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05.02.1999 - 

HP, SGI, Compaq und Dell unterstützen das Freeware-Unix

Die Linux-Welle erfaßt die etablierten Anbieter

MÜNCHEN (CW) - Die Popularität des Freeware-Unix-Derivats Linux wächst weiter. Nachdem sich in den vergangenen Wochen neben IBM und Sun auch Siemens offen zu dem schlanken Betriebssystem bekannte, haben mit Hewlett-Packard (HP), Silicon Graphics (SGI), Compaq und dem PC-Direktvertreiber Dell weitere Branchengrößen nachgezogen.

Die wohl überraschendste Ankündigung in Sachen Linux-Unterstützung kam letzte Woche von HP. Der Hersteller schloß ein Abkommen mit dem Linux-Distributor Red Hat Software. Der Vereinbarung zufolge wollen beide Unternehmen die Linux-Version von Red Hat auf den Intel-basierten "Netserver"-PC-Servern von HP anbieten. HP gab zudem bekannt, Linux auf die gemeinsam mit Intel zu entwickelnde IA-64-Prozessorarchitektur portieren zu wollen.

Die Linux-Pläne HPs gehen noch weiter. Der Hersteller will das Freeware-Betriebssystem unter anderem in seinem Programm "Covision Internet Solutions" unterstützen. Im Rahmen dieses Vorhabens sollen Wiederverkäufer, Systemintegratoren und Internet-Service-Provider (ISPs) mit Support und Dienstleistungen versorgt werden, wenn sie Linux mit Hardware von Hewlett-Packard für Internet-basierte Anwendungen einsetzen.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist Red Hat Marktführer im Linux-Segment", kommentierte Aurora Belarmino, bei HP verantwortlich für die Marktentwicklung der Netserver-Reihe, das Abkommen mit dem Anbieter aus North Carolina. Hewlett-Packard reagiert offenbar auf den Druck der Kunden. Insbesondere ISPs und Anwender, die Web-basierte Applikationen einsetzen, hätten großes Interesse an Linux bekundet.

Der PC-Direktvertreiber Dell hat offenbar ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Texaner wollen künftig ebenfalls mit Red Hat kooperieren. Einem kürzlich geschlossenen Abkommen zufolge wird der Linux-Distributor verschiedene Dell-Rechner, darunter die Server-Modelle "Poweredge 1300" und "Poweredge 2300", für den Einsatz mit dem Freeware-Unix zertifizieren. Auch einige Varianten der Workstation-Linie "Precision", die mit Grafiksubsystemen von Diamond Multimedia arbeiten, sollen ein Linux-Zertifikat erhalten.

Zwar hat Dell bereits in der Vergangenheit die Software von Red Hat über sein Dellware-Programm vertrieben. Die Zertifizierung einzelner Rechnerlinien soll Anwendern nun aber mehr Sicherheit hinsichtlich der Kompatibilität der Systeme geben. Unterdessen hat selbst SGI, das mit Irix ein eigenes Unix-Derivat besitzt, angekündigt, einige seiner Intel-basierten Rechner mit Linux anzubieten.

Linux als Waffe gegen Microsoft

Bereits Ende 1998 hatte Sun Microsystems erklärt, die Linux-Gemeinde bei der Portierung des Systems auf die hauseigenen Sparc-Rechner zu unterstützen. Der Hersteller will zudem sein eigenes Unix-Derivat "Solaris" binär- und API-kompatibel zum Freeware-System machen (siehe CW 51/98, Seite 6).

Die Motive für Suns öffentlichkeitswirksam inszeniertes Linux-Engagement dürften vor allem darin liegen, daß die Company das Betriebssystem als Waffe im Kampf gegen den Erzrivalen Microsoft ansieht. John McFarlane, Suns Chef der Solaris-Software-Division, läßt daran keinen Zweifel: "Die Rückbesinnung auf offene Systeme ist hervorragend für Sun. Sie bedeutet eine Wiederbelebung von Unix. Die Anwender merken, daß es Windows NT eventuell nicht schaffen könnte." Offenbar denkt Compaq ähnlich: Der PC-Marktführer will ebenfalls Linux-Rechner anbieten.