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12.10.2006

Die komfortable Bildermaschine

Im Mittelpunkt von Apples erstem Photokina-Auftritt stand Version 1.5 des Postproduction-Tools "Aperture". Die Software soll dem Fotografen die Arbeit des gesamten digitalen Produktionsprozesses erleichtern - von der Verschlagwortung bis hin zur Präsentation.

Von Dr. Thomas Hafen

Mit Version 1.5 des Postproduction-Tools Aperture hat Apple das größte Manko der Software beseitigt und die im Hintergrund arbeitende SQL-Datenbank geöffnet. Nun muss der Nutzer seine Bilder nicht mehr zwingend in die Datenbank importieren, sondern kann sie referenzieren.

Schon der Import gestaltet sich ausgesprochen komfortabel: Der Fotograf kann seine Bilder nicht nur wahlweise in die Datenbank oder einen vordefinierten Ordner kopieren oder verschieben, er kann sie auch on-the-fly umbenennen und sogar in eine auf bestimmten Metadaten-Kriterien basierende Unterordnerstruktur einsortieren lassen.

Während des Imports lassen sich zudem automatisch Metadaten-Sätze - beispielsweise mit Copyright-Informationen - den Dateien zuordnen. Beim Export von JPEGs oder Tiffs werden die Metadaten in den exportierten Dateien gespeichert. Bei RAW-Dateien, wo dies nicht möglich ist, legt Aperture beim Export ein XMP-Sidecar-File an.

Referenziert der Nutzer seine Bilder und verschiebt sie später per Finder in einen anderen Ordner, bekommt Aperture dies mit und passt den Link automatisch an. Nur wenn der Anwender eine Datei manuell umbenennt, geht die Verbindung verloren. Mit einer in Aperture integrierten Suchfunktion lässt sich das Bild aber leicht wiederfinden und die Referenzierung erneuern. Eingegebene Metadaten oder Bearbeitungsprofile gehen nicht verloren.

Ist die Originaldatei nicht verfügbar, zum Beispiel weil sie auf einer externen, nicht angeschlossenen Festplatte oder auf einer DVD liegt, ist eine Verwaltung der Bilder trotzdem möglich. Das Tool verwendet dann Vorschaubilder, die in der Datenbank gespeichert werden. Je nach vorhandenem Platz und je nach Rechnerleistung lassen sich Previews in unterschiedlicher Größe und Qualität speichern. Die Vorschaubilder kann man auch zu einem einfachen und schnellen Dateiexport nutzen: Zieht man ein Preview-Bild per Drag & Drop auf den Schreibtisch, erzeugt Aperture automatisch ein JPEG in der vorgewählten Größe.

Verbessert und erweitert hat Apple auch die Integration in die iLife- und iWork-Applikationen. So lassen sich Bilder direkt aus Aperture an iDVD oder Keynote übergeben, um eine DVD, eine Diaschau oder eine Präsentation zu generieren. Auch auf den iPod können die Bilder gebracht werden - allerdings ist dazu der Umweg über iPhoto und iTunes nötig.

Neben der bisher vorhandenen Unschärfe-Maske gibt es nun ein zweites Schärfungs-Tool (Edge Sharpen), das sich wesentlich feiner einstellen lässt. Die Funktion arbeitete bei einem ersten Kurztest sehr gut. Während die Kanten geschärft werden, bleiben feine Texturen erhalten, Farb- oder Helligkeitssäume (Halos) lassen sich praktisch völlig vermeiden. Feintuning gibt es auch bei der Farbkorrektur: Der Nutzer kann nun Sättigung und Kontrast einzelner Farbbereiche sehr fein steuern.

Bei der Lupenfunktion hat Apple ebenfalls nachgelegt. Die Lupe zeigt nun auf Wunsch den Bereich direkt unter dem Cursor mit bis zu 1.600facher Vergrößerung an. Die bisher bekannte Offset-Lupe ist aber nach wie vor vorhanden. Ein einblendbares Pixelgitter erlaubt es, auch in sehr homogenen Farbflächen und bei großer Vergrößerung einzelne Pixel zu identifizieren. Die Lupe lässt sich auch als Vorschau-Tool bei der Bildbearbeitung einsetzen. Veränderungen an Kontrast, Helligkeit et cetera wirken sich dann im Vorschaumodus nur auf den Lupenbereich und nicht auf das gesamte Bild aus. Das spart Rechenleistung und erlaubt auch auf weniger üppig ausgestatteten Rechnern ein flüssiges Arbeiten. Wie gut Aperture tatsächlich auf älteren Macs läuft, ließ sich anhand der Photokina-Präsentation nicht abschätzen.