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22.11.2007

Die "Org-DNA": Selbsttest für die IT

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Zusammen mit Booz Allen Hamilton bietet die COMPUTERWOCHE ihren Nutzern einen speziell an die IT angepassten Organisations-Check.
Für seine Langzeitstudie befragte Booz-Allen-Hamilton unter anderen mehr als 4500 IT-Fachleute.
Für seine Langzeitstudie befragte Booz-Allen-Hamilton unter anderen mehr als 4500 IT-Fachleute.
Deutlich mehr als die Hälfte der IT-Fachleute bezweifelt, dass das Management die kritischen Geschäftsfaktoren korrekt beurteilen kann.
Deutlich mehr als die Hälfte der IT-Fachleute bezweifelt, dass das Management die kritischen Geschäftsfaktoren korrekt beurteilen kann.
Viele ITler sind offenbar der Ansicht, dass sich das Management vor operationalen Entscheidungen drücke.
Viele ITler sind offenbar der Ansicht, dass sich das Management vor operationalen Entscheidungen drücke.

Wie leistungsfähig ist Ihre IT-Organisation? Diese Frage können Sie sich jetzt selbst beantworten mit einem Online-Fragebogen-Tool, das die internationale Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton (BAH) entwickelt hat. Unter www.computerwoche.de/orgdna stellt es die computerwoche ihren Nutzern unentgeltlich zur Verfügung.

Positive und negative Eigenschaften im Überblick

Der "OrgDNA Profiler" ist eine auf die IT zugeschnittene Modifikation der Checkliste, die BAH bereits seit Jahren verwendet, um Unternehmensorganisationen auf den Zahn zu fühlen. Das Tool richtet sich in erster Linie an CIOs, IT-Manager und andere Führungskräfte, die viel mit der IT-Abteilung zu tun haben. Es kombiniert die Organisationsbausteine Struktur, Entscheidungsrechte, Information und Motivation. Aus den Antworten lassen sich, so BAH, eindeutige Aussagen über die positiven und negativen Eigenschaften der jeweiligen IT-Organisation ableiten.

Wie es zu der speziellen Checkliste kam

Die Mitarbeiter der IT-Abteilungen beurteilen ihre Organisation größtenteils sehr kritisch viel kritischer als beispielsweise ihre Kollegen aus der Personal- oder Finanzabteilung. Das fand BAH anhand einer Langzeitstudie heraus, an der fast 50 000 Personen teilgenommen haben.

Die Untersuchung läuft seit etwa fünf Jahren unter dem Titel "Organisational DNA". Dieser Begriff soll signalisieren, dass die jeweilige Organisation im Rahmen der Studie auf ganz unterschiedliche Kriterien hin abgeklopft wird. Die Fragen beziehen sich zum einen auf die Struktur, zum anderen auf Entscheidungsbefugnisse sowie Ausstattung der Mitarbeiter und Manager mit Informationen, letztlich aber auch auf die Leistungsmotivatoren. Zusammen ergeben all diese Faktoren den "genetischen Fingerabdruck" der jeweiligen Unternehmensorganisation.

Die IT-Mitarbeiter stellen nicht einmal ein Zehntel der Studienteilnehmer. Trotzdem hält BAH diese Berufsgruppe für besonders interessant. Denn hinsichtlich fast aller Fragen der Großuntersuchung zeichneten sich die IT-Fachleute durch einen besonders kritischen Blick auf ihre Organisation aus.

Wie BAH erläutert, lassen die Antworten der Studienteilnehmer es zu, die jeweilige Organisation in Archetypen mit "schwacher" oder "starker" Leistungsfähigkeit ("Execution Capability") einzuteilen. Zwei Drittel der IT-Mitarbeiter klassifizierten ihre Organisation in dieser Hinsicht als "schwach". Das ist der höchste Wert aller Unternehmensressorts, wie BAH betont.

Diese pessimistische Haltung spiegelt sich auch in den Antworten auf die Einzelfragen wider. Beispielsweise äußerten 53 Prozent der IT-Mitarbeiter die Ansicht, das Management verfüge nicht über die richtigen Metriken, um die kritischen Erfolgsfaktoren des Geschäfts überhaupt ermitteln zu können. Mit anderen Worten: Die Verantwortlichen seien nicht in der Lage, diese Faktoren korrekt zu beurteilen. Von den befragten Vertrieblern hegen nur zwei Fünftel diese Befürchtung.

Manager machen sich ungern die Hände schmutzig

Noch weiter öffnet sich die Schere zwischen der IT und den anderen Unternehmensbereichen beispielsweise bei der Frage: "Inwiefern machen sich meine Vorgesetzten auch mal die Hände schmutzig, indem sie operative Entscheidungen aktiv mitbestimmen?"

Fast zwei Drittel der Personaler beantworteten diese Frage mit "häufig". Derselben Ansicht sind aber nur 54 Prozent der IT-Spezialisten. Dreht man die Aussage herum, so heißt das: 46 Prozent der Mitarbeiter in den IT-Abteilungen werfen ihrem Management vor, dass es sich aus operativen Entscheidungen allzu häufig heraushalte.

Wie BAH zusammenfasst, kritisieren die IT-Leute vor allem die Unzulänglichkeiten der Entscheidungsfindung in ihrer Organisation. Ein Blick auf weitere Einzelergebnisse belegt das.

Der These: "Wichtige strategische und operationale Entscheidungen werden schnell in die Tat umgesetzt" schlossen sich 43 Prozent der Angestellten aus dem Finanzbereich, aber nur 35 Prozent der IT-Mitarbeiter an. Im Durchschnitt wollen das 40 Prozent der Befragten bezeugen.

Dass jeder Mitarbeiter genau weiß, für welche Entscheidungen er oder sie eigentlich zuständig ist, würden nur 39 Prozent der ITler unterschreiben. Im Vertrieb zeigten sich 52 Prozent, im Gesamtdurchschnitt immerhin 47 Prozent überzeugt davon.

Die Frage, ob die Mitarbeiter normalerweise Zugang zu allen Informationen haben, die sie für ihre Entscheidungen benötigen, bejahten 45 Prozent der Vertriebs-, aber nur 35 Prozent der IT-Fachleute. Der Durchschnittswert beträgt hier 40 Prozent.

66 Prozent der ITler klagten darüber, dass einmal getroffene Entscheidungen häufig wieder angezweifelt würden. Diesen Mangel hatten nur 58 Prozent der Befragten aus dem Finanzumfeld und 61 Prozent der Grundgesamtheit beobachtet.

Auch bei der Suche nach anderen Motivationsquellen als der Gehaltsüberweisung taten sich die IT-Spezialisten schwerer als ihre Kollegen: Nur 57 Prozent wurden fündig. In den Personalabteilungen lassen sich 71 Prozent angeblich auch durch nicht pekuniäre Anreize bei der Stange halten. Im Durchschnitt wählten 65 Prozent der Teilnehmer diese Antwortmöglichkeit.

Drei mögliche Gründe für den Pessimismus

Bleibt zu fragen, wo die Ursachen für die negative Haltung der IT gegenüber ihrer Organisation liegen. BAH hat drei Gründe ausfindig gemacht.

Möglicherweise ist die IT einfach die "Heulsuse" des Unternehmens, also von Natur aus überkritisch.

Zudem hat die IT unter einer suboptimalen Umgebung doppelt zu leiden: Sie kann sie nicht aus eigener Kraft verbessern, wird aber trotzdem von den Anwendern für deren Folgen verantwortlich gemacht.

Wahrscheinlich ist auch, dass die IT zumindest einen Teil ihrer Hausaufgaben nicht gemacht hat und nun die Auswirkungen der "selbstgemachten" Unzulänglichkeiten spürt.

Um in dieser Frage mehr Klarheit zu schaffen, hat BAH die OrgDNA-Fragen speziell für die IT modifiziert. Wie die Berater versprechen, ist die Teilnahme anonym und mit wenig Aufwand verbunden. Wer den Fragenkatalog durchgearbeitet und den "Abschicken"-Knopf gedrückt hat, erhält umgehend sein Organisationsprofil. Alle Einzelangaben werden vertraulich behandelt. Auswertungen lassen keine Rückschlüsse auf bestimmte Personen oder Unternehmen zu.