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04.02.2000 - 

Regulierer: Die TK-Branche boomt weiter

Die Luft wird dünner für die Deutsche Telekom

BONN (CW) - Wachstum auf allen Ebenen - so ließe sich der TK-Jahresbericht für 1999 zusammenfassen, den die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) vorgelegt hat. Die Telekom muss dabei zusehends Marktanteile abgeben.

Die Reg TP ist sich sicher: Deutschland ist einer der "Schrittmacher des Liberalisierungsprozesses in Europa". Diese Behauptung untermauert die Behörde mit Daten, die sie im Rahmen ihres Marktberichts 1999 gesammelt hat. Sie ergeben, dass die Rivalen des Ex-Monopolisten Telekom an Boden gewinnen: Von "deutlich über" 650 Millionen Gesprächsminuten 1999 wurden rund 20 Prozent (etwa 130 Millionen Minuten) über neue Anbieter abgewickelt. Ende 1998 hatte dieser Wert noch bei 85 Millionen gelegen. Betrachtet man lediglich die innerdeutschen Fern- und Auslandsgespräche sowie Verbindungen vom Fest- ins Mobilfunknetz, kommen die Telekom-Rivalen gar auf einen Anteil von über 40 Prozent.

Dieser Wettbewerb wirkt sich auf die Tarife aus. Ferngespräche an Werktagen sind mittlerweile um bis zu 85 Prozent billiger als noch vor zwei Jahren, die Preise für Auslandstelefonate sind sogar um bis zu 93 Prozent gefallen. Auch im Ortsbereich steigt der Konkurrenzdruck, mittlerweile bieten 40 Unternehmen einen eigenen Zugang an und decken damit laut Reg TP die Hälfte aller deutschen Großstädte ab.

Nicht nur fallende Tarife, auch ein weiteres Wachsen des hiesigen TK-Marktes attestiert der Bericht. 1999 verzeichneten die Telekom und ihre Konkurrenten zusammen einen Umsatz von mehr als 90 Milliarden Mark - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent. Für dieses Jahr hält die Regulierungsbehörde ein Volumen von mehr als 96 Milliarden Mark für wahrscheinlich.

Vor allem der Mobilfunksektor kurbelt diese Entwicklung an: Laut Reg TP legte dieser Bereich 1999 um 70 Prozent zu, so dass am Jahresende bereits 23,2 Millionen Bundesbürger ein Handy ihr Eigen nannten (1998: 13,9 Millionen). Damit liege Deutschland gemessen an absoluten Teilnehmerzahlen in Europa hinter Italien und Großbritannien auf dem dritten Platz. Im Hinblick auf die Gesamtbevölkerung kommt die Bundesrepublik jedoch nur auf einen Anteil von rund 28 Prozent für die Mobiltelefonierer. Ein Wert, der unter dem europäischen Durchschnitt liegt.

Der Mobiltelekommunikationsmarkt birgt aber noch einiges Potenzial. So geht der Regulierer davon aus, dass die Zahl der Teilnehmer in diesem Jahr die Schwelle von 30 Millionen weit überschreiten wird: "Ein Teilnehmeraufkommen von 35 Millionen Ende 2000 ist als durchaus realistisch anzusehen", heißt es amtsdeutsch im Jahresbericht. Trifft diese Prognose ein, würden bis dahin über 42 Prozent aller Bundesbürger mobil telefonieren. Dieses Wachstum ist unter anderem auf den Preisverfall für die mobile Kommunikation zurückzuführen: 1999 sanken die Preise um 20,5 Prozent. Die Reg TP stellt jedoch fest, dass im internationalen Vergleich "vor allem bei den Verbindungsminutenpreisen noch erheblicher Spielraum für weitere Preissenkungen" vorhanden sei.

Wachstum auch in puncto Internet: Die Zahl der Nutzer dieses Mediums ist in Deutschland laut Regulierungsbehörde zum Jahresende 1999 auf über zwölf Millionen gestiegen. Dieser Wert könne sich bis Ende 2000 sogar auf 20 Millionen erhöhen.