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06.05.2015 - 

Mobile SEO

Die Lehren aus dem Google Mobile Update

Eva Wagner ist Superhero im Online Marketing Team von OnPage.org, dem Softwareanbieter von Tools für bessere Webseiten. Nach Ihrem Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz arbeitete sie bereits zwei Jahre im Online Marketing bei der getmobile GmbH.
Am 21. April hat Google ein bedeutendes Update für seine Suchergebnisse ausgerollt, wodurch die mobile Optimierung einer Webseite zum offiziellen Ranking-Kriterium wurde. In diesem Beitrag geht es um technische Details des Google-Updates und wie man als Website-Betreiber damit umgehen sollte.

Es ist geschehen. Google hat sein lang angekündigtes Mobile-Update am 21. April 2015 weltweit ausgerollt. Im Vorfeld wurden Webmaster darauf hingewiesen, ihre Seite spätestens jetzt für mobile Endgeräte zu optimieren. Ebenfalls vor dem Rollout wurde auf Rankingverluste hingewiesen, die eine fehlende Optimierung mit sich bringen würde. Inzwischen ist mehr als eine Woche nach dem sogenannten "Mobilegeddon" vergangen und es ist Zeit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen.

Ein Lob auf die gute PR-Arbeit von Google

Vermutlich wurde weltweit noch nie so viel über ein Google-Update geschrieben, wie vor dem Mobile-Update. Selbst Leitmedien wie die Tagesschau oder der Spigel berichteten darüber, dass Google seinen Suchalgorithmus angepasst habe und dass fortan mobile Websites beim Ranking in den mobilen SERPs (Search Engine Result Pages) bevorzugt würden. In der SEO-Szene war die Aufregung verständlicherweise besonders groß. Es wird wohl kaum einen SEO-Blog oder eine Marketing-Website gegeben haben, die nicht vom großen Update gesprochen hat. Darüber hinaus wurde dem Mobile-Update sogar ein größerer Einfluss zugesprochen als Panda- und Penguin-Update zusammen.

Eine Erkenntnis lässt sich deshalb jetzt schon ziehen: Google hat es geschafft, das Thema mobile Optimierung sehr stark in den Fokus von Webmastern zu rücken. Dies ist nicht das Ergebnis einer einmaligen Aktion, sondern das Resultat einer kontinuierlichen Arbeit, welche Googles Sprachrohre wie John Müller seit 2012 leisten. Sicherlich erhielten die zahlreichen Blogbeiträge in Googles Webmaster Central nicht immer die größtmögliche Aufmerksamkeit, doch blieb das Thema "Mobile Friendliness" im Gespräch.

Der wichtigste Impuls kam jedoch durch Googles Ankündigung Ende Februar 2015, die Eignung für Mobilgeräte zum Rankingfaktor zu machen. Der Suchmaschinenkonzern war bis dato eher bekannt für spärliche Informationen zu seinen Rankingalgorithmen. Somit musste dieser explizite Hinweis in den Augen aller, die mit Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu tun haben, enorme Bedeutung haben.

Man könnte die offizielle Ankündigung als klugen PR-Schachzug beurteilen, um Webmaster zur mobilen Optimierung zu drängen. Doch es ist vielmehr eine Tatsache, dass die Zukunft des Webs mobil ist. Google verfolgt somit nur einen stringenten Weg, damit User weltweit beim Surfen im Web von einer hohen Usability profitieren, unabhängig davon, mit welchem Endgerät sie ins Internet gehen. Sicherlich ist es auch für Googles Werbeprogramm AdWords förderlich, wenn die Zielseiten der Werbepartner für Mobilseiten optimiert sind.

Erste Auswirkungen des Google-Updates

Kurz nach dem Rollout sind nur wenig bis keine großen Auswirkungen zu spüren. Fast alle großen Anbieter für Webanalysetools haben nur wenige Rankingveränderungen in den mobilen SERPs feststellen können. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, denn in einem ersten Schritt hatte Google angekündigt, dass auch nicht-optimierte Websites weiterhin gute Rankings in den mobilen Suchergebnissen aufweisen können, sofern es keine konkurrierende Website gibt, die für Mobilgeräte verbessert wurde.

Warum der große Knall nach dem Google-Update bisher ausblieb

Möglicherweise sind die Auswirkungen deshalb noch nicht so stark zu spüren, weil Google nach dem Start des Mobile-Updates noch nicht ausreichend Daten sammeln konnte, um zu bewerten, ob gut platzierte Mobilgeräte-freundliche Websites bessere User-Signale senden als nicht-optimierte auf ähnlichen Positionen. Allerdings muss man bei der aktuellen Bewertung des Updates auch berücksichtigen, dass Google nicht erst mit dem Rollout mobile optimierte Seiten für den mobilen Index berücksichtigt hat.

So hat das Unternehmen mit dem Label "für Mobilgeräte" in den Search-Snippets seine User bereits seit mehreren Monaten auf für Smartphones geeignete Websites hingewiesen. Darüber hinaus spielt die Mobilgerätetauglichkeit im Google AdWords Werbeprogramm schon seit 2012 eine entscheidende Rolle. Somit könnte man schlussfolgern, dass die Auswirkungen aktuell nicht so groß sind, weil sich die Rankings in den mobilen SERPs bereits aufgrund bestehender Rankingsignale automatisch so arrangiert haben, dass mobile optimierte Websites die vorderen Positionen in den SERPs belegen.

Bedenkt man zum Beispiel dass die Bounce-Rate ebenso wie die Verweildauer zu wichtigen Rankingfaktoren für Google zählen, ist es nur folgerichtig, wenn nicht für Mobilgeräte optimierte Internetseiten in den mobilen SERPs schon vor dem Mobile-Update schlechter rankten. Denn sobald ein Smartphone-User auf ein Suchergebnis klickt und auf einer ausschließlich auf Desktops ausgerichteten Seite landet, die eventuell sogar mit Flash-Inhalten gespickt ist, wird die User Experience erwartungsgemäß schlecht sein. Die Folge ist eine sehr kurze Verweildauer sowie eine schnelle Rückkehr zu den Suchergebnissen, in der Hoffnung, eine bessere Seite zu finden. Beide Faktoren wirken sich langfristig negativ auf das Ranking aus.

Eva Wagner, Superhero im Online Marketing Team von Onpage.org: "Esi ist an der Zeit, jetzt zu überlegen, wie man als Webmaster mit weiteren Google-Updates umgeht. "
Eva Wagner, Superhero im Online Marketing Team von Onpage.org: "Esi ist an der Zeit, jetzt zu überlegen, wie man als Webmaster mit weiteren Google-Updates umgeht. "
Foto: OnPage.org

Auch wenn die Auswirkungen des Mobile-Updates bis dato noch nicht sehr groß sein mögen, wäre es naiv zu glauben, mit einer Website langfristig Erfolg in den Google Suchergebnissen zu haben, wenn diese nicht für Mobilgeräte optimiert ist. Denn letztlich bestimmt nicht allein Google, welche Website in den mobilen SERPs auf den Top-Positionen zu finden ist, sondern u.a. die User. Sie senden die finalen Signale an Google, die belegen, ob die Inhalte zur Suchanfrage passen und ob die Website auch problemlos mit dem Smartphone funktioniert.

Was es für die Zukunft zu lernen gibt

Die Aufregung vor dem 21. April 2015 war sehr groß. Dieser Trubel hat sich mittlerweile ein wenig gelegt und es ist vielleicht an der Zeit, jetzt zu überlegen, wie man als Webmaster mit weiteren Updates umgeht.

Wer seine Websites konsequent an den Bedürfnissen der User ausrichtet und sich selbst immer wieder in seine Besucher hineinversetzen kann, wird inhaltlich gute und technisch funktionierende Seiten gestalten können. Auf diese Weise wird eine hohe Usability gewährleistet. Zugleich tritt die Fixierung auf ein kommendes Google-Update tritt in den Hintergrund. Wer nämlich aufmerksam Tendenzen im Web verfolgt hatte, wird seine Websites schon lange vor dem 21. April 2015 für Mobilgeräte optimiert haben, nicht, um Google zu gefallen, sondern vielmehr um seinen Besucher die bestmögliche User Experience zu liefern.

Dass es auf dem langen Weg zur perfekten Website immer wieder auch Algorithmus-Änderungen der Suchmaschinen geben wird, liegt auf der Hand. Doch mit einer kontinuierlichen Arbeit an der eigenen Seite, mit hochwertigem Content (Bilder, Videos, Grafiken und Text), ohne Webspam durch Linkkauf oder andere manipulative Maßnahmen, lassen sich vermutlich unabhängig von kommenden Updates immer wieder gute Rankings erzielen. Denn Qualität zahlt sich auch im schnelllebigen Web langfristig aus. (rw)

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