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09.05.1975 - 

Wo bleiben 80 Millionen Mark?

Die Kosten der kostenlosen DV

KASSEL - Ein Mannjahr ist im Bereich des Hessischen Datenverarbeitungs-Verbundes runde 100 000 Mark wert. Eine Planungs- oder Programmierstunde kostet nämlich 49,30 DM im Durchschnitt. Das haben die Betriebsabrechner der hessischen kommunalen Gebietsrechenzentren (KGRZ) ermittelt. Eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung wie sie am Ultimo nötig ist (öffentlich-rechtlich: "ein Personalabrechnungsfall") kostete beim KGRZ Kassel DM 1,40.

Ergebnisse der Kostenträgerrechnung siehe Tabelle.

Das Kommunale Gebietsrechenzentrum Kassel hat in einem anläßlich seines fünfjährigen Bestehens herausgegebenen Geschäftsbericht nicht nur aufgezählt, was es geleistet hat, sondern auch angegeben, was diese Leistungen im einzelnen kosteten. Die Gesamtausgaben des KGRZ Kassel betrugen 1974 rund 7,6 Millionen Mark; davon brauchte man knapp drei Millionen für Maschinenmiete und etwas über drei Millionen Für das Personal. Die Kosten tragt im wesentlichen das Land Hessen, da der aus einer Zentrale und fünf Gebietsrechenzentren bestehende Hessische Datenverarbeitungsverbund die Arbeiten for seine Mitglieder kostenfrei durchführt. Gesamtbedarf an Haushaltsmitteln in diesem Jahr for den Verbund: etwa 80 Millionen Mark.

Fernverarbeitung gestrichen

Angesichts des jetzt schon erreichten hessischen DV-Aufwandes beurteilt man die weitere Entwicklung zurückhaltend: "Zunächst wird die geplante große Datenfernverarbeitungslösung betroffen, die auf absehbare Zeit dem Rotstift zum Opfer fallen wird" heißt es im Kasseler Geschäftsbericht. "Punktuelle DFV-Anwendungen werden fortgesetzt, obwohl sich aus der zunehmenden Verknappung des internen Speichers (370/155 mit 512 K) schon jetzt Grenzen zeigen :Aus finanziellen Gründen haben die Kasseler auch den Plan fallen lassen, dieses Jahr eine 370/158 anzumieten.

Mit der Datenfernverarbeitung hat man in Kassel bisher unangenehme Erfahrungen gemacht: obwohl erst sechs Mitglieds-Städte DFV betreiben, wird dadurch soviel Maschinenkapazität blockiert, daß zumindest eine "verdünnte" dritte Schicht eingerichtet werden mußte.

Erfolg durch Schulung

Durch Schulung der Operatoren konnte 1974 der Multiprogrammingfaktor (Verhältnis von Maschinenlaufzeit zu Verweilzeit) von 1,5 im Januar bis auf 2,4 im Dezember gesteigert werden. Im Monatsdurchschnitt erreichte man 1,9.

In dem der Privatwirtschaft am ehesten vergleichbaren Bereich der Lohn- und Gehaltsabrechnung erreichte das KGRZ Kassel im vorigen Jahr ein Verhältnis von 19 Prozent Test- und 81 Prozent Produktionszeit. Insgesamt 1637 Stunden Verweilzeit verzeichnete die Statistik für die Abrechnungen für bis zu 70.000 Arbeiter, Angestellte und Beamte.