahmen dabei Mikrocomputer und deren Anwendungsmöglichkeiten ein. Die Entwicklung dieses Marktes verlief dann ähnlich wie in den westlichen Ländern.

Neben den bereits bekannten Computerherstellern wie Videoton und SZKI schossen nun zahlreiche Unternehmen aus dem Boden, die ursprünglich nur am Rande mit Computern zu tun hatten oder im elektronischen Bereich tätig gewesen waren.

So brachte Terta, ein Unternehmen, das auf Telekommunikation spezialisiert ist, das intelligente Terminal TAP-34 auf den Markt, das Ach als Personal Computer einsetzbar ist. Die Medicor, bekannt durch ihre Röntgenapparate und andere medizinische Geräte, entwickelte zusammen mit dem Budapester Institut für Technologie die mikroprozessorgesteuerten Control-Boards MMT. Die ursprünglich für medizinische Apparaturen entwickelten Produkte erwiesen sich auch im kommerziellen Bereich als so erfolgreich, daß sie weiterentwickelt wurden. Daraus entstand der Mikrocomputer MOD-81.

Das gegenwärtig innovationsfreudige Klima begünstigt die Entwicklung von Mikrocomputern und entsprechender Software. Besonders aktiv in dieser Richtung arbeiten die landwirtschaftlichen Kooperativen. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Boscoop-Kooperative, die zunächst für den eigenen Bedarf einen Kleinrechner mit Software produzierte, der mittlerweile aufgrund seiner Leistungsstärke in großem Stil vermarktet wird.

Ausbildung wird großgeschrieben

Viel Wert wird auf EDV-Ausbildung gelegt. So ist geplant, noch in diesem Jahr über 1000 Mikrocomputer im Ausbildungswesen einzusetzen. In den Universitäten, und hier insbesondere in den pädagogischen Hochschulen, arbeiten Hochschulangehörige erfolgreich bereits mit einigen hundert Geräten. Mittel- und Grundschulen sollen nun auch mit Mikrocomputern ausgestattet werden. In diesem Jahr steht ebenfalls die Massenproduktion von Mikros auf dem Plan. Lag 1982 die Zahl nur bei einigen hundert, soll sie 1983 um das Fünf- bis Sechsfache steigen. Hand in Hand damit gehen Entwicklung und Herstellung von Peripheriegeräten für diese Rechner. So hat bei CRT-Terminals Ungarn innerhalb des Ostblocks die Spitzenposition inne, und die Disketten von MOM sowie die Minifloppy von BRG erreichen Weltstandard.

Ein Schwerpunkt der ungarischen DV-Industrie ist die Softwareentwicklung, die mit dem raschen Wachstum im Hardwarebereich Schritt hält.

Pascal und Basic sind allgemeiner Standard, die unter CP/M- und Unix-ähnlichen Betriebssystemen laufen. Dies ist ein Indiz dafür, daß die ungarische Mikrocomputersoftware für den Außenhandel wichtig werden kann .

In der derzeitigen Entwicklungsphase ist eine präzise und längerfristige Prognose schwierig.

Jedoch werden aufgrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Struktur in den Ostblockstaaten keine Erfolge auf dem Heimcomputermarkt erwartet. Der vorwiegende Anwendungsbereich liegt vorläufig noch in der Ausbildung. Das höchste Wachstum erwartet man allerdings langfristig bei Personal Computern, die in Büros und technisch-wissenschaftlichen Bereichen einsetzbar sind.