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26.05.2000 - 

Applix setzt auf CRM und Business-Analyse

Die Linux-Division wird als Vistasource selbständig

MÜNCHEN (ls) - Die US-amerikanische Firma Applix, wegen des Linux-Office-Pakets "Applixware" bisher oft als "Linux-Company" geführt, überträgt das Geschäft mit Open-Source-Software der Tocherfirma Vistasource.

Dass Applix ein Unternehmen mit Produkten für Customer-Relationship-Management (CRM) und Business-Intelligence ist, war in der Linux-Welle der jüngsten Zeit immer mehr untergegangen. Die Linux-Division prägte mit Applixware das Image - und machte immer größere Umsatzanteile. Jetzt ist diese Abteilung als Vistasource eine selbständige Tochtergesellschaft, während Applix sich auf "Demand-Chain-Management" konzentriert.

Vistasource übernimmt das gesamte Unix- und Linux-Geschäft, das derzeit das Server-Produkt Applixware und und dessen Java-Client-Variante "Anyware" umfasst. Damit hat die Firma mehr als 200000 lizenzierte Anwender. Sie bekam ein neues Release des Office-Pakets "Applixware" mit auf den Weg, Version 5.0 hat vor allem eine zeitgemäße Benutzeroberfläche. Vistasource wird weiterhin das weltweite Filialnetz von Applix und dessen Administration nutzen.

Die Tochter erhält von der Mutter sechs Millionen Dollar mit auf den Weg. Lange wird man damit nicht haushalten müssen, es laufen Gespräche mit nicht genannten Investoren. Für Ende dieses Jahres ist der Börsengang geplant, und dann dürfte Vistasource nicht mehr 100-prozentige Tochter sein, sondern Applix nur noch zu etwa einem Drittel gehören.

Zur Entlassung in das eigene Haus bekam die Tochter gleich noch ein paar Männer zur Seite gestellt, die als die Köpfe von Applixware und der Open-Source-Ausrichtung von Applix gelten. Barry Zane, kreativer Kopf aller Applix-Produkte seit 1987, wurde Entwicklungschef beim Unix/Linux-Ableger. Unter den Vistasource-Topleuten ist auch Bernie Thompson, zuvor Chef der Linux-Division von Applix sowie Mitbegründer und CEO von Cosource.

Das darf als Hinweis auf die Ausrichtung von Vistasource verstanden werden: Das Unternehmen wird sich auf Open-Source-Applikationen konzentrieren. Bisher schon hatte Applix viele Großkunden mit service- und supportintensiven Umgebungen. Nachdem kürzlich Applix mit Cosource ein Unternehmen gekauft hatte, das zu den Pionieren im schnell zunehmenden Outsourcing von Open-Source-Projekten zählt, hat nun Vistasource seine Basis verstärkt.

Vistasource wird weiterhin einige Community-bildende Linux-Web-Seiten betreiben. Hinsichtlich eigener Entwicklung - auch nach dem von Cosource mitentwickelten Modell (siehe CW 19/2000, Seite 61) - sind vor allen Dingen solche Technologien angestrebt, die geeignet sind, direkt über das Internet auf Applikationen zuzugreifen. Der europäische Vistasource-Chef Bernd Wagner nennt als Fokus die Märkte "Linux, Open Source, ASP".

Im Geschäftsbereich von Vistasource hat Applix 1999 weltweit 18 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Im ersten Quartal 2000 war das Geschäft profitabel. Im laufenden Jahr strebt Vistasource 16,5 Millionen Dollar Umsatz an. Den Rückgang erklärt Wagner mit abnehmenden Einnahmen aus klassischen Unix-Umgebungen. Perspektiven sieht er in der Linux-Basis, deren Umsatzbetrag sich zur Zeit verdoppelt. Wenn der Trend weitergeht, könnte die Tochter der Mutter schon recht bald den Rang ablaufen.

Insofern macht die Trennung Sinn, denn Applix widmet sich jetzt nicht mehr unter "ferner liefen" der CRM-Suite "i-Enterprise" und der Business-Intelligence-Lösung "iTM1". Sie bilden die Basis, Applix will sich auf E-Business-Lösungen, insbesondere auf CRM und Analyse-Anwendungen konzentrieren.

Roland Kümin, Geschäftsführer der Applix-GmbH, vertritt die Ansicht, in den 90er Jahren sei in Sachen ERP- und Supply-Chain-Optimierung bei den Anwenderunternehmen viel erreicht worden. "Jetzt rückt der Kunde in den Mittelpunkt. In Zukunft beeinflusst der das gesamte Unternehmen." Als Konsequenz daraus propagiert Applix das "Demand-Chain-Management". Auf die Kunden ausgerichtet, soll es Marketing-Kampagnen verbessern, die Möglichkeiten des Kundenpotenzials ausschöpfen sowie Reaktionszeiten reduzieren und die Qualität steigern.