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27.05.1977 - 

System 34-Schock vordergründig verdaut:

Die Konkurrenz gibt sich gelassen

"Der Marktführer hinkt hinter dem Markt her; dazu noch mit einem System, das nur über eine unzureichende Hardware-Ausstattung verfügt und wahrscheinlich gar nicht so billig sein wird, wie zunächst gedacht. Ein System, das die /32-Scharte wettmachen soll." Dies ist das komprimierte Ergebnis einer CW-Blitzumfrage unter einigen von der IBM System /34-Ankündigung direkt betroffenen MDT-Herstellern.

Alle Angesprochenen gaben sich erstaunlich selbstbewußt und optimistisch. Von Weltuntergangsstimmung keine Spur. Niemand denkt daran, seine Preise zu senken oder die Marketing-Strategie zu ändern. Im Gegenteil: "Wir fühlen uns gerade durch die /34-Ankündigung in unserer Marketing-Politik der letzten Jahre bestätigt", kommentiert etwa Gerhard Jörg, stellvertretender Geschäftsführer bei CTM/Diehl. Auch DDC-Geschäftsführer Peter Rosenbeck erblickt im jüngsten IBM-Announcement einen positiven Aspekt: "Es hat lange Zeit gedauert, dem Markt klarzumachen, daß die Zukunft im Dialog-System liegt." Jetzt, wo auch Tonangeber IBM zum dialogorientierten Kleinsystem überschwenkt, so glaubt Rosenbeck, müsse der Anwender nun eigentlich wissen, wo's lang geht.

Der erste Schreck über die angekündigten Systeme /34 Kauf- beziehungsweise Mietpreise ist vordergründig verflogen. "Die Preise sind noch gar nicht deutlich zu erkennen", beschwichtigt beispielsweise Heinz Beyer, Kienzle-Abteilungsleiter für Produkt- und Systemplanung. Auch Gier-Presse-Chef Dr. Wolf von der Lancken ist skeptisch: "Der Preis scheint auf den ersten Blick gefährlich. Doch entscheidend für die Endsumme ist letztlich die Größe der Konfiguration, und es ist im Augenblick noch nicht klar ersichtlich, welche Komponenten etwa für ein Acht-Platz-System nötig sind."

Jürgen Olschewski, Nixdorf-Verkauf-Leiter

Magnetplattensysteme, kritisiert, daß der Anwender für die Software extra zahlen muß: "Das Steuerprogramm kostet monatlich 245 Mark, der RPG II-Compiler 72 Mark, die Utilities noch einmal 86 Mark, und wenn der Kunde zum Beispiel drei Programmpakete braucht, dann müssen diese in einem Rechenzentrum auf einer 370/158 generiert werden. Zusätzliche Kosten :Rund 1340 Mark". MDS-Geschäftsführer Dr. Eckhard Schutz glaubt dagegen, daß IBM mit der getrennten Berechnung von Hard- und Softwarepreisen "endlich das in Gang bringt, was der Markt braucht."

Im Brennpunkt der Kritik steht daneben häufig die /34-Konzeption "Festplatte-Floppy Disk": "Eine über holte Sache", urteilt Dietz-Verkaufsleiter Willi Pesch. Auch Nixdorf-Mann Jürgen Olschewski hält die Lösung für recht unglücklich, vor allem im Hinblick auf die Datensicherung: "Bei der kompletten Sicherung einer Platte müssen etwa 30-40 Disketten gehandelt werden."

Mögliches (oder unmögliches?) Fazit der Umfrageaktion: Die IBM-Ankündigung hat allen bisherigen Herstellern von dialogorientierten Kleinsystemen bestätigt, daß sie schon seit längerem auf dem richtigen Marketing-Weg sind. Im übrigen aber bleibt das neue IBM-System wegen erheblicher Mängel auf der Strecke.

System /34 also ein Papiertiger? Wohl kaum. Zumindest, was den zu erwartenden Umsatz anbetreffen wird, zu dem gewiß eine ganze Reihe frustrierter System /32-Anwender beitragen werden.

Bliebe vielleicht zu fragen, was passiert wäre, wenn nicht IBM, sondern ein "namenloser" Hersteller zum jetzigen Zeitpunkt ein System /34 vorgestellt hätte. Ob man ihn wohl ausgelacht hätte?