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21.10.1994

Die Kommunen ruesten um Dezentrale DV soll bald fuer buergernahe Vewaltung sorgen

MUENCHEN (CW) - Ein Riesengeschaeft versprechen sich die Dienstleister von der Modernisierung der kommunalen Datenverarbeitung. In fast allen Bundeslaendern stehen zur Zeit Dezentralisierungsprojekte an. Groesstes Hemmnis ist jedoch die angespannte finanzielle Situation der oeffentlichen Hand.

Die DV-Investitionen der Kommunalverwaltungen lagen 1993 nach Erhebungen der Muenchner Unternehmensberatung UBM GmbH bei rund 1,55 Milliarden Mark. Dabei wurde mit 620 Millionen Mark das meiste Geld von den Gebietsrechenzentren ausgegeben, die oft grosse Teile der Datenverarbeitung fuer kleinere und mittlere Gemeinden erledigen.

Die Kommunen suchen vor allem nach Konzepten fuer offene und verteilte Datenverarbeitung. Sie gelten, so die von Bull in Auftrag gegebene Studie, als besonders geeignet, um die aktuellen Ziele der Behoerden umzusetzen. Client-Server-Projekte sollen ihnen helfen, mehr Buergernaehe zu schaffen, die Mitarbeiter besser zu motivieren, die Effizienz zu steigern sowie an der Wirtschaftlichkeit orientiertes Denken und Handeln zu foerdern.

Hinzu kommt, dass schon feste Plaene in den Gebietsrechenzentren der alten Bundeslaender zur Dezentralisierung vorliegen. Da nach Informationen der UBM-Analysten die Einfuehrung von PC- oder Unix- basierter Buerokommunikation weitgehend abgeschlossen ist, sollen in Baden-Wuerttemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen bis 1997 alle nicht zentralen Anwendungen dezentralisiert werden. In Schleswig- Holstein, Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz sind die Gebietsrechenzentren bereits weiter. Hier werden jetzt auch die zentralen Anwendungen in Angriff genommen.

Lukrativ ist dieser Markt vor allem fuer Dienstleister. Waehrend das DV-Gesamtbudget aufgrund der leeren Stadtkassen bis 1997 nur um etwa vier Prozent auf 1,8 Milliarden Mark anwachsen wird, soll der Anteil der Ausgaben fuer Software und Services von derzeit 16 Prozent auf 25 Prozent steigen. Verdienen die Dienstleister zur Zeit etwa 50 Millionen Mark bei den Kommunen, so sollen es in drei Jahren bereits 58 Millionen Mark sein. Laut UBM sind sich die DV- Spezialisten der Kommunen im klaren, dass die anstehenden Projekte im Alleingang nicht zu bewaeltigen sind.