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18.12.1987

Die letzte Kolumne,

"The basic tool of our Information Age is the computer; it offers tremendous advantages over all the other tools that manipulate Information, IBM's expanding monopoly over the supply of this equipment means that it alone, and not the healthy interplay of competitive forces, will have the power to decide which information technology companies will succeed and which will fail."

Richard Thomas DeLamarter in seinem Buch "Big Blue - IBM's Use and Abuse of Power", New York 1986

Etwa jede zweite Kolumne in der CW war 1987 der großen IBM gewidmet. Interessante Themen sind dafür liegengeblieben, Sachen, die man immer schon öffentlich loben wollte: Btx, KI, ISDN, Siemens, X.400, 32-Bit-Workstations, VAX-Cluster, Nebenstellenanlagen, Ada-Compiler, RISC-Architekturen, CIM, Nixdorf, Datenschutz, Telearbeit, Desktop-Publishing, relationale Datenbanken, BS2000, strategisches Informations-Management, Ausbildungsdefizite, Apple, Benchmarks, CD-ROM und Konrad Zuse.

"Ein Jahr geht schnell vorüber", singt hitverdächtig die Deutsch-Rock-Gruppe "Münchener Freiheit". Vom Ziel, das viel zu weit sei, ist da weiter der Singsang, und von dem Versuch, es zu erreichen, "solang man Leben noch träumen kann". Moment: Was hat DV mit Freiheit zu tun? Nun, Richard DeLamarter (siehe oben) ergreift Partei. Parteilich ist der Satz "IBMs success comes from the power of monopoly" - da doch annähernd drei Viertel aller Mainframe-Anwender (die IBM-Kunden nämlich) eben mit dieser Erfolgs"-Konstellation offensichtlich gut zurechtkommen.

Da gab es den Vorstand der Bank für Gemeinwirtschaft, der sich aus Sicherheitsgründen gegen Honeywell Bull entschied. Da gab es den Lufthansa-Chef, der nicht mehr mit seiner Univac-Mainline fliegen wollte. Da gab es den Datev-Steuermann, der vom Siemens-Kurs abwich. Da gab es . . .

Die Computerindustrie entwickelt sich, wie eine Uhr tickt. Und für viele Nicht-IBM-Anbieter - da hat DeLamarter recht, da muß man auch Diebold zustimmen (Seite 1) - ist es fünf vor zwölf. Da heißt es in einer Diebold-Studie im schönsten Marktforschungsdeutsch: "Mit der Vorstellung von SAA versucht IBM, die Mitbewerber zu verunsicheren." Und dann das Fazit: "IBM ist Spieler und Schiedsrichter zugleich."

Diesen Satz muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: IBM ist Spieler und Schiedsrichter zugleich - treffender kann die Monopolsituation in einem Markt nicht beschrieben werden. Kein Wort bei Diebold davon, daß die IBM auf Widerstand stoßen könnte. SAA? Die IBM diktiert, die Berater und die Anwender folgen. PS/2 und BS/2? Dito.

Und was sollen die Anwender dazu sagen? Was sie wollen. Doch wenn die IBM in der Tat ein Monopol besitzt, warum wird es dann toleriert? Wenn es bei Sandoz geknallt hat, treiben wenig später 100000 tote Fische den Rhein hinunter. Keinem käme es in den Sinn, über das Treiben von Chemie-Giganten fade Witze zu machen und zur Tagesordnung überzugehen. Nur: "Tote" Datenbanken und Betriebssysteme stinken nicht.

Parteilich ist der Satz "Unix macht Schluß mit der Abhängigkeit von einem Hersteller" - da doch nur eine Minderheit darauf ihre Hoffnung setzt. Für ISDN-Prognosen und dergleichen wird wohl auch 1988 an dieser Stelle kein Raum sein.