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19.06.1987 - 

Asut-Seminar 1987: "Telekommunikation quo vadis"

Die Liberalisierungslokomotive ist startklar

BERN (CWS) - Der PTT-Plan zur Liberalisierung der Telefonapparate laufe seit dem ersten April, erklärte kürzlich ein hoher PTT-Beamter den 1200 Teilnehmern eines Seminars der Schweizerischen Vereinigung von Fernmeldebenützern (Asut). Offenheit war auch das Thema einiger Herstellerreferate.

"Die Liberalisierungslokomotive ist startklar", schloß Hans Rüegsegger, oberster Kundendienstchef der PTT, sein Referat auf der 13. Frühlingstagung der Asut. Telefonapparate seien in den letzten Jahren "ein eigentliches Konsumgut" geworden, und es mache deshalb wenig Sinn, das von den Löchern her mit einem Emmentaler vergleichbare PTT-Monopol aufrechtzuerhalten.

Die Lockerung des Postmonopols erfolgt jedoch nur im Bereich der sogenannten Zweitapparate. Freigegeben werden zum einen Telefonapparate mit den Grundfunktionen "Wählen, Sprechen, Hören, Rufen" und Zusatzfunktionen (Wahlwiederholtaste, Besetztanzeige) sowie schnurlose Telefonapparate im 900-MHz-Bereich. Nicht freigegeben werden dagegen Apparate mit Vermittlungsfunktionen (z.B. Linienwähler), weil die PTT unter geltendem Recht Vermittlungseinrichtungen im Monopol behalten.

Obwohl die PTT seit dem ersten April bereits Apparate zur Prüfung entgegennehmen, ist das letzte Wort über die neue Praxis noch nicht gesprochen. Das Geschäft soll dem Bundesrat aber noch vor den Sommerferien unterbreitet werden. Was Rüegsegger in seiner frohen Botschaft aussparte und den Seminarteilnehmern als Leseaufgabe in den Tagungsunterlagen mit nach Hause gab, waren die Konsequenzen, die jenen Händlern, Importeuren und Benutzern nach Meinung der PTT ins Haus schneien sollen, die ihre Geräte nicht dem PTT-Prüfungsverfahren unterziehen lassen. Die PTT müßte "intensiv von den polizeilichen Maßnahmen Gebrauch machen: Bestrafung des Gebrauchs des Apparates und dessen Einziehung sowie Einziehung nichtgenehmigter Apparate in den Geschäften", steht in der beamtendeutschen Fassung des Rüegsegger-Auftritts.

Weitere Referenten aus Industrie- und PTT-Kreisen befaßten sich mit Datensicherheit und Informationsschutz, moderner Bürokommunikation, dem Kommunikationsmanagement in einem internationalen Konzern und Teilnehmervermittlungsanlagen. Ausführlich zur Sprache kam das neue Mobiltelefonsystem Natel-C, das die PTT - bei in den Neunzigerjahren erreichten Kapazitätsgrenze von 300 000 - bis Ende 1989 auf einen Teilnehmerstand von 100 000 bringen wollen.

Der neue Wind wehte den Zuhörern auch aus den Referaten von Managern der Herstellerfirmen entgegen. Wer sich spezifischer mit Informatik - wie Bürokommunikation oder private Netze - beschäftigte, riet den Benutzern zum Entscheid für die offene Systemarchitektur, in der Geräte unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren können - gestützt auf, internationale Normen und Protokolle. "Beachtenswert ist der Trend auch bei marktdominierenden Firmen, sich von hierarchisch organisierten Kommunikationssystemen abzuwenden und neue Protokolle zu propagieren, welche den Anstoß und die Steuerung des Kommunikationsprozesses auch dem peripheren Datengerät (z.B. PC überlassen", erklärte etwa Siemens-Albis-Sprecher Jean-Michel Grossenbacher dem Asut-Plenum.