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01.04.1994

Die Kommunikationszentrale PC erhoeht Nachfrage nach Netzdiensten Telekom propagiert ISDN als Medium fuer die Datenautobahn

HANNOVER (pg) - Der deutsche Informations-Highway nimmt Konturen an. Die Telekom beabsichtigt, ISDN als Datenautobahn fuer multimediale Anwendungen sowie zur Verflechtung der zehn Millionen in der Bundesrepublik installierten PCs zu vermarkten. Insgesamt erwartet der Carrier fuer das digitale Netz starke Zuwachsraten.

ISDN soll sich, geht es nach dem Willen der Telekom, als universelles Netzwerk fuer die PC-Kommunikation etablieren. Dabei koennte es zur Basis eines deutschen, vielleicht sogar europaeischen Informations-Highways werden, so Horst Gellert, im Vorstand der Telekom fuer den Bereich Geschaeftskunden verantwortlich. Gellert machte diese Aussage anlaesslich einer Pressekonferenz auf der CeBIT '94. Er reagierte damit indirekt auf die Kritik, die Deutschen wuerden sich zuwenig mit der Schaffung eines solchen Informationsnetzes beschaeftigen. Das Thema hatte in den vergangenen Wochen durch die Initiative des US-Praesidenten Bill Clinton hohe Wellen geschlagen.

Gellert sieht in dem digitalen Netz eine Datenautobahn, die im Westen Deutschlands flaechendeckend zur Verfuegung steht und in den neuen Bundeslaendern bereits von 80 Prozent der Geschaeftskunden genutzt werde. Der Netzdienst bietet nach Ansicht des Telekom- Managers eine gute Voraussetzung, die rund zehn Millionen in Deutschland installierten PCs zu verbinden.

Hinter dieser Aussage verbirgt sich das neue Konzept der Telekom, Geschaeftskunden kuenftig mit Multimedia-Argumenten zu ueberzeugen. Strategen des Carriers rechnen damit, dass die Zahl der multimedialen Anwendungen in den naechsten Monaten sprunghaft ansteigen wird. Der TK-Riese sucht deshalb, wie die juengste Kooperation mit Intel zeigt, den Kontakt zu PC-Firmen. Die Vereinbarung mit dem Chipproduzenten sei nicht die letzte dieser Art gewesen, unterstrich Gellert das Engagement der Telekom auf diesem Gebiet und fuegte hinzu: "Die diesjaehrige CeBIT stellt einen Meilenstein fuer den vielpropagierten Multimedia-Sektor dar."

In der Schaltzentrale der Telekom setzt sich die Strategie durch, den PC durch die Integration von Video, Audio, Grafiken, Bilder und Daten zu einer umfassenden Kommunikationszentrale auszubauen. Die Anwender sollen ueber mehr Kommunikationsdienste und - anwendungen verstaerkt ISDN nachfragen.

In bezug auf Geschaeftskunden spielt ISDN bei der Planung der Telekom ohnedies eine grosse Rolle. Das Unternehmen, das sich weltweit als ISDN-Spitzenreiter sieht, hat eigenen Angaben zufolge ueber 1,2 Millionen ISDN-B-Kanaele verkauft und will diese Zahl bis Ende 1995 auf 2,6 Millionen hochschrauben. Im vergangenen Jahr setzte die Telekom mit ISDN knapp 2,5 Milliarden Mark um, das entspricht gegenueber 1992 einem Plus von mehr als 130 Prozent. Fuer 1994 erwarten die Bonner einen Umsatz von rund 3,7 Millarden Mark.

Dieses Vorhaben soll laut Gellert durch preiswertere ISDN- Endeinrichtungen, Massnahmen zur erhoehten PC-Kommunikation, Foerderung von Multimedia-Anwendungen sowie die Vermarktung von ISDN auch ueber externe Partner erzielt werden. Einen zusaetzlichen Anschub fuer das digitale Netz erhofft sich das Telekom-Management von dem Ende 1993 eingefuehrten Euro-ISDN. Fuer das Marktsegment Multimedia-Services, in dem der Konzern gegenwaertig 300 Millionen Mark umsetzt, prophezeit der Vorstand bis zum Jahr 2000 einen Umsatz von sieben Milliarden Mark. Insgesamt will Gellert mit seinem Bereich im laufenden Geschaeftsjahr 29 Milliarden Mark erwirtschaften.