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08.05.1998 - 

Kolumne

"Die Lücke schließen"

So, jetzt haben wir den Salat! Offensichtlich hat sich der Endbenutzer im Unternehmen aus der jahrzehntelangen Umklammerung der IT-Abteilung gelöst und kauft jetzt sein Equipment selbst ein. Zwar nicht jeder für sich, aber zumindest haben sich die Fachabteilungen europäischer Unternehmen soweit emanzipiert, daß 60 Prozent der DV-Ausgaben ohne Mithilfe des zentralen IT-Managements getätigt werden. Die Begründung für diesen Trend liefern die Auguren von Dataquest gleich mit: Die Unternehmen hätten erkannt, daß die Kompetenz für die Geschäftsprozesse klar bei den jeweiligen Fach-Managern liege.

Das ist an sich nichts Neues - nur wurde Informationstechnologie bisher in den Unternehmen nicht als Bestandteil eines Geschäftsprozesses definiert. Vielmehr galt sie zu Recht als "Querschnittsfunktion", die sämtliche Geschäftsvorfälle in einer Organisation unterstützen sollte.

Doch wie die Aufgabe von IT auch immer definiert wird, sehen sich DV-Abteilungen angesichts dieser emanzipatorischen Tendenzen mit unangenehmen Fragen konfrontiert: Haben sie sich zuwenig um die Belange der Fachabteilungen gekümmert? Verstehen sie zuwenig vom eigentlichen Geschäftszweck ihres Unternehmens? Was sollen sie tun, wenn Manager das DV-Equipment einkaufen, was ihnen gerade paßt?

Die ersten beiden Fragen muß jeder DV-Verantwortliche für sich selbst beantworten. Allerdings sollte er sich - bei allen gerechtfertigten Selbstzweifeln - daran erinnern, daß die meisten Manager bis vor kurzem sehr froh waren, wenn sie sich um IT nicht kümmern mußten. Erst der Wettbewerbsdruck hat ihre Einstellung gegenüber der DV verändert, die jetzt die Effizienz in die Prozesse bringen soll, die sie allein nicht mehr schaffen können.

Mit der dritten Frage sollten die IT-Abteilungen offensiv umgehen. Wenn die Fachabteilungen nämlich selbst DV-Equipment kaufen, tragen sie Mitverantwortung für sein Funktionieren. Das heißt nicht, daß jeder, der Informationstechnik schreiben kann, sie auch bestellen darf. Die IT-Leitung sollte nach wie vor Standards definieren und durchsetzen. Aber die Mitbestimmung der Abteilungen schwächt die Position der IT im Unternehmen nicht. Im Gegenteil: Sie hilft, die vielbeklagte Lücke zwischen Business- und IT-Management zu schließen.