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24.09.1976 - 

Grafisches lnformationssystem bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm:

"Die Last liegt beim Anwender"

MÜNCHEN - "Das Interesse an der grafischen Datenverarbeitung ist enorm gestiegen, glaubt Dr. Gunter Oesterhelt, Leiter Systemtechnik/Mathematik bei der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, Ottobrunn bei München. In der Oesterhelt-Abteilung werden grafische Anwendungssysteme sowohl für die MBB-Fachabteilungen wie für externe Kunden entwickelt.

Daß die Auseinandersetzung mit CAD (Computer Aided Design) und CAM (Computer Aided Manufactoring) bei den Anwendern in Gang gekommen ist, hat nach Oesterhelt eine ganz simple Erklärung: "Grafik ist für den Konstrukteur und Designer ein wirkungsvolleres, komfortableres Verständigungsmittel als zum Beispiel die Sprache."

Wenn grafische Datenverarbeitung dennoch bisher ein "Privileg der Großfirmen" geblieben sei, so liege das nach Meinung von Oesterhelt ausschließlich daran, daß es keine Anwendungssoftware über das hinaus gebe, was die Plotterfirmen gemacht haben: "Die Last liegt beim Anwender."

Zumal Vereinheitlichkeitstendenzen bei den Programmiersprachen für die Formulierung grafischer Probleme zur Zeit nicht erkennbar seien. Darüber hinaus fehle ein dem im kommerziellen (verbalen) Bereich zum Standard gewordenen Datenbanksystem wie Codasyl vergleichbares Verwaltungssystem für grafische Informationen, auf das gezielt Anwendungen aufgesetzt werden können. Verständlicherweise stolz ist der MBB-Abteilungsleiter auf Eigenentwicklungen bei der Software: "Auf der Industrieseite sind wir schrittmachend."

So habe man ein grafisches Informationssystem entwickelt ("da stecken -zig Mannjahre drin"), in dem die Makros so ausgelegt sind, "daß sie gleich zu einer grafischen Ausgabe führen" (Oesterhelt). Zur Zeit wird in Ottobrunn am Entwurf eines grafisch interaktiven Arbeitsplatzes gearbeitet.

Bayern digital

An Hardware speziell für grafische Datenverarbeitung gibt es bei MBB in der Abteilung Systemtechnik/Mathematik zwei interaktive Displays mit Lichtstift (IBM 2250 und Sanders 500), ein selbstentwickeltes automatisches Digitalisierungsgerät sowie mehrere Calcomp-Plotter. Als Rechner ist eine PDP-11/70 von Digital Equipment im Einsatz.

Von der Software-Seite her ist MBB bei dem Projekt "Agrarleitplan" beteiligt, das - so Oesterhelt - zum Ziel hat, "Bayern zu digitalisieren". Über ein "landwirtschaftliches" Rechnernetz, das zur Zeit mit IBM- und zum Teil Sanders-Hardware aufgebaut wird, will das Bayerische Landwirtschaftsministerium in einem "Bayerischen Allgemeinen Landwirtschafts-Informations-System" BALIS (Grafik) die komplette Flächenplanung abwickeln: Die einzelnen Regierungsbezirke bekommen grafische Systeme (3280-Controller, Calcomp-Plotter), die über Vorschaltrechner (IBM/7) mit dem Zentralrechner im Münchner Ministerium (370/158) online verbunden sind.