Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.03.1990 - 

RZ will "Systemhaus" für Gemeinden werden

Die NCR kooperiert jetzt mit kommunalem Rechenzentrum

AUGSBURG/GIESSEN (CW) - Der Augsburger Computerhersteller und das Kommunale Gebietsrechenzentrum Giessen haben einen neue Art von Arbeitsteilung vereinbart. Der geschlossene Vertrag macht das hessische RZ zum NCR-Vertriebspartner, der in seinem Einzugsgebiet Hard und Software der Augsburger verkauft.

Die anvisierte Klientel aus Gemeinden und Kommunalverwaltungen soll so einerseits in den Genuß von dezentraler DV-Kapazität kommen, die hard- als auch softwareseitig von ihrem RZ installiert wird; andererseits ist aber vorgesehen, bestimmte Aufgaben beim Kommunalen Gebietsrechenzentrum Giessen (KGRZ) zu belassen, damit die Gemeinderechner nicht zu hoch und das Rechenzentrum nicht zu niedrig belastet werden.

Allerdings können die Kunden Hard- und Software nur bedingt frei wählen. Der Vertrag zwischen dem KGRZ und NCR beinhaltet nämlich, daß die Unix Tower-Systeme und die für Kommunalverwaltungen konzipierte, auf Unix 5.2 basierende Software "Kommunal" bevorzugt angeboten werden. So garantiert das auf diesem Wege zum Systemhaus mutierende Rechenzentrum die Funktionssicherheit der Software nur auf NCR-Maschinen.

Der Vorteil, den das hessische Gebietsrechenzentrum aus dem Vertrag zieht, liegt für Lutz Leinert, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei NCR, auf der Hand: "lm Zuge der DV-Entwicklung in den achtziger Jahren haben sich viele Gemeinden selbst Computer angeschafft, und den Gebietsrechenzentren, die vorher sämtliche Datenverarbeitung für die Kommunen erledigten, ist die Klientel davongelaufen. Die Giessener haben einen Schritt vorwärts getan, weil sie jetzt bei ihren potentiellen Kunden auch Hard- und Software und nicht mehr nur zentrale Rechenleistung vermarkten."

NCR seinerseits erhält durch die Verbindung mit dem Rechenzentrum einen erheblich leichteren Zugang zu diesem schwierigen Markt.

In der Zukunftsicherung und im Zuwachs an Flexibilität sieht auch Gerhard Veit, Direktor des KGRZ, den Vorteil dieser Vereinbarung: "Wir betrachten uns zwar weiterhin auch als zentrales Rechenzentrum, werden uns aber mittelfristig zu einem Organisations- Beratungs- und Systemhaus entwickeln." Er geht davon aus, daß sich die Gemeinden in Zukunft verstärkt "unterschiedlicher Formen der Informationsverarbeitung nebeneinander" bedienen werden. Durch die Kooperation mit NCR fühlt sich Veit deshalb gut gerüstet, auf die Wünsche seiner Kunden reagieren zu können.

Das Giessener RZ vertreibt nicht nur die Hard- und Software des Augsburger Computerherstellers, sondern installiert die Systeme, führt Schulungen durch, übernimmt Wartung sowie Support und betreibt Softwarepflege. Ebenfalls Vertragsbestandteil ist die gemeinsame Neu- und Weiterentwicklung des Programms.

In einem nächsten Schritt ist laut Veit daran gedacht, eine Anwendergemeinschaft in Hessen zu gründen, um die speziellen Bedürfnisse des Bundeslandes in die Weiterentwicklung und Pflege der Software besser einfließen lassen zu können. +