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27.03.1998 - 

Verträge sind individueller und stärker am Erfolg orientiert

Die neuen Outsourcing-Kunden strotzen vor Selbstbewußtsein

Voraussetzung für diesen Trend war eine Kehrtwendung in den Köpfen der Chief Information Officers (CIOs). Während sie früher schon bei der Erwähnung von Computer Sciences Corp. oder Electronic Data Systems Corp. ihre Karriere im Sturzflug sahen, haben sie mittlerweile eingesehen, daß die Auslagerung von Systemen und Mitarbeitern nicht automatisch ihre Jobs vernichten muß. "Ich werde bezahlt, um IT-Ressourcen bereitzustellen und zu verwalten; einige davon sind intern, andere extern", erläutert Bob Rubin, CIO bei Elf Atochem in Philadelphia. Die Anzahl der Untergebenen spiele bei seiner Bezahlung keine Rolle mehr.

Wie Elf Atochem hat auch die Handleman Co. mit Sitz in Troy, Michigan, die Pflege der Altanwendungen ausgelagert. CIO Bill Stapleton kann sich nun besser auf die strategische Planung konzentrieren. "Früher habe ich 40 Prozent meiner Zeit damit verbracht, für das Daten-Center zu sorgen; jetzt sind es nur noch zehn Prozent", freut sich der Chefinformatiker.

Eigenen Aussagen zufolge lagert Stapleton - wie viele seiner Kollegen - am liebsten solche Aufgaben aus, die wenig zur Wertschöpfung beitragen, also beispielweise die Gehaltsabrechnungen, mit denen er den Spezialanbieter ADP beauftragt hat. Die Stimmung sei heute so, sagt Stapelton, daß ein CIO für dumm gehalten werde, wenn er das noch selbst mache.

Kunden können die Bedingungen diktieren

Allerdings unterzeichnen immer weniger Anwenderunternehmen Pauschalkontrakte. Vielmehr handeln sie individuelle Verträge aus, die ihren geschäftlichen Bedürfnissen so weit wie möglich entgegenkommen. "Mittlerweile können die Unternehmen, die IT-Services nachfragen, die Vertragsbedingungen diktieren", beobachtet die Outsourcing-Expertin Susan Scrupski.

Wie sehr moderne Outsourcing-Verträge von herkömmlichen Mustern abweichen, verdeutlicht das Beispiel des Oakland Community College, einer Hochschule in der Nähe von Detroit. Sie besiegelte kürzlich einen Fünfjahres-Vertrag mit dem Outsourcer SCT Corp. Dieser übernimmt die gesamte Planungs- und Projekt-Management-Verantwortung für die neue Computerumgebung des College. Ungewöhnlich ist dabei, daß der Kunde nicht nur die Hard- und Software behält, sondern die neue Umgebung auch selbst implementieren und betreiben will. Dazu Executive Information Systems Director John Valentine: "Unsere Kostenstruktur ist günstiger als ihre." Darüber hinaus hat das College in den Vertrag eine sechsmonatige "Phase-back"-Periode hineinschreiben lassen. Nach Ablauf der Kooperation wird also SCT das Know-how für Planung und Projekt-Management an den IT-Stab der Hochschule weitergeben.

Auch was das Aushandeln der finanziellen Bedingungen angeht, sind die Anwender cleverer geworden. Populärer sind "Risk-Reward"-Arrangements, bei denen die Bezahlung des Anbieters vom Erreichen bestimmter Geschäftsergebnisse abhängt. Was die Sears Canada Ltd. ihrem Outsourcing-Partner Andersen Consulting schuldet, berechnet sich beispielsweise danach, in welchem Maß es Andersen gelingt, die Sears-Läger zu verkleinern.