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24.07.2006

Die Notebook-Preise purzeln

Nie waren Notebooks und Desktops so billig wie heute. Vor allem Hewlett-Packard und Toshiba drückten die Preise.
Harte Einschnitte verzeichneten sämtliche Markenanbieter im PC-Markt. Der Trend geht eindeutig zum Tragbaren.
Harte Einschnitte verzeichneten sämtliche Markenanbieter im PC-Markt. Der Trend geht eindeutig zum Tragbaren.
HP, Toshiba und Sony senkten die Notebook-Preise jeweils um über 20 Prozent. Samsung gelang es, um 5,2 Prozent teurer zu werden.
HP, Toshiba und Sony senkten die Notebook-Preise jeweils um über 20 Prozent. Samsung gelang es, um 5,2 Prozent teurer zu werden.

Notebooks und Desktops werden immer billiger - eine Binsenweisheit. Überraschend ist aber die Größenordnung, in der sich der Preisverfall bei manchen Herstellern inzwischen bewegt. In der ersten Hälfte dieses Jahres gab es Kaufgelegenheiten en masse, da die Anbieter und Händler ihre überfüllten Lager leeren mussten. Aufgrund euphorischer Marktprognosen hatten sich viele Hersteller übernommen und waren dann von der eher mittelprächtigen Nachfrage überrascht worden. Die Folge waren purzelnde Preise, da Überbestände abgebaut werden mussten.

Notebook-Anbieter suchen die Nische

Günstige Notebooks wird es auch in Zukunft geben, da die Hersteller ihre Bestände an älteren Geräten losschlagen wollen. Parallel dazu wird sich aber das höherpreisige Segment stärker ausprägen. Modelle mit neuer Prozessortechnik (Core Duo von Intel, Turion 64 von AMD) kommen heraus, außerdem könnte das Erscheinen des Windows-Betriebssystems Vista dem Markt Impulse geben.

Die Anbieter bemühen sich mehr als je zuvor, dem Commodity-Effekt entgegenzuarbeiten und lukrative Nischen zu besetzen. Fujitsu-Siemens beispielsweise erhofft sich eine kräftige Nachfrage nach Geräten mit integriertem UMTS-Anschluss - auch im Bündel mit Provider-Verträgen. Außerdem sollen kleine Formfaktoren für "Mobile Worker" eine wichtige Rolle spielen, ebenso Notebooks in elegantem Design mit großen Displays, die sich als Desktop-Ersatz eignen.

Auch Sony setzt auf große 17-Zoll-Bildschirme. Wichtiger aber: Die Japaner haben soeben das erste Modell mit der hauseigenen DVD-Nachfolgetechnik Blu Ray herausgebracht. Damit lassen sich größere Datenmengen auf Discs verwalten, außerdem können Filme in HD-Qualität aufgenommen und auch auf TV-Geräten mit HD-Unterstützung abgespielt werden.

Samsung agiert mit besonders leichten und schnellen Modellen im Hochpreissegment. Die Koreaner haben es vor allem auf Business-Kunden abgesehen. Der neue Formfaktor "Q1" soll als Ultra-Mobile-PC neue Märkte erschließen.

Bewerten Sie Ihre Hardware

Lesern der computerwoche stellt BFL kostenlos ein Online-Werkzeug zur Bewertung ihres IT-Portfolios zur Verfügung. Mit dem "Portfolio Manager" können Anwender den kompletten Bestand an PCs, Notebooks und CRT/LCD-Monitoren in einem Passwort-geschützten Portal analysieren.

Neben der Bewertungsfunktion rechnet der Portfolio-Manager hoch, wie sich der eingegebene Bestand entwickeln wird. So kann beispielsweise ein IT-Einkäufer den gegenwärtigen Marktwert seines Portfolios bestimmen lassen und eine Prognose für die Wertentwicklung in den nächsten Monaten oder Jahren einholen. Gerätemodelle und Anzahl lassen sich durch die Eingabe von Konfiguration und Anzahl einpflegen oder vorhandene Bestandslisten hochladen.

Weiter Infos unter www.computerwoche.de/567967.

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Die BFL Leasing GmbH in Eschborn erhebt laufend die Preise, die mit Desktops, Notebooks und Bildschirmen im Internet erzielt werden. In die Bewertung fließen ausschließlich neue Geräte ein, die über Online-Shops zu beziehen sind. Natürlich hat dieses Verfahren seine Schwächen: Aus den Zahlen geht beispielsweise nicht hervor, zu welchen Preisen die Hersteller über ihre Händler verkauft haben oder ob im Netz vermehrt ältere Modelle mit gering dimensionierten Konfigurationen angeboten wurden. Trotzdem lässt sich der rasante Preisverfall im Markt und bei einzelnen Anbietern nachvollziehen.

HP, Toshiba und Sony haben die Preise stark gesenkt

Vor allem Hewlett-Packard, Toshiba und Sony haben demnach die Preisbremse getreten. Ein Notebook von Toshiba kostete im Internet Ende 2004 durchschnittlich 1824 Euro. Diese Summe errechnet sich als Mittelwert aus allen im November 2004 abgesetzten Modellen unterschiedlichster Ausstattung. Im Mai 2006 lag der Preis bei nur noch 1349 Euro (minus 26 Prozent). Auch Hewlett-Packard senkte in den vergangenen anderthalb Jahren die Preise um durchschnittlich 27 Prozent von 1579 auf 1141 Euro, während Sony 21 Prozent nachließ und noch 1319 Euro verlangt - Ende 2004 waren es 1672 Euro.

Toshiba-Sprecherin Tanya Quijano kann die von BFL ermittelten Zahlen in der genannten Größenordnung nicht nachvollziehen. Sie streitet aber grundsätzlich nicht ab, dass die Preise für Toshiba-Notebooks eine Talfahrt hinter sich haben. Da vor allem Business-Kunden in den vergangenen Jahren wenig Interesse an der Anschaffung neuer Laptops gezeigt hatten, verstärkte das Unternehmen seine Bemühungen um Privatkonsumenten. Dabei, so Quijano, habe man einen "anderen Preispunkt" gesetzt. Auch die Einführung der Modellreihe "Tecra", die sich an kleine Betriebe und Freiberufler richtet, setzt auf einem relativ niedrigen Preisniveau auf.

Hewlett-Packard schnürte ebenfalls besondere Angebote für Privatkunden und Kleinbetriebe. Die Rechnung ging auf: HP setzte allein im ersten Quartal 2006 rund 46 Prozent mehr Notebooks ab als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Mit den BFL-Zahlen mag sich der Hersteller indes ähnlich wie Toshiba nicht anfreunden. Vergleichbare Erhebungen von Marktforschern wie IDC, so eine Unternehmenssprecherin, ließen auf einen deutlich geringeren Preisverfall schließen. Außerdem seien die Internet-Verkaufszahlen nicht repräsentativ, da HP viele Portables über seinen "starken Fachhandelskanal" verkaufe. Trotzdem räumt auch HP ein, das Portfolio nach unten hin ausgeweitet zu haben und geringere Straßenpreise für Notebooks zu erzielen. Marktchancen hätten sich vor allem im Consumer-Markt ergeben, darauf habe HP reagiert.

Die günstigsten Angebote kommen von Benq

Die preiswertesten Mobilrechner sind nach wie vor bei Benq zu beziehen: Der Anbieter senkte die Preise von 1073 auf 870 Euro (minus 19 Prozent). Am teuersten blieben dagegen IBM-Notebooks, die vor anderthalb Jahren mit 2019 Euro zu Buche schlugen und nun für durchschnittlich 1957 Euro zu haben sind. Allerdings plant der neue Besitzer des IBM-PC-Geschäfts, der chinesische Anbieter Lenovo, erst jetzt den Eintritt in den deutschen Massenmarkt für Privatkonsumenten. Also dürfte auch hier Bewegung in die Preisliste kommen.

Samsung legt Wert auf Design und Ausstattung

Der einzige Anbieter, dem das Kunststück gelang, über die vergangenen 18 Monate hinweg die Preise zu erhöhen, ist Samsung: Dort kosten Notebooks im Mai dieses Jahres im Mittel 1788 Euro nach 1699 Euro Ende 2004 (plus 5,2 Prozent). "Wir bewegen uns im höherwertigen Segment", erklärt Karl Tucholski, Business Director IT bei Samsung. Notebooks unter 1000 Euro führen die Südkoreaner seinen Angaben zufolge nicht im Sortiment, stattdessen wollen sie mit leichtgewichtigen, leistungsstarken und optisch gefälligen Geräten eine Zielgruppe ansprechen, die Wert auf Design und Ausstattung legt.

Der Durchschnittspreis der im Internet gehandelten Notebooks lag im Dezember 2004 über alle Hersteller und Marken hinweg bei 1580 Euro. Bis Mai 2006 ist er auf 1438 Euro (minus neun Prozent) gesunken - wobei IBM, Apple und Samsung dafür gesorgt haben, dass die Preise nicht noch tiefer sackten. Gleichzeitig haben die Anwender ein kräftiges Plus an Leistung und Ausstattung erhalten.

Desktop-Preise im freien Fall

Da sich der weltweite PC-Markt in den vergangenen Jahren mit hoher Geschwindigkeit weg vom Desktop und hin zum Portable bewegt hat, überrascht es kaum, dass die Desktop-Preise noch tiefer am Boden liegen. Kostete der durchschnittliche, im Internet verkaufte Tischrechner Ende 2004 noch 990 Euro, so betrug der Preis im Mai dieses Jahres lediglich 788 Euro (minus 20 Prozent). Wieder war Hewlett-Packard in Sachen Preisnachlass das Maß der Dinge: HP-Desktops schlugen Ende 2004 mit durchschnittlich 891 Euro zu Buche, im Mai dieses Jahres verlangte der Hersteller nur noch 644 Euro.

Selbst Apple, traditionell im Premium-Segment zu Hause, kam um kräftige Preisnachlässe nicht herum. Im Mai zahlten Einkäufer im Web für einen Apple-Desktop durchschnittlich nur noch 1354 Euro, anderthalb Jahre zuvor waren 1765 Euro verlangt worden - ein Rückgang also von rund 23 Prozent. In ähnlicher Größenordnung bewegt sich Fujitsu-Siemens: Der größte Anbieter in Deutschland ließ die Preise von 749 auf 574 Euro fallen.

BFL fand auch heraus, welche Hersteller die wertbeständigste Hardware liefern. Dazu wertete das Unternehmen die Wiederverkaufspreise für gebrauchte, im Internet angebotene Hardware aus. Für Notebooks von Toshiba wurden demnach die höchsten Preise auf dem Gebrauchtmarkt gezahlt, es folgen die Geräte von Sony, IBM, Fujitsu-Siemens und Dell. Bei den Desktops besetzt Dell den ersten Rang vor Fujitsu-Siemens, HP, IBM und Sony. In den Statistiken für neue Geräte kommt Dell nicht vor, weil das Unternehmen seine Desktops und Notebooks ausschließlich direkt per Telefon und Internet verkauft. (hv)