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13.10.1989 - 

Weltweit 2250 Systeme installiert

Die Künstliche Intelligenz verläßt den Elfenbeinturm der Universitäten

MÜNCHEN (pi) - Expertensysteme oder Künstliche Intelligenz - noch vor wenigen Jahren hing diesen Systemen der Ruf an, nur an Hochschulen eingesetzt zu werden und praxisfern zu sein. Hier hat sich in den letzten Jahren ein erheblicher Wandel vollzogen: Heute sind weltweit etwa 2250 Expertensysteme im Einsatz - mehr als zwei Drittel davon in den USA.

Wenn auch das von Fachleuten prognostizierte Wachstum im letzten Jahr empfindliche Einbrüche hinnehmen mußte, so werden den wissensbasierten Systemen auf dem Softwaremarkt immer noch hohe Umsätze für die nächsten Jahre vorausgesagt. 1988 betrugen die Investitionen in Kl-Techniken weltweit etwa 2 Milliarden Mark; mehr als 60 Prozent aller angegangenen Projekte konnten erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Geschichte der Künstlichen Intelligenz begann vor etwa 30 Jahren, mit einem Projekt zur maschinellen Sprachübersetzung, das allerdings mißlang. Die begrenzten Möglichkeiten der Rechnergeneration, die in den 60er Jahren zur Verfügung stand, verurteilte viele erfolgversprechende Konzepte schon im Anfangsstadium zum Scheitern. Erst in den 70er Jahren wurden endgültig die Grundlagen der Wissensrepräsentation und -verarbeitung erarbeitet, und erste Expertensysteme wurden erfolgreich in verschiedenen, allerdings abgegrenzten Anwendungsgebieten eingesetzt. Heute können wissensbasierte Systeme nicht nur auf Großrechnern, sondern auch auf Workstations und sogar PCs eingesetzt werden.

Zu den Eigenschaften der Kl-Systeme gehören logisches und assoziatives Schlußfolgern, Sprachverstehen und nicht zuletzt Problemlösen. Auf der SYSTEMS '89 werden bei allen Herstellern von KI-Systemen auch Anwendungen zu sehen sein. Expertensysteme sind heute schon im Bereich der Qualitätssicherung im Einsatz, aber auch bei Banken und Versicherungen. Gerade in diesen Dienstleistungsbereichen liegen nach Einschätzungen von Marktforschern auch die größten Wachstumsraten für wissensbasierte Systeme. Der Kunde kann sich spielerisch, schon vor dem eigentlichen Gespräch mit dem Sachbearbeiter, informieren. Mit einfachen Schritten wird er durch das Programm geführt und kann vom Rechner bereits erste Problemlösungen in das Beratungsgespräch einbringen. Ein Expertensystem wird den Menschen niemals ersetzen können, sondern mit ihm als Team eine konkurrenzfähige Einheit bilden.

Der die SYSTEMS '89 begleitende Kongreß der Gesellschaft für Informatik wird sich auch mit den wissensbasierten Systemen beschäftigen. Fachbesucher der Münchner Computermesse haben so die Gelegenheit, die KI-Techniken nicht nur bei den Ausstellern in der Praxis zu sehen, sondern sich auch anhand der Expertenvorträge und -gespräche über neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz zu informieren.