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05.02.1999 - 

IT im Gesundheitswesen/ Archivieren und Integrieren

Die multimediale Patientenakte ist im Kommen

In den meisten Krankenhaus-Informationssystemen beschränken sich die elektronisch gespeicherten Informationen zu den Patienten auf einfache Stammdaten, die bei der Einweisung aufgenommen und während des Klinikaufenthalts aktualisiert werden. Johannes Kelch belegt, daß das nicht mehr genügt.

Neben diesen Daten existiert in den medizinischen Stationen noch eine Papierakte mit Befunden, OP-Berichten, Fieberkurven, Röntgenbildern und Arztbriefen - eine lose Sammlung, die bei komplizierten Fällen rasch anschwillt. Die Idee, dieses Sammelsurium mit den Mitteln der modernen Datenverwaltung zu ordnen und jederzeit für die Ärzte und Pfleger zugänglich zu halten, ist ein aktuelles Thema bei der Weiterentwicklung von Krankenhaus-Informationssystemen.

Papierakten in elektronischer Form

In der Praxis bereits erprobt ist hingegen die Archivierung von Papierakten in elektronischer Form nach Entlassung des Patienten. So speichert das Zentralklinikum Augsburg den wichtigsten Teil der Altakten (Arztbriefe und Befunde) in einem elektronischen ITA-Archiv der SER Systeme AG, Neustadt, Wied. Archivleiter Karl Riedel ist zufrieden mit dem installierten System.

Während bis 1995 die Zahl der Aktenanforderungen im Archiv ständig stieg und am Ende mit dem eingesetzten Personal nicht mehr zu bewältigen war, greifen die Abteilungen heute an PC-Arbeitsplätzen auf die elektronisch gespeicherten Daten zu. Nach einem strengen Datenschutzkonzept ist die Einsicht in die medizinischen Daten ausschließlich den Ärzten möglich. Die Medizinische Hochschule Hannover archiviert - ebenfalls mit einem ITA-Archiv - schon die vollständigen Patientenakten in digitaler Form.

Bildarchivierung immer beliebter

Die Fortschritte auf dem Gebiet der digitalen Radiografie haben die elektronische Speicherung der Aufnahmen attraktiv gemacht. Nach Einschätzung von Frost & Sullivan gewinnen medizinische Bildarchivierungssysteme (Picture Archiving and Communications System = Pacs) bei der Ärzteschaft an Beliebtheit. Anfängliche Probleme mit der Bildauflösung sind nach den Recherchen der Marktforscher "weitgehend gelöst". Der Verkauf der erst jetzt auf den Markt kommenden Systeme werde aber "langsam anlaufen".

In einigen Kliniken wird bereits eine "multimediale Patientenakte" elektronisch archiviert. So setzt der Rhön-Klinikum-Konzern beispielsweise die multimedial und interdisziplinär angelegte Patientenakte Folio der Firma Nexus, Villingen, ein.

Klinik-Informationssysteme

Noch dominieren spezialisierte Abteilungssysteme. Doch versucht die Medizin-Informatik diese Bereiche zu integrieren. Gelungen istdas bisher kaum. Die Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung und des Controllings befindet sich im Versuchsstadium. Die funktionelle Entwicklung konzentriert sich auf die Medizin. Hier geht es um eine durchgängige patientenbezogene Sicht, um gute Bedienbarkeit, einheitliche Benutzerschnittstellen sowie Datenschutz. Mit Ausnahme der elektronischen Auftragsabwicklung (zum Beispiel des Labors) wird Pflege-Informatik in der Praxis vorläufig noch nicht eingesetzt (siehe Grafik Seite 54).

Johannes Kelch ist freier Journalist in München.