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22.11.1996 - 

Kolumne

"Die Opfer der Dumping-Kriege"

Daß im IT-Markt nicht unbedingt die Produktqualität darüber entscheidet, ob ein Anbieter erfolgreich agiert, ist ein offenes Geheimnis. Je nach Marktposition und Interessen jonglieren die großen Hersteller mit ihren Preisen oft gehen die Produkte weit unter oder über ihrem eigentlichen Wert über den Ladentisch.

Die IBM beispielsweise hat ihre Dominanz in einer Vielzahl von IT-Marktsegmenten jahrzehntelang ausgenutzt und versucht es noch heute, wie die Positionierung der Office-Software "Smartsuite" von der Unternehmenstochter Lotus zeigt. Für den Spottpreis von 100 Dollar wird ein Softwarepaket feilgeboten, das Textverarbeitung, Datenbank, Spreadsheet, Grafik-Tools, Terminplaner etc. enthält.

Leutselig erklärte ein Lotus-Manager, daß die Bürosoftware gezielt unter Wert verkauft werde, um Marktführer Microsoft das Leben schwer zu machen. Wohlwissend, daß die Office-Anwendungen zu den wichtigsten Geldquellen der Gates-Company zählen, hofft die IBM, dem ungeliebten Konkurrenten die Preise verderben zu können.

Microsoft soll gezielt traktiert werden. Jede Mark, die Gates im Desktop-Geschäft nicht verdient, kann er in den Server-Markt nicht investieren - so einfach kalkulieren Marketiers. Wer nun aber Mitleid mit dem weltweit größten Softwarehaus hat, der sei daran erinnert, daß Microsoft mit seinen Konkurrenten auch nicht gerade zimperlich umgeht.

Der Web-Browser "Internet Explorer" wird ebenso verschenkt wie der "Internet Information Server", der "Index Server" und der HTML-Editor "Frontpage". Ziel der Attacke ist in diesem Fall Newcomer Netscape, der schon jetzt um Preisnachlässe nicht herumkommt und nach Ansicht von Marktforschern Schwierigkeiten haben wird, gegen die geballte Finanzkraft von Microsoft zu bestehen.

Mag sein, daß die Preiskämpfe der Hersteller marktwirtschaftlichen Argumentationen standhalten - ob sie aber dem Anwender nutzen, ist mehr als fraglich. Sind die Scharmützel ausgetragen und die Monopole abgesichert, wird die Preisschraube erbarmungslos angezogen, und die Kunden zahlen mehr Geld bei geringerer Auswahl. Leider sind es nicht immer die besten Produkte, die aus den Dumping-Kriegen als Sieger hervorgehen.