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20.04.2001 - 

Kernel-Cracks und Firmen im Workshop

Die nächsten Ziele für Linux intern diskutiert

MÜNCHEN (CW) - Am ersten April-Wochenende hat der innerste Zirkel der Linux-Entwickler auf einem Workshop darüber beraten, in welchen Punkten der nächste Kernel 2.5 verbessert werden soll.

Während Verbesserungsarbeiten am Kernel 2.4 weiterlaufen, haben sich die Leiter der Einzelprojekte im Kernteam in Beratung mit Linux-interessierten Unternehmen auf die nächsten großen Schritte vorbereitet. Allerdings werden die Arbeiten erst beginnen, so Linux-Oldie und -Guru Ted Ts''o von VA Linux, wenn die Fehlerbereinigung bei der aktuellen Version abgeschlossen ist.

Ein Zeitrahmen für das Release von Kernel 2.5 wurde nicht gesetzt, vielmehr die Möglichkeit eingeräumt, Einzelverbesserungen vorab als Sub-Releases des jetzigen Kernels herauszubringen. Erklärter Kandidat für solche Optimierungen ist die Verbesserung des symmetrischen Multiprocessings von jetzt acht effektiv nutzbaren Prozessoren auf 16 und mehr. Ein weiterer Sub-Release-Kandidat ist das Journaling File-System EXT, dessen schon recht stabile Version 3 zur Zeit im Betastadium ist. Keine Ankündigungen gab es zur Integration der File-Systeme Reiser-FS (Suse), JFS von IBM und XFS von SGI.

Angestrebt sind vor allem Verbesserungen für die Verwendung von Linux auf Servern. So soll das quelloffene Betriebssystem künftig größere und komplexere Speichersysteme nutzen können, um die Verwendung sehr großer Datenbanken zu erleichtern. Diskutiert wurde, allerdings ohne Beschluss, über virtuelle Speicheradressierung, zu der SGI und IBM die Numa-Technik integriert sehen möchten.

Neue Standards sollen schneller integriert werdenViele erklärte Ziele richten sich auf Interfaces für Devices im Netz, so durch bessere asynchrone I/O-Fähigkeiten und ein Upgrade auf Version 4 des "Network File System" (NFS). Andere Hauptvorhaben betreffen neue Internet-Kommunikationsstandards. Linux soll angepasst werden an das Stream Control Transmission Protocol (SCTP) und auf die Explicit Congestion Notification (ECN), ein vor Engpässen bei Internet-Übertragungen warnendes Protokoll.

Im Gespräch sind ferner neue Features, die ein "hot plug-in" von Geräten ermöglichen sollen, ohne dass die Anwender das System eigens neu booten müssen. In Richtung mobiles Computing besteht das oberste Ziel in besserer Unterstützung von Energiesparkonzepten. So soll der Standard Advanced Configuration Power Interface (ACPI) Eingang in den Kernel finden.

Die ins Auge gefassten Ziele für Kernel 2.5 sind weder verbindlich definiert noch versprochen, resümierte Linus Torvalds nach dem von Linux-Distributionen und Unternehmen wie IBM, SGI, EMC und Oracle gesponserten Treffen. Diese Firmen haben allerdings ein Interesse an Roadmaps über Absichten der Linux-Entwickler, um ihre Business-Pläne anpassen und gezielt Arbeiten starten zu können, die in der Community keine Priorität haben.