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Mobile Computing/Wie sieht der ideale mobile Rechner aus?

Die Mobilen haben sich einen Markt mit großer Bandbreite erobert

20.08.1999
Notebook-Anbieter haben es schwer, denn sie müssen mit dem Entwicklungstempo der Desktop-Modelle mithalten. Dennoch, so scheint es, wird der Leistungsunterschied zwischen den mobilen Rechnern und ihren großen Brüdern unter und auf den Schreibtischen kleiner. Michael Funk* skizziert die Szene.

Sicherlich bleibt die Ausbaufähigkeit eines Standgeräts unerreicht, allein wegen des Platzes im Gehäuse, aber auch wegen des schier unendlichen Angebots an Zubehör und Spezialerweiterungen für alle nur denkbaren Applikationen. Doch ist es nicht Aufgabe des Notebooks, alle Anwendungen möglich zu machen, sondern die wichtigen Funktionen mit maximaler Performance auch unterwegs zur Verfügung zu stellen.

Hier hat sich in den letzten Monaten einiges getan, nicht nur im Hinblick auf die Rechenpower, sondern auch bezüglich Miniaturisierung, Bildausgabe und Kommunikation.

Auf der Strecke geblieben ist, um es vorweg zu nehmen, die Eingabe. Nach wie vor quält sich der Nutzer auf den gleichen Tastaturen und Eingabeinstrumenten herum, wie vor Jahren. Mehr noch: Der praktische, schnell und präzise bedienbare Trackball ist dem gewöhnungsbedürftigen Touchpad gewichen, das häufig Aussetzer hat und keine lange Lebensdauer besitzt. Die in der Tastatur integrierten Sticks - unter anderem auch Track-Points genannt - bleiben nach wie vor Geschmackssache. Sie sind zwar recht robust, man berührt aber leicht die umliegenden Tasten. Außerdem kann die Hand wegen der Lage des Sticks inmitten der Tastatur nicht entspannt auf dem Eingabeinstrument liegen. Ganz zu schweigen von den zugehörigen Maustasten, die in der Nähe des Sticks fehlen.

Und die Tastatur selbst hat sich bezüglich Anordnung, Design oder Größe kaum geändert. Lediglich die zunehmende Flachheit des gesamten Notebooks trägt sehr dazu bei, daß die Eingabe wegen der besseren Ablage der Hand bequemer ist als bei den klassischen "Dickschiffen". An eine ergonomische PC-Tastatur kommen die Notebook-Tasten jedoch noch lange nicht heran. Aus dem öffentlichen Blickwinkel geraten ist auch die dünne ausrollbare Tastaturfolie, die über mehr Platz und über das gewohnte Tastenfeld verfügte. Ein guter Gedanke, aber wahrscheinlich fehlte den Anwendern der wichtige Anschlagpunkt. Ausbaubar wäre diese Lösung gewesen.

Die Spracheingabe ist eine Alternative, die manche Notebook-Hersteller nun in einigen Modellen serienmäßig offerieren, beispielsweise IBM. Doch steckt sie noch in den Kinderschuhen und ist, will man gute Resultate erzielen, auf nur einen Sprecher trainiert. Die Erkennungsrate ist noch um einiges entfernt von hundert Prozent. Wenn man aber ständig wegen Mißverständnissen, Fremdwörtern oder Umgebungslärm (bei Notebook-Nutzung besonders häufig) von Hand korrigieren muß, ist der Eingabeaufwand per Tastatur oft kleiner. Ein Headset verbessert zwar die Resultate, muß aber transportiert und erst umständlich angeschlossen werden. In der Dateneingabe bestehen derzeit noch die größten Kompromisse zu den Desktop-Modellen. Hier sollten sich die Notebook-Hersteller für die Zukunft etwas einfallen lassen.

Ansonsten kann sich der mobile Anwender kaum beklagen. Fast alle wichtigen Features und Leistungen sind auch auf dem Notebook zu realisieren. Die neuesten Modelle kommen mit 400-MHz-CPU von Intel. Als preiswertere Alternative steht bei AMD der K6-2-Prozessor mit bis zu 380 MHz bereit. 32 oder zumindest 16 MB RAM sind Standard. Die Obergrenze liegt bei den neuen Modellen fast ausnahmslos über 128 MByte. Viele Hersteller offerieren RAM-Steckplätze bis über 300 MB. Aber auch 512 MB sind bei den Topmodellen möglich. Ähnlich spendabel sind die Anbieter mit Speicherplatz. 4 bis 6 GB sind wie bei den Desktop-Rechnern die Regel. Lediglich einige Billigmodelle, vorwiegend von No-name-Herstellern, kommen noch mit kleineren Platten. Nach oben sind auch beim Massenspeicherplatz kaum Grenzen gesetzt. Festplatten um 15 GB sind für Notebooks verfügbar und neue, größere Modelle angekündigt. Wem das nicht reicht, hat bei den modularen Geräten die Möglichkeit, das Disketten- oder CD-ROM-Laufwerk auszubauen und gegen eine zweite Festplatte auszutauschen. Wem das immer noch nicht langt oder wer unterwegs größere Datenmengen mit anderen austauschen möchte, dem bauen die Hersteller auf Wunsch ein ZIP-Laufwerk in Notebook-Version oder eine Hochkapazitäts-Floppy ein.

Notebooks immer noch zu kurzatmig

Auch die Aufrüstung auf ein DVD-ROM-Laufwerk ist möglich. Es wird gegen den CD-ROM-Drive ausgetauscht und ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn unterwegs auf große betriebsinterne Datenbanken oder auf kommerziell erwerbbare 5-GB-DVD-Datenbänke zugegriffen werden soll. Für ältere Notebooks stellt der Zubehörhandel mittlerweile einige externe, weniger als 500 Gramm leichte DVD-ROM-Laufwerke bereit, die ihren Strom vom Notebook beziehen.

Apropos Strom! Ärgerlich ist, wenn sich unterwegs plötzlich der Akku verabschiedet. Hier hat sich in letzter Zeit wie bei den Eingabeinstrumenten wenig getan. Die besten Laufzeiten, ohne Stromsparfunktion, betragen wie vor Jahren immer noch etwa 3,5 Stunden oder knapp darüber. Der Durchschnitt liegt unter drei Stunden. In der Einsteigerklasse reicht der Akku häufig nur für weniger als zwei Stunden. Das ist für viele mobile Anwendungen zu wenig. Ein wenig mehr Puffer wäre hier sicherlich im Interesse der meisten Anwender.

Daß gerade unterwegs die Anbindung an die bestehenden Kommunikationsnetze für den typischen Notebook-Anwender besonders wichtig ist, das haben die Notebook- und Zubehörhersteller verinnerlicht. So ist fast jedes Modell nun mit optionalem GSM-Modem erhältlich, manchmal fest integriert, meistens als PC-Card-Ausführung.

High-speed-Analog-Modems oder gar ISDN-Adapter mit Festnetzanschlüssen gehören oft schon zur Standardausrüstung nobler, aber nicht unbedingt teurer Modelle. Doch richtige Mobilität kommt damit nicht auf, weil immer ein Festnetzanschluß nötig ist, der nur selten zur Verfügung steht, es sei denn im Hotelzimmer. Dann aber paßt im Ausland häufig der Anschluß nicht, weil die Hersteller vergessen haben, daß Reisende auch das Ausland nicht scheuen. Im Zweifelsfall empfiehlt sich deshalb die Doppellösung: eingebautes Modem mit nachbestelltem Auslandsadapter-Set für preiswerte Langzeitverbindungen über Festnetz und die Hot-plug-fähige GSM-PC-Card für maximale Flexibilität unterwegs. Aber Vorsicht - wieder eine Einschränkung: Damit die empfindliche Bordelektronik nicht Bits mit Bytes verwechselt und der Flugkapitän seinen Meßinstrumenten vertrauen kann, sind Handys in Flugzeugen verboten. Notebooks müssen während der gesamten Startphase bis zur erreichten Flughöhe, was sehr lange dauern kann, ausgeschaltet bleiben. CD-ROM-Laufwerke sind generell nicht erlaubt. Glückliche Besitzer von ausbaubaren CD-ROM-Laufwerken im Wechselschacht haben hier ein Plus und können nach der Startphase weiterarbeiten.

Einen deutlichen Schritt nach vorn sind Notebooks in puncto Grafik gegangen. Einige Modelle werden bereits mit reinen 3D-Grafik-Boards geliefert, zumindest eine 3D-fähige 2D-Grafikkarte ist Standard. Der Grafik-RAM-Bereich ist mit 2 bis 4 MB ebenfalls gut ausgebaut. Auf Wunsch kann es auch mehr sein, was sich allerdings nur für Anwender lohnt, die unterwegs an externen Monitoren mit hoher Auflösung arbeiten müssen. Ansonsten reichen 4 MByte für die 1024 x 768 Pixel der TFTs bei weitem. Ausnahmen sind natürlich die echten 3D-Grafikkarten, die für ihre Tiefenberechnungen zusätzlichen Grafikspeicher benötigen.

Daß selbst für semiprofessionelle digitale Videoanwendungen 2,5 MByte Grafikspeicher genügen, beweist Sony mit seinem VAIO Notebook F190. Als bisher einziger Hersteller macht er aus einem Notebook ein veritables Videoschnittstudio - mit entsprechender Software und IEEE1394-Schnittstelle für den zeitgemäßen Datentransport von und zum digitalen DV-Camcorder. Selbstverständlich ist auch die übrige Basisausstattung (Pentium II 360 MHz, 64 MB SDRAM, 6,4 GByte-Festplatte, 14,1-Zoll-TFT, DVD-ROM-Laufwerk, i.link-Schnittstelle) entsprechend. Trotzdem bleibt das Gerät bezüglich Gewicht und Preis auf dem Boden: 3,1 Kilogramm und 7990 Mark zeigen, daß die Notebook-Technologie mit großen Schritten vorwärts strebt.

Vom Boliden bis zum Internet-Mikro-PC

An Bauformen hat der Mobile-Anwender heute eine größere Auswahl als je zuvor. Von der Größe eines kleinen Taschenrechners bis zum High-end-Schwergewicht reicht die Auswahl. Benötigt er unterwegs einen vollwertigen PC, geht jedoch nach wie vor kein Weg am klassischen Notebook vorüber. Dabei hängt es vom Einsatzzweck ab, ob er sich für ein kompaktes Subnotebook, etwa den Libretto von To- shiba (ab 4000 Mark), entscheidet oder auf einem 4 Kilo schweren Rechenboliden mit riesigem 14,4- oder gar 15-Zoll-Display besteht. Die Bandbreite der angebotenen Geräte ist immens, und jeder Anwender kann ein an seine Bedürfnisse und das vorhandene Budget angepaßtes Modell ordern. Im Unterschied zu PDAs, Organizern und Handhelds vereint das Notebook fast die gesamte Funktionalität eines herkömmlichen Desktop-PCs und ist entsprechend vielseitig einsetzbar.

Wer unterwegs auf einige Funktionen eines PC verzichten kann, dem stehen in Form von Rechenknechten im Miniformat etliche Alternativen zum Notebook zur Verfügung.

Halb "Mikro-PC", halb Notebook

Einfache Organizer wie der Verkaufsschlager Palm Pilot oder der Psion reichen dann aus, wenn man lediglich seine Adressen und Termine verwalten will. Auch der gelegentliche Versand von E-Mails und SMS-Nachrichten ist heute über ein spezielles Aufsteckmodem kein Problem mehr. Die akkubetriebenen Geräte in Notizbuchgröße sind sofort nach dem Einschalten startklar und werden vollständig per Stift bedient, mit dem man auch alle Texte per Handschrifterkennung eingeben muß. Dadurch wird die Eingabe längerer Texte leider zur Qual. Mit Preisen ab 600 Mark sind sie aber ein sehr guter Ersatz für den herkömmlichen Terminkalender, zumal das Softwareangebot für die 3Com-Palms inzwischen stark gewachsen ist.

Nicht ganz so preiswert sind die Palmsize-Computer, die im Prinzip die gleichen Grundfunktionen anbieten und auf der Basis von Windows-CE arbeiten. Dadurch läßt sich der Anwendungsbereich durch weitere CE-Software erweitern. Auch die Bedienung ist durch die grafische Benutzeroberfläche von Windows-CE durch die Vertrautheit mit Windows wesentlich einfacher. Doch diesen Assistenten fehlt eine Tastatur, nicht einmal die Handschrifterkennung ist serienmäßig, was die Eingabe wieder erschwert. Es wird meist lediglich ein Tastaturfeld auf dem Display eingeblendet, das mit dem Stift bedient werden muß.

Letzte Alternative vor dem Sprung zum Notebook sind die Handheld-PCs, die mit einer kleinen, aber vollständigen Tastatur arbeiten und über Windows-CE verfügen. Sie sind aber deutlich größer als PDAs und Palmsize-Computer und passen nicht unbedingt in eine Jackentasche. Das größere Display eignet sich zwar ganz gut für Texteingaben, doch erst mit dem besseren Farbdisplay sind die kleinen Symbole auf den bis zu 2000 Mark teuren Produkten lesbar. Natürlich ist mit den Handhelds, zumindest optional, auch der Kontakt zum Internet oder gar Faxverkehr möglich. Überhaupt werden die Grenzen zum Notebook zunehmend fließender, denn die PC-Industrie zielt seit neuestem mit sogenannten Windows-CE-Jupiter-Geräten wie zum Beispiel dem HP Jornada 820e auf Käuferschichten, denen ein Handheld zu wenig Leistung bietet, ein Notebook aber zu gewichtig und zu groß ist.

Angeklickt

Vom immer noch kiloschweren "Schleppable" bis zum grammleichten Pocket Viewer reicht inzwischen das fassettenreiche Spektrum der "kleinen" Rechner für den mobilen Einsatz. Der Markt rechtfertigt die Produktvielfalt; die Nachfrage ist ungebrochen; Entwickler freuen sich an immer neuen Varianten in Hard- und Software.

*Michael Funk ist freier Journalist in Monsheim.